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Coppenbrügge findet neuen Grund, um OP-Kosten für Kater abzulehnen

Kein Geld für Streuner

COPPENBRÜGGE. In der Gemeindeverwaltung hat man einen neuen Grund gefunden, die Kosten für die Behandlung des angefahrenen Katers nicht zu übernehmen: Er sei ein Streuner und Behörden sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, sich um herrenlose Tiere zu kümmern.

veröffentlicht am 29.06.2016 um 15:25 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:42 Uhr

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Autor:

Maike Lina Schaper
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Die Geschichte von dem geretteten Kater – für dessen Tierarztkosten die Gemeinde Coppenbrügge mit einer bürokratischen Begründung nicht aufkommen will – sorgt für riesige Resonanz unter unseren Lesern. Aus dem gesamten Weserbergland erreichten uns Hilfsbekundungen für Tierretterin Britta Marhauer. Auf der Facebookseite Dewezet Coppenbrügge-Salzhemmendorf erreichte der Beitrag über 12 500 Menschen, wurde mehr als 50 Mal mit „Gefällt mir“ markiert und weitere 50-mal geteilt. Dabei wurde immer wieder das Verhalten der Gemeindeverwaltung kritisiert und Coppenbrügge ein Imageverlust attestiert. Doch Ordnungsamtsleiter Jens-Uwe Schaper bleibt dabei – für den gefundenen Kater wird nicht gezahlt. Nachdem Schaper die Fakten unseres gestrigen Artikels noch einmal Revue passieren lassen hat, kommt er sogar zu dem Schluss, dass die Gemeinde für den Kater ohnehin nicht zahlen müsste.

Was war passiert? Die Bürokauffrau Britta Marhauer, hatte den schwer verwundeten Kater früh morgens auf dem Weg zur Arbeit auf der Landstraße Richtung Hohnsen gefunden. Andere Autofahrer vor ihr seien einfach an dem Tier vorbei gefahren, weil sie wohl dachten, der kleine Kerl sei schon tot, berichtete uns die 35-Jährige. Marhauer sah aber, dass er noch lebte, und brachte den Kater sofort in die Tierklinik am Osterwald nach Oldendorf. Dort konnten die Ärzte den erst sechs Monate alten Kater wieder aufpäppeln, aber sein linkes Bein musste in Folge des Unfalls amputiert werden.

Normalerweise würden in Fällen von gefundenen Tieren die jeweiligen Gemeinden für die Tierarztkosten aufkommen. Doch die zuständige Gemeinde Coppenbrügge lehnt das im Fall von Britta Marhauer ab. Ursprünglich hatte Ordnungsamtsleiter Schaper die Kostenübernahme mit der Begründung zurückgewiesen, dass Tierretterin Marhauer sich falsch verhalten habe. Sie hätte bei der Gemeinde den Fund des Tieres anzeigen müssen, bevor sie es zum Tierarzt brachte. Erst dann sei das Tier ein Fundtier und falle in den Zuständigkeitsbereich der Behörde, was dessen Versorgung, Unterbringung und notwendige ärztliche Behandlung angeht.

Doch nun sagt Schaper, dass die Kosten für den Kater selbst dann nicht von der Gemeinde getragen worden wären, wenn Marhauer diese gesetzliche Vorgabe beachtet hätte. Denn der kleine Kater hat vermutlich kein Zuhause und für Behörden ist das ein großer Unterschied. Weil der Kater zerzaust abseits einer Siedlung gefunden wurde, mit einer Maus in seinem Magen und Menschen anfaucht, geht Ordnungsamtsleiter Schaper davon aus, dass der Kater ein sogenanntes herrenloses Tier ist. Zu deren Versorgung sind die Behörden gesetzlich nicht verpflichtet.

Für alle Tierretter wie Britta Marhauer heißt das, dass auch wenn sie vorher alles richtig machen, sie hinterher auf den Kosten sitzen bleiben können – wenn die zuständige Gemeinde zu der gleichen Ansicht kommt, wie die Verantwortlichen in Coppenbrügge.



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