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Osterwalder Politiker wollen zunächst Stellungnahme abwarten / Noch keine Aussage zum Solarpark

Kauft Forstverwaltung Wienerberger-Gelände?

Ostewald (sto). Wie ein Wahrzeichen nimmt er sich aus, der hohe Fabrikschornstein der ehemaligen Ziegelei von Osterwald. Wer aus Hemmendorf auf der B 1 in Richtung Oldendorf fährt und einen Blick nach links wirf, sieht das turmähnliche Bauwerk oberhalb des Bergorts Osterwald stehen.

veröffentlicht am 20.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:41 Uhr

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Der Schornstein ist ein Relikt aus der Zeit, als in Osterwald noch Schornsteinrohre produziert wurden und Tonstein gefördert wurde. Vor etwa zehn Jahren hatte der Betreiber, die österreichische Firma Wienerberger, ihre seit 1992 bestehende Produktion eingestellt. In den Jahren vor 1992 war die Ziegelei betrieben worden von Firma Otavi-Minen aus Elze. Von einer Abrissfirma, der Wienerberger das Areal vor einigen Jahren überlassen hatte, war ein teilweiser Rückbau des Geländes vorgenommen worden, der jedoch noch nicht abgeschlossen ist. Das mitten im Wald gelegene Areal liegt immer noch brach und gleicht einer Geisterstadt. „Es verkommt immer mehr“, wird im Ort bedauert. Viele wünschen sich eine Renaturierung des Geländes, das vor fünf Jahren für Schlagzeilen anderer Art gesorgt hatte. Ein holländischer Investor nämlich wollte am ehemaligen Ziegeleistandort eine Ferienhaussiedlung errichten. Gescheitert war der Plan unter anderem an dem Widerstand einer eigens gegründeten Interessengemeinschaft.

Nun gibt es wieder Pläne für die Nachnutzung des ehemaligen Ziegeleigeländes. Die in Klein Meckelsen ansässige Firma Klindworth GmbH hat einen Antrag an die Gemeinde Salzhemmendorf gestellt, denn sie will in Osterwald eine Freiland-Fotovoltaikanlage errichten, die bereits Mitte 2012 in Betrieb genommen werden soll. Auf der rund fünf Hektar großen Gesamtfläche sollen auf vier Hektar aufgeständerte Solarmodule errichtet werden, um regenerative Energie zu gewinnen und jährlich rund 1,93 Megawatt Strom zu erzeugen. Über Kabel soll der erzeugte Strom zu Transformatoren und Wechselrichtern und schließlich zum Umspannwerk des örtlichen Netzbetreibers geleitet werden (wir berichteten). Der Antrag des Unternehmens war Thema in der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Salzhemmendorf.

Nun wurde der Ortsrat Osterwald um Stellungnahme zu dem Bauvorhaben gebeten. Fazit: Im Großen und Ganzen stehen Osterwalds Kommunalpolitiker den Plänen nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber, haben jedoch noch keine Empfehlung ausgesprochen, da noch einige Sachverhalte im Vorfeld zu klären sind. Walter Kramer nämlich führt aus, dass der niedersächsischen Forstverwaltung ein Vorkaufsrecht eingeräumt sei und dieses berücksichtigt werden müsse. Er habe sich kürzlich bei der Forstverwaltung erkundigt, ob Interesse an einem Rückkauf bestehe. Da die Forstverwaltung noch nicht lange von den Plänen der Firma Klindworth wisse, müsse sich die Landesbehörde erst mit der Thematik auseinandersetzen. „Wir sollten diese Stellungnahme abwarten“, schlägt das SPD-Mitglied vor. Seinem Vorschlag stimmen die Mitglieder des Ortsrates zu. „Sobald die Stellungnahme vorliegt, werden wir das Thema erneut auf die Tagesordnung setzen“, betont Ortsbürgermeister Torsten Hofer.

Das brachliegende Gelände der ehemaligen Ziegelei.

Foto: sto

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