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Einführung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht vom Rat beschlossen

Katzen kommen Coppenbrügge zu teuer

Coppenbrügge. Nun steht es fest: Coppenbrügge führt eine Verordnung über die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen im Gebiet der Gemeinde ein. Das hat der Rat des Fleckens auf seiner jüngsten Sitzung bei zwei Enthaltungen beschlossen.

veröffentlicht am 20.12.2015 um 16:47 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Ihre Zustimmung verweigerten Jurgis Tolkmitt und Barbara Fahncke (beide SPD) unter Hinweis auf ihre persönlichen Erfahrungen mit ihren Haustieren. Tolkmit sorgt sich vor allem, was wohl geschehe, wenn durchgängig alle Katzen auf dem Gebiet von Coppenbrügge keinen Nachwuchs mehr bekommen könnten. „Bei einer Lebensdauer von 15 bis 18 Jahren“, erklärte Tolkmitt, „werden wir dann in 18 Jahren zwar keine Probleme mehr mit Katzennachwuchs haben, dafür aber umso mehr Ratten und Mäuse.“

Dass damit nicht zu rechnen ist, machte hingegen die Verwaltung deutlich: „Wir haben nicht vor, jetzt jede Katze kastrieren zu lassen“, betonte Jens Schaper, der Leiter des Ordnungsamtes. „Das wird eher auf Zuruf geschehen.“ Weil aber andere Kommunen mit vergleichbaren Verordnungen gute Erfahrung gemacht hätten, wolle man das Problem ab Januar angehen.

Hintergrund der von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahme ist die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Katzen auch aus der Coppenbrügger Gemarkung beim Tierheim in Hameln abgegeben wurden. Weil der Flecken für jede aus Coppenbrügge im Tierheim abgegebene Katze finanziell gerade stehen muss, stieg die Belastung für den kommunalen Haushalt von 5000 Euro bis 6000 Euro im Jahr 2012 im vergangenen Jahr auf 21 000 Euro, Tendenz weiter steigend, wie es im November in dem dafür zuständigen Ausschuss hieß. Vor allem aber wachse der Anteil erkrankt abgelieferter Katzen in dem Tierheim überproportional stark an, hieß es in der Begründung des Antrags der Verwaltung. Das hänge mit der wachsenden Populationsdichte zusammen, die für Nahrungsverknappung sorge und den Tieren sozialen Stress bereite. Auf die Vermehrungsrate wirke sich dieser Stress hingegen nicht aus.

Nach Darstellung der verschiedenen Tierschutzverbände ist gegen die Kastrationspflicht nichts einzuwenden. Sie sei das Mittel der Wahl, um die Zahl der verwilderten Katzen zu begrenzen und auch für einen verstärkten Schutz für Singvögel zu sorgen. Klaus-Dieter Dohme (UWG-FC) berichtete in diesem Zusammenhang, dass auf seinem Grundstück zwar eine ganze Reihe Brutkästen für Vögel hingen, sie aber immer seltener belegt würden. Das müsse mit den freilaufenden Katzen zusammenhängen.

Zwar räumt die Verwaltung ein, dass sie über keinerlei Zahlenmaterial für die auf dem Gebiet des Fleckens lebenden Katzen verfüge, gleichwohl geht sie davon aus, „dass eine vermehrte Population auch in Coppenbrügge bereits eingesetzt hat und sich ungehindert fortsetzen wird, wenn nicht ordnungsrechtliche Maßnahmen getroffen werden“.

Parallel zu der Kastrations- und Sterilisierungspflicht führt der Flecken auch die Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung ein, wobei die Kennzeichnung bei der Kastration mithilfe eines Chips vorgenommen werden könne, um den Halter eines Tieres ermitteln zu können. Um den Katzeneigentümern die Kastration finanziell zu erleichtern, will der Flecken in jedem Einzelfall prüfen, ob er sich an den entstehenden Kosten beteiligen müsse. „Das ist immer noch preiswerter, als die steigenden Kosten für die Unterbringung im Tierheim in Hameln aufbringen zu müssen“, erläuterte der Leiter des Ordnungsamtes.



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