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Familie hatte Hoffnung schon aufgegeben

Kater Grisu nach vier Jahren wieder zu Hause

Wallensen. Vier Jahre lang war Kater Grisu verschwunden. Seine Familie aus der Nähe von Alfeld hatte ihn beim Tierschutzbund zwar als vermisst gemeldet, die Hoffnung mittlerweile aber schon aufgegeben. Nun wurde der Kater am Humboldtsee gefunden und konnte zurück zu seiner Familie.

veröffentlicht am 22.12.2015 um 11:42 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

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Autor:

Christian Göke
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Föhrste/Wallensen. Es ist auch für Ina Baars etwas Besonderes. Unzählige Katzen und ihre Besitzer hat sie durch ihre Arbeit beim Tierschutzverein wieder zusammengeführt. Doch solch einen Fall hatte sie noch nie.

Kater Grisu war seiner Familie in Föhrste bei Alfeld schon 2012 entlaufen und die Familie hatte die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Kater schon aufgegeben. Lange hatte Besitzerin Bianca Stürzenbach ihren Kater überall gesucht und sich irgendwann damit abgefunden, dass der achtjährige Kater nicht wieder nach Hause kommen wird. Doch ein Anruf vom Campingplatz am Humboldtsee brachte nun nach fast vier Jahren eine Wende im Vermisstenfall Grisu.

Wenn Katzen auf dem Gelände herumstreifen, ruft Christa Schulz vom Campingplatz in Wallensen manchmal Ina Baars beim Tierschutzbund an, um zu fragen, ob nicht vielleicht diese eine Katze als vermisst gemeldet ist. Und genau das traf im Fall des getigerten Streuners zu. Nach dem Anruf vom Campingplatz suchte Baars in ihren Unterlagen nach entsprechenden Katzen – und fand in Grisu aus Föhrste einen lang vermissten Kater, der auf die Beschreibung passte. Die Fellzeichnung auf den Fotos stimmte mit der des streunenden Katers überein und so rief Baars die Familie in Föhrste an. Die machten sich auf den Weg zum 20 Kilometer entfernten Campingplatz.

Die Hoffnung bestätigte sich: Die Katze vom Humboldtsee war der gesuchte Kater der Familie Stürzenbach. Die Freude war groß und der Kater kurz nach dem Zusammentreffen wieder in seinem Zuhause. „Grisu war wohlgenährt, gepflegt und gut drauf. Offensichtlich hat sich jemand um ihn gekümmert. Ich habe aber keine Ahnung, wer das sein könnte. Er ist wie ein riesiges vorzeitiges Weihnachtsgeschenk, das ich jetzt schon bekomme“, freut sich Bianca Stürzenbach. Auch der Familienhund Jonny sei auf den Kater zugelaufen und habe ihn begrüßt wie einen alten Freund. „Der Kater hat viel gemaunzt, als er wieder bei uns war. Er ist seither besonders schmusig“, sagt Stürzenbach.

Solche Fälle – wenn auch nicht mit so einer langen Wartezeit – erlebt Baars immer wieder. Daher bittet die Mitarbeiterin des Tierschutzes Katzenbesitzer darum, ihre Tiere mit einem Chip zu versehen und auch registrieren zu lassen. Auf dem Chip sind die Daten der Besitzer gespeichert. Die Registration ist bei Einrichtungen wie dem Deutschen Haustierregister kostenlos möglich.

Doch nicht alle Katzen und auch kleine Hunde können sofort an ihre Familien vermittelt werden. In dieser Zeit müssen sie in Pflegefamilien unterkommen. Der Verein sucht daher noch neue Pflegestellen in der Umgebung, in denen die Tiere zeitweise Unterschlupf finden können. Der Verein kommt laut Baars auch für die laufenden Kosten auf, die durch das Tier verursacht werden. Wer eine Katze zur Pflege bei sich aufnehmen möchte, kann sich bei Ina Baars unter 05185/ 9574061 melden. Wer einen Hund aufnehmen möchte, kann bei Wolf-Helge Hinzmann unter 0151/22097032 anrufen.

Dass Katzen nicht wieder nach Hause kommen, kann verschiedene Gründe haben. Manchmal ändert sich die gewohnte Umgebung – zum Beispiel durch die Geburt eines Babys – und die Katze kommt mit dieser Veränderung nicht zurecht. Es kann auch vorkommen, dass der Katze das eigene Zuhause nicht mehr gefällt und die Bindung an den Menschen nicht stark genug ist, als dass das Tier dadurch gehalten werden könnte. Auch ein Umzug kann dazu führen, dass die Katze das neue Heim nicht akzeptiert. In diesem Fall werden ein konsequenter Hausarrest und das Eingehen auf die Bedürfnisse der Katze empfohlen.

Kater Grisu hält in Sachen Verschwinden aber noch keinen Rekord. Ganze 16 Jahre war zum Beispiel Kater Poldi im bayerischen Unterhaching verschwunden. Mit nur einem Jahr war er weggelaufen – und wurde 16 Jahre später abgemagert und alt in einem Waldstück gefunden. Durch die tätowierte Nummer im Ohr, konnte er seinem Frauchen zurückgebracht werden, die den gealterten Kater auch gern wieder bei sich aufnahm. In Paderborn verschwand Kater Moritz für 12 Jahre. Im November 2002 war der Kater weggelaufen, als die Familie im Urlaub war und konnte durch einen implantierten Chip an seine ehemaligen Besitzer zurückgegeben werden. Die aus dem amerikanischen Wisconsin stammende Katze Emily war zwar nur einige Wochen verschwunden, dafür hat sie die wohl weiteste Reise hinter sich gebracht. Nachdem sie sich in einem Papiercontainer versteckt hatte, reiste sie als blinder Passagier über den Atlantik und tauchte schließlich im französischen Nancy wieder auf. Durch eine Nummer an ihrem Halsband konnte ihre Familie gefunden werden.



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