weather-image

Probleme durch Wegfall von Wehrpflicht und Ersatzdienst / Viele sind nach der Pflichtzeit geblieben

Katastrophenschützern geht das Personal aus

Marienau (tis). Für die in Marienau stationierte Kreisfeuerwehrbereitschaft „Katastrophenschutz“ wird es zunehmend schwieriger, neue Mitglieder für die Spezialeinheit zu gewinnen. Grund ist die Aussetzung der Wehrpflicht. Damit fallen alle diejenigen weg, die Wehrersatzdienst bei der Feuerwehr geleistet haben. „Noch sind die zurückgehenden Mitgliederzahlen nicht besorgniserregend, aber wir müssen uns Gedanken dazu machen, wie dem entgegengewirkt werden kann“, erklärt der Leiter der Feuerwehrbereitschaft, Volker Winkelhake.

veröffentlicht am 25.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

270_008_5170834_lkcs103_2501_1_.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Durch die Aussetzung der Wehrpflicht und dem damit verbundenen Wegfall des Ersatzdienstes haben einige Mitglieder den ABC-Zug verlassen. Volker Winkelhake: „Gleichzeitig ist es schwieriger geworden, neue Kameraden zu gewinnen, da ein Zulauf über den Weg der Freistellung vom Wehrdienst nicht mehr erfolgt.“ So sind zum Beispiel im ABC-Zug der Einheit die Mitgliederzahlen zurückgegangen. Waren es in den Vorjahren immer um die 50, ging diese Zahl im vergangenen Jahr auf 35 zurück. Bislang war es so, dass jährlich rund eine Handvoll Brandschützer neu in die Bereitschaft eintraten, die sich dann wegen der Freistellung vom Wehrdienst verpflichten mussten, bislang sechs und zuletzt vier Jahre hier Dienst zu tun. Und zwei bis drei der Freigestellten fanden meist Gefallen an der Arbeit in der Katastrophenschutzeinheit und sind auch nach der Pflichtzeit freiwillig geblieben. „Heute sind wir nur noch auf Freiwillige angewiesen, das macht die Sache schwieriger“, erklärt Volker Winkelhake.

Keine Probleme gibt es noch beim Messzug, der ebenfalls zu dieser Einheit gehört, wo die Mitgliederzahl in den zurückliegenden Jahren sogar leicht gestiegen ist auf zuletzt 49.

Volker Winkelhake appelliert zum einen an die Führungskräfte der Feuerwehren, interessierten Kameradinnen und Kameraden auf die Möglichkeiten zur Mitarbeit im ABC-Zug hinzuweisen. „Kontaktdaten der Gruppen- und Zugführer findet jeder auf der Homepage der Kreisfeuerwehr. Alle Kameraden sind gern bereit, Auskunft über die Aufgaben und Tätigkeiten im ABC-Zug zu geben. Gern kann auch an Diensten teilgenommen werden, um einen Einblick in die Arbeit zu bekommen“, sagt der Bereitschaftsführer. Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke sieht hier aber auch die Verwaltung in der Pflicht, den Dienst in dieser Einheit attraktiver zu machen. „Ich habe dazu ein Schreiben an die Verwaltung geschickt und in Absprache mit den Führungskräften der Bereitschaft Möglichkeiten aufgelistet, wie die Motivation zum Mitmachen gesteigert werden kann. Ende des Monats soll es Gespräche geben, was umgesetzt werden kann und was nicht“, erklärt der Kreisbrandmeister.

Die KatS-Bereitschaft ist letztlich ein wichtiger Faktor im Katastrophenfall, übernimmt Aufgaben wie die Errichtung einer Notfallstation zusammen mit dem DRK zur Dekontamination von Teilen der Bevölkerung bei dem Austritt von Radioaktivität oder dem Betreiben von mobilen Dekon-Stellen für Personen und Geräte im Verteidigungsfall. Wöbbecke: „Da steht der Landkreis in der Pflicht, so eine Einheit vorzuhalten.“ Bereitschaftsführer Winkelhake fügt hinzu: „Doch das ist längst nicht alles. Wir bieten eine interessante Ergänzung zum normalen Dienst in den Ortswehren, wo eine Mitgliedschaft allerdings Pflicht ist, wenn jemand bei uns mitmachen möchte.“ So liegt ein wesentlicher, weiterer Schwerpunkt in der Bekämpfung von Gefahrgutunfällen zusammen mit anderen Feuerwehreinheiten im Kreisgebiet.

Dies wird auch deutlich im Rückblick auf das Ausbildungsprogramm im vergangenen Jahr, wo das Training im Gefahrgutbereich mit im Mittelpunkt stand. Insbesondere mit der Gefahrguteinheit der Feuerwehr Kirchohsen, die seit diesem Jahr zum Gefahrgutzug der Kreisfeuerwehr umorganisiert wurde, fanden zahlreiche Übungen und Ausbildungsdienst statt. Auch eine überörtliche Ausbildung gab es im Rahmen einer Standortverlegung nach Brake im Landkreis Wesermarsch, wo an zwei Tagen zusammen mit den Einheiten dort geübt und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit vertieft wurden. Der ABC-Zug rückte mit zwei Fahrzeugen zu einem Gefahrgutalarm am Solarinstitut in Ohr aus und wurde zu zwei Alarmübungen gerufen, bei denen es einmal um den Aufbau der Desinfektionsschleuse und zum anderen um den Einsatz mehrerer Erkundungskraftwagen ging.

Vorbereitet auf den Katastrophenfall: hier bei einer Gefahrgutübung in Oldendorf.Foto: tis



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt