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Kampf gegen die Folgen der Unwetter

Bisperode/Brünnighausen (ist). Es sei das Thema schlechthin, meinen die Ortsbürgermeister Helmut Kuppig und Andreas Voß bei der gemeinsamen Ortsratssitzung von Brünnighausen und Bisperode. „Die Unwetter kommen in immer kürzeren Abständen über unsere Dörfer. Die Auswirkungen werden uns immer wieder beschäftigen“, so Kuppig. Dr. Michael Franke vom Ingenieurbüro GEUM.tec Gesellschaft für Umweltplanung und -technik gab erneut einen Zwischenstandsbericht zum Hochwasserkonzept.

veröffentlicht am 04.09.2009 um 15:33 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:41 Uhr

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Bisperode/Brünnighausen (ist). Es sei das Thema schlechthin, meinen die Ortsbürgermeister Helmut Kuppig und Andreas Voß bei der gemeinsamen Ortsratssitzung von Brünnighausen und Bisperode. „Die Unwetter kommen in immer kürzeren Abständen über unsere Dörfer. Die Auswirkungen werden uns immer wieder beschäftigen“, so Kuppig. Dr. Michael Franke vom Ingenieurbüro GEUM.tec Gesellschaft für Umweltplanung und -technik gab erneut einen Zwischenstandsbericht zum Hochwasserkonzept. Und der bestätigte, dass in der Tat „innerhalb kürzester Zeit viel passiert ist und noch passieren wird“, so Bürgermeister Peschka.
 Grabenräumungen, auch dort, wo eigentlich die Anwohner in der Verantwortung stehen, seien im gesamten Fleckengebiet weiterhin verstärkt worden. Mit Blick auf jährliche Fördermittel von 400 000 Euro gerade für die kleinen Dörfer und Projekte stehe er mit dem Ministerium in Hannover in Kontakt. „Wir haben keinerlei Probleme. Entsprechende Anträge werden wir über das zuständige Amt stellen, um zu sehen, was an Mitteln akquiriert werden kann.“
 Sicherlich werde ein Großteil bei der Kommune hängen bleiben. Die Politik werde sich in den nächsten Monaten notwendigerweise damit beschäftigen und entscheiden müssen. Dabei werde es sowohl um größere, kostenintensive Projekte gehen, aber auch um Maßnahmen, die kurzfristig angeschoben und umgesetzt werden können, für das der eigene Haushalt, neben den Fördergeldern aus Hannover, Mittel vorhält.
 In seinem Bericht stellte Dr. Franke sowohl bereits ausgeführte als in Planung befindliche und bislang nur angedachte Maßnahmen vor. „Der Kuchen ist noch im Ofen“, sagt er. Es werde „an mehreren Baustellen“ gleichzeitig planerisch gearbeitet und so versucht, größere Maßnahmen in allen Orten parallel beantragen und anschieben zu können.
 Nicht allen Orten sei mit lokalen Maßnahmen geholfen.  Die hydraulischen Nachberechnungen der Remte in Bisperode dokumentieren das jüngste Hauptereignis als ausgesprochenes Extremereignis – „extremer als die Berechnungsergebnisse für ein hundertjährliches Ereignis.“ Lokale Maßnahmen wie Abflussverbesserung im Ort durch Beseitigung von Wasseraufstau an Engstellen von Gräben, Bächen, Flüssen, Rückstaueffekte an Brücken, Wasserstandsabsenkung durch Profilvergrößerung, Tieferlegung, Verbreiterung, Versteilung der Böschung oder Abriss und Ersatz von Brückenmauern durch Gitter reichen im Extremfall nicht aus. Fraglich sei allerdings, ob effektive Rückhaltemaßnahmen bei notwendigen Rückhaltebeckengrößen von mehreren 100 000 Kubikmetern im Bereich von Remte und Ilse in Bezug auf Fläche und Finanzen realisierbar sind.
 In Brünnighausen ist weiteren Ausuferungen im Bereich des Sportplatzes durch die Absenkung des benachbarten Betriebsweges durch die Gemeinde vorgebeugt worden. Der Abfluss erfolgt jetzt über den Sportplatz. Dem notwendigen Umbau des Sohlabsturzes im Mühlbach fehlt nach Genehmigung und abgesicherter Finanzierung nur noch das Einverständnis des Eigentümers.
 Besonders schwierig: die Situation in Harderode. Extreme Wassermassen aus großem ackerbaulich genutztem Gebiet treffen aufeinander, verwirbeln sich, stauen sich in engem Profil bei extrem schlechtem Abfluss. „Da kann man an der Gesamtsituation außer ,ein bisschen Herumkratzen’, Räummaßnahmen hier und da, nicht viel ändern“, stellt Dr. Franke fest. Möglicherweise müsse ein Abriss der Brücke an der Bäckerstraße aufgrund des Zustands des Fundaments erwogen werden, ebenso wie die mittlerweile entfernten, weil als überflüssig erkannten Wehrköpfe. In Harderode werden daher zunächst kleinere Rückhaltebecken im Oberstrom mit Dämmen von 2,50 bis 3 Metern angedacht.
 Nächste Hochwasserschutzbaustelle wird Herkensen sein: Das große ackerbaulich genutzte Einzugsgebiet oberhalb des Ortes entwässert am südlichen Ortsrand, trifft senkrecht auf die Siedlungsfläche und fließt unkontrolliert über die Straße ab, da die Gullis längst nicht ausreichen. Das Unterdorf sei nach extremen Niederschlägen der vergangenen Jahre diverse Male von Überschwemmungen heimgesucht worden, denen man am kommenden Tag mit nassen Füßen und ungläubigem Achselzucken gegenüber gestanden hatte, sagen die Anwohner der Herkenser Straße und vom Hohen Feld. Nun sollen im Senkenbereich der Straßenkreuzung die Wassermassen besser gefasst werden, durch Einmuldung des Bordsteins, größeren Fassungsbereich des vorhandenen Schachtes und Entkopplung gegenläufiger Rohre.
 Gleichzeitig wird der Abfluss am Feld im Hangbereich gedämpft werden. Vorgesehen sind ein kaskadenförmiger Wasserabfluss und ein 30 Zentimeter breiter Randstreifen, der Rückhaltemulden enthält und den Wasserstrom aufteilt. Einfacher sind die Verhältnisse in Behrensen. Aufgrund der ruhigen Topografie bietet sich im Bereich des Hardtbaches eine Kosten-Nutzen-günstige Anlage zur Rückhaltung an.



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