weather-image
23°

Anwohner klagen seit Jahren über Zustände im Baugebiet / Firma: „Endausbau zu gegebener Zeit“

Kalkröse: Dauerbaustelle direkt vor der Tür

Salzhemmendorf (hen). Wohnst du schon oder baust du noch? Wer sich für ein eigenes Haus entscheidet, kennt das: Irgendwann ist man froh, wenn alle Handwerker abgezogen sind und das neue Heim endlich rundum so aussieht, wie man es sich vorgestellt hat. Wie es draußen vor der Tür aussieht, liegt dabei nicht unbedingt in Händen der Häuslebauer. Diese Erfahrung mussten Marco und Tanja Reinhardt machen, die sich im Ligusterweg 11 den Traum vom Eigenheim erfüllten: Seit Jahren müssen das Ehepaar Reinhardt und auch ihre Nachbarn mit einer nicht zu Ende gebrachten Erschließung im Baugebiet Kalkröse leben – und niemand fühlt sich dafür zuständig. Hauptprobleme sind die nicht in voller Länge erschlossene Straße „Ligusterweg“, der optische Zustand der erschlossenen, noch nicht verkauften Baugrundstücke und die teilweise landwirtschaftliche Nutzung bereits erschlossener Baugrundstücke.

veröffentlicht am 13.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 09:21 Uhr

270_008_5560755_lkcs101_1306.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Gebaut wurde im Gebiet Kalkröse erstmals im Jahr 2005. Doch auch heute noch sieht es an einigen Stellen nicht gerade wohnlich aus. Im Sommer 2011 hatte Udo Stenger (BWG) einen entsprechenden Antrag zum Zustand in dem Baugebiet gestellt. Erst jetzt kam das Thema im Bauausschuss auf den Tisch – zum Verdruss von Karl-Heinz Grießner (SPD): „Das Thema liegt ein Jahr.“ Während der Ausschussvorsitzende Karsten Appold (Grüne) darauf hinwies, dass einige der offenen Fragen durch den Erschließungsträger, die Hamelner Kontur Bau Vision GmbH, geklärt werden müssten, mahnte Thomas Hampe (Aktive Bürger), die Verwaltung könne durchaus eingreifen, beispielsweise wegen der offensichtlich nicht funktionierenden Entwässerung. Auch Grießner erinnerte, dass es einen Vertrag zwischen der Gemeinde und der Baufirma gebe. Und das, was der Vertrag hergebe, müsse auch eingefordert werden, ist sich der Ausschuss einig.

Bereits im März 2010 wurde den Anwohnern bei einem Gesprächstermin im Rathaus von der Verwaltung mitgeteilt, „dass es korrekt sei, dass die Straße grundsätzlich dort endet, wie es heute ist“, heißt es in einem Schreiben der Familie Reinhardt. Es sei ihnen geraten worden, den aktuellen Bebauungsplan einzuholen. Der sehe jedoch vor, dass die Straße bis zur Grenze des Baugebietes reiche und nicht schon etliche Meter vorher endet. „Dieses hat uns Herr Kapa vom Bauamt auch noch mal bestätigt“, sagt das Ehepaar, die das Stück derzeit zweiwöchentlich auf eigene Kosten mäht, „damit nicht das blühende Unkraut direkt in unseren Garten weht“. Außerdem sammele sich Wasser auf diesem Stück Land, und es „fließt bei starkem Regen in unseren Garten, da es nicht in den Oberflächenwasserkanal laufen kann“.

Im Winter liegt bei den Reinhardts wegen der Schneeräumung ein großer Schneeberg vor dem Haus, der bei Tauwetter ebenfalls seinen Weg in Richtung des Grundstücks suche. Nicht akzeptieren wollen die Anwohner den Vorschlag, „wir könnten das Stück doch selber pflastern“. Sie fordern, dass die Straße wie vorgesehen bis zum Feldrand erschlossen und ein Abfließen des Oberflächenwassers gewährleistet werden muss.

Die Anwohner hoffen, „dass sich die Gemeindeverwaltung für unsere Belange einsetzt und dafür sorgt, dass die aufgezeigten Mängel beseitigt werden“. Appold gab zu bedenken, dass angesichts der demografischen Entwicklung grundsätzlich über die Baugebiete nachgedacht werden müsse.

Auf Anfrage der Dewezet sagt Walter Greve, Geschäftsführer der Kontur Bau, der Endausbau der Straße werde zu gegebener Zeit erfolgen. Das sei vertraglich geregelt – wenn 70 bis 80 Prozent des Gebietes verkauft seien. Das allerdings kann dauern (Greve: „Das ist normal“). Von 32 Bauplätzen im erschlossenen Teil, das gesamte Baugebiet ist noch wesentlich größer, sind laut Greve acht belegt. Zu der Problematik mit dem Wasser sagt Greve, er werde sich das vor Ort anschauen. „Eigentlich kann das aber gar nicht sein, weil die Grundstücke zehn Zentimeter höher sind.“ Man werde sicherlich eine Lösung finden, verspricht Greve.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?