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In Harderode gründet sich die „Solidarische Landwirtschaft am Ith“ / Ziel: Selbstversorgung mit Nahrung

Junges Gemüse

Harderode. „Es ist Frühling. Das Wetter macht Lust auf Garten, auf Loslegen, auf In-der-Erde-Buddeln“, sagt Landwirtin Marita Vahlbruch und verbreitet Aufbruchstimmung. Mit Gleichgesinnten rührt sie seit Monaten die Werbetrommel für die „Solidarische Landwirtschaft“ (SoLawi): ein Konzept, bei dem sich Konsumenten und Produzenten von ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln zusammenschließen und die Selbstversorgung anstreben.

veröffentlicht am 17.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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Verantwortung, Kosten und Ernte teilen sich alle. Die PR-Kampagne ist gut gelaufen: Kurz vor Beginn der neuen Gartensaison sind mehr als 20 Interessierte der Einladung zur Vereinsgründung gefolgt. „Verein und dazugehörige Satzung müssen sein, um einen für alle Beteiligen verbindlichen, rechtssicheren Rahmen abzustecken“, erklärt die Bioland-Bäuerin. Wachsen werden Obst und Gemüse am Ith. Weil der regionale Aspekt im Vereinsnamen deutlich werden soll, heißt der Zusammenschluss „Solidarische Landwirtschaft am Ith“, kurz: „SolawIth“.

Die siebenseitige Satzung – sie orientiert sich stark an dem seit 2013 bestehenden Projekt in Blomberg-Dalborn – wird verlesen, erläutert, diskutiert und dann verabschiedet. Rasch gewählt ist der Vorstand. Dem Vorsitzenden Cord Fricke aus Dörpe stehen die Stellvertreterin Nicole Heeke aus Afferde, Kassierer Jobst Abraham aus Marienau sowie die Kassenprüferinnen Britta Kellermann aus Salzhemmendorf und Ruth Emanuel aus Westerbrak zur Seite.

In der Hauptversammlung am 11. April wird es auch darum gehen, mittels eines Bieterverfahrens einen Solidarbeitrag festzulegen. Als Richtwert hat die mehrköpfige Planungsgruppe, die sich im Vorfeld zu Organisation, Kosten und Aufbau einer Infrastruktur Gedanken gemacht hat, einen Betrag von monatlich 65 Euro pro Ernteanteil ermittelt. Für diesen SoLawi-Anteil gibt es nicht nur eine Obst- und Gemüsekiste mit erntefrischer Ware, sondern er steht auch für die Teilhabe am Gesamtprojekt: am Acker, am Saatgut, an der fairen Bezahlung der Gärtnerin.

Sie möchten Säen, Wachsen und Ernten

miterleben.

Schon jetzt sind 18 der zum Projektstart angebotenen 20 bis 25 Ernteanteile vergeben. Je Anteil werden üblicherweise zwei Erwachsene und ein Kind obst- und gemüsesatt. Auch der Kauf eines halben Ernteanteils ist möglich.

Die Vereinsgründung ist quasi der Startschuss für Marita Vahlbruch, die ihr Fachwissen und wöchentlich 20 Stunden Arbeitskraft in das Projekt einbringt. „SolawIth“ wird die Landwirtin einstellen, außerdem Flächen, Geräte und Lagerfläche vom Bioland-Betrieb Vahlbruch pachten. Die Gärtnerin und einige Mitstreiter haben schon ’mal vorgearbeitet: Im Garten hinterm Hof steht bereits ein Folientunnel, auch zwei für das Projekt reservierte Streifen Ackerfläche an der Ortsgrenze („durch Kleegras und unsere Mutterkühe sozusagen optimal vorgedüngt“) sind maschinell vorbereitet.

„Die Gemüsejungpflanzen sind bestellt und können Anfang April gepflanzt werden“, stimmt Vahlbruch schon einmal auf die Arbeitsphase ein. Denn solidarisch bedeutet auch: Jeder macht mit, bringt seine Fähigkeiten ein. Unkraut jäten, Internetseite pflegen, Protokolle führen, Tomaten oder Äpfel pflücken, die Ernte zu den Verteilstationen fahren (derzeit sind drei geplant), Kinderbetreuung, Flyer verteilen, Kuchen fürs gemütliche Zusammensitzen nach der Arbeit backen – die Möglichkeiten der Mitwirkung sind vielfältig. Bereits terminiert sind drei Mitmach-Samstage: Jeweils um 10 Uhr geht es mit der Hacke aufs Feld – „damit Salat und Radieschen genug Platz zum Wachsen haben“.

„Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen aus der Region wieder mehr Verantwortung und Bestimmung über ihre Ernährung erlangen und dafür regionale Wirtschaftskreisläufe aufbauen“, sagt Vahlbruch. „Der Bezug zum Boden als Grundlage unserer Ernährung ist vielfach verloren gegangen. Immer mehr Menschen verspüren das Bedürfnis, mit der Erde wieder in Berührung zu kommen. Sie möchten Säen, Wachsen und Ernten miterleben.“ Die Gründungsmitglieder der „SolawIth“ haben angefangen, dieses Bedürfnis in die Tat umzusetzen.



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