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Kinder des kleinen Örtchens Bäntorf schmücken Tannenbaum in der Kirche

Jeder Anhänger erzählt eine Geschichte

Bäntorf. „Früher war mehr Lametta“, erinnert sich Else Huth an silberglänzende „Tannenbaumzeiten“. Auch wenn bei ihren Worten wohl jeder an „Opa Hoppenstedt“ denken muss, geht es der mit 91 Jahren ältesten Bürgerin Bäntorfs nicht um den berühmten Loriot-Sketch, sondern um etwas ganz anderes.

veröffentlicht am 24.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Christiane stolte
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Ihr prüfender Blick bleibt an dem Tannenbaum in der Jakobikirche hängen. Um ihn herum wuseln einige Kinder aus dem Dorf, die den Baum für den Gottesdienst am heutigen Heiligen Abend (16 Uhr) herausputzen. Vor dem Altar ist ein Sammelsurium an Weihnachtsschmuck aufgebaut. Bunte Kugeln sind reichlich vorhanden. Aber wo ist das Lametta? Ein kleines Büschel Silberfäden wird auserkoren, die „Lametta-Quote“ zu erfüllen. „Die Zeiten haben sich geändert. Früher war der Baum silbern geschmückt, und heute ist er eben bunt“, sagt Else Huth, die viele Jahre als Küsterin in der Jakobikirche tätig war und sich gern mit Karl-Heinz Böcker (87), Ex-Mitglied des Kirchenvorstands, an alte Zeiten erinnert. Nicht nur der Schmuck hat sich im Laufe der Jahre geändert. Auch die „Baumschmücker“ sind andere. War das Herausputzen damals vorwiegend Küstersache, obliegt es seit einigen Jahren den Kindern des kleinen, knapp 130 Einwohner zählenden Ortes.

„Diese schöne Aufgabe hat Hans Brautlecht, ein ehemaliger Küster, an die Mädchen und Jungen abgegeben“, sagt Erika Gehring, die „gute Seele“ des Ortes. Jedes Jahr bringen die Kinder einige Kugeln und anderen Baumbehang von zu Hause mit.

„Ich habe einen Tannenbaum gebastelt“, sagt Simon (5) stolz. Seine Augen strahlen mit der Lichterkette um die Wette. Er freut sich riesig auf Weihnachten.

4 Bilder

Nach dem Abschmücken wird der mitgebrachte Schmuck in einer Kiste verstaut und erst wenige Tage vor dem nächsten Weihnachtsfest wieder hervorgeholt. Im Laufe der Jahre hat sich einiges angesammelt. Beispielsweise bunte Päckchen des Frauenkreises oder Kugeln aus Antwerpen, die einst an belgischen Weihnachtsfesten am Tannenbaum hingen. „Sie gehörten meinen Großeltern“, erzählt Petra Böcker.

Stoffnussknacker hat Erika Gehring beigesteuert. Vor Jahren hatte sie sie auf einem Basar in einer Kirche in Hannover erstanden. Die Herkunft einiger großer Kugeln zum Aufdrehen konnte nicht geklärt werden. In manchen Familien sei es früher üblich gewesen, kleine Geschenke in die Kugeln zu stecken. „Die Kugeln könnten im Kindergarten oder in der Grundschule gebastelt worden sein“, vermutet Küsterin Tanja Teichmann.

Jedes Teil birgt Erinnerungen, die den jeweiligen Spendern im heutigen Gottesdienst sicherlich durch den Kopf gehen werden.

„Stillleben“ mit Alt und Jung in der Jakobikirche: Else Huth (91) darf Simon (5, auch rechts) beim Schmücken „assistieren“. Auch Tim Böcker (22) darf mithelfen. Der schöne Brauch erinnert ihn an seine Kindheit.

Jenny (8) und Simon (5) beginnen mit dem Schmücken (li.). Mit kritischem Blick wählen Simon (5), Jenny und Leonie (11) jedes Teil aus.



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