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Politiker gegen Kastrationspflicht für die Tiere – „Ausrottung“ befürchtet

„Jede junge Katze wäre das Ergebnis einer Ordnungswidrigkeit“

Coppenbrügge (hen). Wenn es um die Einführung einer Kastrations- und Registrierungspflicht geht, haben die Coppenbrügger Politiker leichtes Magengrummeln. Die Katze, so Ludwig Krückeberg, sei das zentrale Haustier in Deutschland. „Die überwiegende Mehrheit lebt in geordneten Verhältnissen“, sagte der Grüne in einem flammenden Appell für „das traditionelle Leben“ der Katzen vor allem auf dem Lande. Schließlich, meinte der Politiker im Umweltausschuss, würden die Vierbeiner eine wichtige Funktion übernehmen – und rechnete vor, sie würden bei ihm zu Hause jährlich „an die 500 Mäuse und Ratten wegschaffen“. Freilich gebe es Menschen, die keine Verantwortung übernehmen und so zu einem rasanten Anstieg der Katzenpopulation beitragen würden. „Aber der Weg, der hier vorgezeichnet ist, ist nicht geeignet“, so der Grüne, der schließlich einen von der Verwaltung vorgelegten Satzungsentwurf (einst entwickelt von der Stadt Bad Münder) Paragraf für Paragraf verriss: Die Formulierung würde – in aller Konsequenz – gar die Ausrottung der Hauskatzen bedeuten, während „hochgezüchtete“ Rassekatzen sich weiter vermehren dürften. Jede junge Katze wäre im Umkehrschluss das „Ergebnis einer Ordnungswidrigkeit“, und wer ein Tier verschenke, leiste „Beihilfe“ dazu. Auch an der Durchführung der Überwachung – ebenfalls in dem Entwurf geregelt – hat Krückeberg seine Zweifel: „Sollen die Mitarbeiter vom Ordnungsamt nachts losschleichen?“ Der Grüne ist sich sicher, dass eine Kontrolle nicht möglich sei und letzten Endes nur gutwillige Bürger drangsaliert würden. „Die, die es betrifft, erreicht man nicht“, glaubt der Ratsherr. Seiner Kritik und auch seinem Vorschlag, lieber an die Vernunft der Katzenhalter zu appellieren, beispielsweise auch mit einem Informationsblatt, schlossen sich die anderen Ausschussmitglieder an. Nicht ohne Grund gebe es keine bundesweite Regelung, hieß es. Vorsitzender Hartmut Greve (SPD) formulierte vorsichtig eine gewisse „Zurückhaltung“ bei der Satzung und warnte vor einem „Schnellschuss“. Am 4. Dezember gibt es eine Zusammenkunft beim Landkreis, in der die Kommunen das Thema auf der Tagesordnung haben. Entscheiden muss allerdings jede Gemeinde oder Stadt für sich selbst.

veröffentlicht am 22.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

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