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Hannoversche Basaltwerke wollen in Bisperode als Nachnutzung mineralische Abfälle einlagern

Ithsteinbruch: Folgt Deponie auf den Abbau?

Bisperode (hen). Die Hermann Wegener GmbH & Co. KG, die die Hannoverschen Basaltwerke in Bisperode betreibt, stellt zurzeit Überlegungen an, nach Ende des Abbaus im Ithsteinbruch in einigen Jahren eine Deponie einzurichten. Das bestätigte Geschäftsführer Stefan Entrup gestern auf Anfrage der Dewezet. Der Abbau des Kalksteins werde sicherlich noch „einige Jahre“ erfolgen, aber das Volumen sei begrenzt – und deshalb mache man sich bereits Gedanken über eine mögliche Nachnutzung. Es gibt noch keine nähere Planung; auch ein Antrag wurde noch nicht gestellt. Nach Auskunft von Baudirektor Müller ist für den 19. März ein erstes Abstimmungsgespräch beim Landkreis mit verschiedenen Beteiligten verabredet. Entrup sagt, man wolle dem Landkreis die Idee vorstellen und in Erfahrung bringen, ob es überhaupt Sinn mache, weiter in die Planung einzusteigen. Genehmigungsbehörde ist das Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim; der Landkreis ist aber in Fragen des Naturschutzes, des Wassers und des Waldes gefragt.

veröffentlicht am 25.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:21 Uhr

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Entrup findet die Bezeichnung „Deponie“ übertrieben: Es gehe um eine Deponie der Klasse 1, bei der nur mineralische Abfälle wie Bauschutt und Boden eingelagert werden. Das passiert im Steinbruch bereits jetzt – „und früher gab es das in jeder Kiesgrube“, so der Geschäftsführer. Durch eine veränderte Gesetzgebung im Abfallrecht müsste aber eine Erweiterung dieser Einlagerung von Bauschutt und Boden neu genehmigt werden. Es werde streng kontrolliert, dass keine anderen Stoffe als mineralische Abfälle hineingelangen. „Wir sind ja auch kein Entsorgungsunternehmen“, sagt Entrup. Er sehe sogar einen eher positiven Effekt, wenn durch die Einlagerung ein „großes Loch in der Landschaft geschlossen“ würde. Denn auf den Bauschutt könne Boden verfüllt und anschließend wieder aufgeforstet werden. Das Areal umfasst rund 25 Hektar Fläche; gut zwei Drittel könnten so renaturiert werden, sagt Entrup, „allerdings etwas tiefer und nicht in der ursprünglichen Höhe“.

An die Politik wurden die Überlegungen bislang noch nicht herangetragen, sagt Bisperodes Ortsbürgermeister Andreas Voß, der auch zum ersten Mal im Umweltausschuss des Landkreises von dem Vorhaben hörte, als das Stichwort „Deponie“ am Rande fiel.

Auch der Coppenbrügger Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka weiß von den Plänen bislang nichts; er sei lediglich zum Abstimmungsgespräch beim Landkreis im März eingeladen worden und werde dort „mit Spannung zuhören“, wie er gestern auf Anfrage sagte.

Im Steinbruch in Bisperode wird noch einige Jahre Kalkstein abgebaut. Jetzt werden „erste Überlegungen“ angestellt, hier später eine Deponie für Bauschutt und Boden einzurichten. Foto: Archiv

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