weather-image
17°
Gemeinsamer Unterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder zunächst nur in Coppenbrügge

Inklusive Schulen erfordern erhebliche Aufwendungen

Bisperode (gro). Die Einführung inklusiver Schulen in Niedersachsen, also die gemeinsame Beschulung behinderter und nicht behinderter Kinder, ist von der Landesregierung gewollt und wird in Kürze auch den Schulausschuss im Flecken Coppenbrügge beschäftigen. Dies erklären sowohl die Vorsitzende des Ausschusses, Barbara Fahncke, als auch Coppenbrügges Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka und das Mitglied des Ausschusses Karl-Heinz Brandt. Einigkeit herrscht im Schulausschuss darüber, dass die Einführung dieser Schulform nicht nur insbesondere den Lehr- und Betreuungskräften viel abverlangen werde, auch die Kasse des Fleckens werde dadurch erheblich belastet.

veröffentlicht am 12.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 15:21 Uhr

270_008_5313668_lkcs103_1203.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

In einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes heißt es zum Thema „inklusive Beschulung“, dass Gemeinden, Städte und Landkreise die Einführung inklusiver Schulen begrüßten. Entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung sei aber, hierfür die notwendigen pädagogischen, sachlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen, denn zum Nulltarif sei Inklusion nicht zu haben. Die kommunalen Schulträger erwarteten erhebliche Mehraufwendungen, die dann das Land zeitnah ausgleichen müsse. Dr. Hubert Meyer, Vorstandsmitglied vom Niedersächsischen Landkreistag, stellt dazu fest: „Tatsächlich werden die Schulträger in erheblicher Weise baulich investieren müssen, beispielsweise für Rampen, Aufzüge, Behindertentoiletten und sonstige räumliche Ausstattungen. Insbesondere aber werden den Kommunen als Träger der Jugend- und Sozialhilfe erhebliche Kosten durch eine deutliche Ausweitung der Fallzahl sogenannter Integrationshelfer entstehen.“ Die Forderung von Dr. Meyer: „Das Land muss sich klar und eindeutig zu einer zeitnahen Ausgleichspflicht bekennen.“ Die mögliche Einrichtung einer inklusiven Schule, und dieses zeitnah, sehen die Mitglieder des Schulausschusses des Fleckens Coppenbrügge zurzeit nur für die Schule in Coppenbrügge, nicht aber für die Schule in Bisperode.

Der in der Schulausschusssitzung in Bisperode vorgesehene „Bericht der Grundschulen über die Arbeit der offenen Ganztagsschule“ wurde von der Tagesordnung abgesetzt und auf die nächste Ausschusssitzung des Schulausschusses vertagt, denn die Schulleiter der Schulen aus Coppenbrügge und Bisperode blieben der Sitzung unentschuldigt fern. Karl-Heinz Brandt: „Wir wollen hier und heute nicht den Bericht darüber von der Verwaltung und sozusagen aus dritter Hand hören, daher beantrage ich die Absetzung dieses Tagesordnungspunktes.“ Direktheit und Authentizität müssten schon gegeben sein, sagt er und fügt leise über das Verhalten der Schulleiter hinzu: „Das ist schon ein Affront uns gegenüber.“ Die Schulausschussvorsitzende Barbara Fahncke dazu: „Den Schulleitungen ist die Einladung mit Ort und Zeitpunkt zugegangen. Da ist das schon ein dickes Ding.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare