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Emotional geführte Debatte um die Zukunft der Anlage in Wallensen

In der Bäderfrage schlagen die Wellen hoch

Salzhemmendorf. Die Debatte über die Zukunft der Bäder hatte ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht, als Udo Stenger (BWG) in gewohnt unverblümter Art die grundsätzliche Frage nach dem Erhalt der Anlage in Wallensen stellte. Seiner Forderung, Farbe zu bekennen, folgte in der Sitzung am Donnerstagabend zunächst ein in den Raum geworfener Antrag, der Rat möge über die Schließung des Freibades abstimmen. Stenger: „Mal sehen, wie die CDU das sieht.“

veröffentlicht am 14.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Schließlich modifizierte er seine Forderung dahingehend, dass der Rat sich lediglich zum Erhalt der Bäder in Osterwald, Lauenstein und Salzhemmendorf bekennen soll – und nicht mehr auch für Wallensen, wie es in dem ursprünglichen Beschlussvorschlag der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne/FWS formuliert war. Allerdings stimmte nur Stenger selbst für die Streichung dieses einen Wortes, Horst Wichmann und Friedrich Lücke (beide CDU) enthielten sich der Stimme. Die große Ratsmehrheit wollte den Wortlaut beibehalten: „Die Freibäder/Freizeiteinrichtungen Osterwald und Wallensen, das Naturerlebnisbad in Lauenstein und das Hallenbad in Salzhemmendorf bleiben aus strukturellen Gründen erhalten“, so der erste Punkt des Vorhabens. So solle ein Signal für den Erhalt aller Bäder gesetzt werden. Karsten Appold, Fraktionschef der Grünen, begründete: „Natürlich kann man auch sagen: Wir schütten alles zu“, aber man wolle mit den drei Trägervereinen der Freibäder ins Gespräch kommen, um die „Lebensqualität vor Ort zu erhalten“ und auch das große Bürgerengagement zu würdigen. Die Solequelle wird wie berichtet als Rettungschance für Wallensen gesehen.

Klar sei auch der Mehrheitsgruppe, dass es ein „Weiter so“ angesichts des Sanierungsbedarfs und der hohen Kosten nicht geben könne, meinte Appold. Das „Konzept“ sei eben wie im Wortursprung gemeint nur ein „Entwurf“, klärte Petra Haehnel (SPD) nach dem Blick in den Duden auf und nahm damit allen Kritikern den Wind aus den Segeln, die fertige Lösungen in dem Papier vermissten. „Wir haben uns aus der Deckung getraut und eine Tür aufgestoßen. Alle sind eingeladen, an diesem Thema mitzuarbeiten“, so Appold. CDU-Fraktionschef Friedrich-Wilhelm Knust störte sich vor allem am Begriff unter Punkt 4, für 2014 und 2015 die Konzeptentwicklung, die Sanierung der Solequelle in Wallensen und die Umwidmung und Neugestaltung „festzuschreiben“. „Wenn wir dem so zustimmen, geben wir einen Freibrief“, und das, obwohl heute nicht bekannt sei, welche Kosten auf die Gemeinde zukommen. „Das ist unmöglich“, empörte sich Knust, der vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Walter Kramer und dessen Stellvertreter Karl-Heinz Grießner für seine Formulierung, er wolle „kein zweites Rasti-Land“, Schelte erntete. Doch Knust blieb bei seiner Kritik; die entstehenden Kosten seien nicht absehbar. Er beantragte, alle Punkte einzeln abzustimmen. Am Ende setzte sich die Mehrheitsgruppe durch; bei dem in die Kritik geratenen Punkt 4 standen 13 Ja- acht Nein-Stimmen gegenüber. Wulf Osterwald (Aktive Bürger) stimmte mit SPD/Grünen und FWS.

Dr. Wilhelm Koops (Grüne) wollte mit seinem Appell die Wogen glätten: „Wie sind Sachwalter der Lebensinteressen der Bürger. Wir müssen aufs Geld achten, aber wenn ich nur darauf schiele, fehlt mir am Ende die Kreativität.“ Die Ausführungen Stengers seien so unterhaltsam wie provokant, könnten allerdings angesichts der Aktivitäten des Fördervereins nicht ernst gemeint sein, meinte Koops. Kramer versicherte, über Kosten sei nichts entschieden – alle Ergebnisse zur Untersuchung der Solequelle würden im Fachausschuss beraten und schließlich erneut dem Rat vorgelegt.



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