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Chaotische Zustände im Sommer / Auf der schwierigen Suche nach Lösungen

Immer Ärger um den Wanderparkplatz

LAUENSTEIN. Motorradfahrer rasen um die Serpentinen, Autos parken halbwegs auf der Landstraße und dazwischen überqueren Naturfreunde und Wanderer mitten in einer nicht einsehbaren Kurve die Fahrbahn. Der Wanderparkplatz auf dem Ith, hinter Lauenstein rechts an der L425 gelegen, platzt im Sommer häufig aus allen Nähten und einige Autofahrer und Fußgänger verhalten sich grob verkehrswidrig. Deswegen brachte Dr. Wilhelm Koops die längst bekannte Problematik bei der jüngsten Lauensteiner Ortsratssitzung wieder auf die Tagesordnung.

veröffentlicht am 11.08.2017 um 19:09 Uhr

Direkt links neben der Einfahrt zu dem Wanderparklatz auf dem Ith befindet sich eine scharfe Rechtskurve. Dadurch entstehen gefährliche Situationen, erklärt Ortsrat Dr. Wilhelm Koops. Foto: Jsp
Jens Spickermann

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„Dort herrscht eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben“, warnt der grüne Ortsrat. Eine Veränderung der Verkehrs- und Parksituation sei daher dringend angeraten.

Das Problem: Der Parkplatz ist eigentlich kein Parkplatz – zumindest nicht offiziell. Das Abstellen der Fahrzeuge wird dort lediglich geduldet. Einen Fußgängerweg über die Straße gibt es ebenso wenig wie Querungshilfen – schließlich ist das Passantenaufkommen verkehrsrechtlich ja gar nicht vorgesehen. Die Einfahrt zu dem Stellplatz, der ursprünglich allein der Forstwirtschaft diente, befindet sich zudem direkt neben einer scharfen Rechtskurve, die für die ausfahrenden Autos wie für die überquerenden Fußgänger, nicht einsehbar ist. Da der Parkplatz häufig überfüllt ist, stünden im Kurvenbereich sogar gelegentlich Fahrzeuge nahe der Fahrbahn, so Koops.

Das Problem wäre lösbar – zumindest theoretisch. Koops hat sich Gedanken gemacht und ist verschiedene Möglichkeiten durchgegangen. Vorstellbar wäre eine Entschärfung der Rechtskurve, ebenso wie Querungshilfen und Fußgängerwege, erläutert er. Nachdem in der Vergangenheit erfolglos darüber diskutiert wurde, den Parkplatz an eine andere Stelle zu verlegen, ist Koops persönlicher Vorschlag nun, eine neue Zufahrt zu dem Parkplatz anzulegen, dort wo jetzt noch Bäume stehen. Das habe auch den Vorteil, dass ein paar mehr Autos Platz finden würden.

Häufig überqueren Fußgänger den gefährlichen Straßenabschnitt. Foto: PR
  • Häufig überqueren Fußgänger den gefährlichen Straßenabschnitt. Foto: PR

Praktisch seien die Vorschläge schwer umzusetzen, sagt Koops. Wohl auch deshalb war die Angelegenheit in den Mühlen der Verwaltung untergegangen, nachdem der Ortsrat schon 2015 um eine Entschärfung der Gefahrenstelle gebeten hatte.

Die Kurve einfach zu begradigen, scheitere schon an den geologischen Gegebenheiten, erklärt Koops. Der Felsen, um den die Straße herumführt, könne nicht einfach abgetragen werden. Fußgängerwege dürften hingegen aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht gebaut werden, weil sich der Straßenabschnitt außerorts befindet, sagt Koops.

Es bliebe also noch sein Vorschlag, eine neue Zufahrt anzulegen. Dabei hapere es jedoch an den Besitzverhältnissen und der Ökologie. Der Wald sei ein niedersächsischer Staatsforst und dazu noch Naturschutzgebiet. Um dort Bäume abzuholzen, was bei diesem Vorhaben nötig wäre, müsste eine Genehmigung des zuständigen Landesamtes eingeholt werden – eine schwierige Sache in einem Schutzgebiet. Weil das Gelände zudem leicht abschüssig ist, würden die Kosten wegen der Erdarbeiten wahrscheinlich recht hoch ausfallen.

Den Parklatz einfach sperren, um dem sommerlichen Chaos ein Ende zu bereiten, wäre auch keine tragbare Lösung. Zwar sei es Wanderern zuzumuten, auf einen etwa 400 Meter entfernten Platz auszuweichen und den Berg bis zu den Wanderwegen hochzulaufen, meint Koops. Dann bestünde aber das Problem, dass die Landstraße, an der der Weg vorbeiführen würde, weder ein richtiger Fußgängerweg ist noch genug Platz bietet, um sicher daran entlang zu laufen.

Das Thema verlangt also noch reichlich Klärungs- und Diskussionsbedarf. Trotz der Schwierigkeiten sieht Koops die hohe Frequentierung durch Wanderer aber positiv: „Man sollte sich freuen, wenn die Leute Lust haben, in den Wald zu gehen.“

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