weather-image
10°
Was den Amerikaner Alan Graham nach Salzhemmendorf verschlagen hat

Im Weserbergland hängengeblieben

SALZHEMMENDORF. Ursprünglich wollte Alan Graham 1991 nur drei Monate Urlaub in Europa verbringen. Nach drei Wochen rief er aber seine Mutter in den USA an und fragte sie, was sie von einem dauerhaften Aufenthalt ihres Sohnes in Europa halten würde. Sie fragte nur: „Bist Du glücklich?“ Als er bejahte, war die Entscheidung gefallen.

veröffentlicht am 25.09.2017 um 16:07 Uhr

In der Region ist Alan Graham schon häufiger aufgetreten. Foto: gök
Avatar2

Autor

Christian Göke Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Eigentlich wollte ich nur europäisches Bier kennenlernen und mich vom stressigen Leben der letzten acht Jahre in Los Angeles erholen. Doch ich fand Europa von Anfang an wunderschön und wollte schnell für immer bleiben“, so der 69-Jährige, der in den USA Musik und Deutsch studiert hat. Seine Vorfahren waren zum Teil deutschstämmig aus Remagen und Hamburg-Altona, aber zur vorherigen Jahrhundertwende nach Amerika ausgewandert. Trotz der deutschen Vorfahren wurde in seinem Elternhaus kein Deutsch gesprochen. Das lernte er erst später im Studium.

Mit 16 Jahren wurde er schließlich Profimusiker und hat seitdem nie aufgehört zu spielen. Seit den 70er Jahren hatte er mehrere Plattenverträge und viele Erfolge bei Film, TV und Werbung. So komponierte und sang er in den USA Titelsongs oder Werbejingles ein und hatte auch Auftritte mit bekannten Künstlern.

Nachdem Graham die ersten Jahre bis 2000 in Mainz lebte, kam er durch seine Ehefrau schließlich ins Elsass. Als Musiker war er es nicht gewohnt, lange an einem Ort zu bleiben und fand daher schnell durch einen Zufall auch in Salzhemmendorf ein Zuhause. Nachdem er dort auch ein Haus gekauft hatte, pendelte er fortan immer zwischen seinen beiden Wohnorten im Elsass und dem Weserbergland, wenn er nicht ganz woanders einen Musikauftritt hatte. Sein Zuhause in Salzhemmendorf hat Graham schätzen gelernt. „Wenn man in Gegenden wie die Alpen kommt, wirst Du von der Landschaft gleich erschlagen. Im Weserbergland musst Du die schönen Ecken erst erkunden, willst sie dann aber nicht mehr missen“, hat der Musiker seine neue Heimat liebgewonnen. Aus allen seinen Wohnorten nimmt er das Beste mit. Er liebt die deutsche Organisation, gepaart mit der französischen Gelassenheit und dem amerikanischen Gemüt. Nachdem er in den letzten Jahren vor allem mit deutschsprachigem Blues erfolgreich war und auch seit 2001 mehrmals beim Deutschen Rock- & Pop-Preis erste Plätze in unterschiedlichsten Kategorien belegte, konzentriert sich der amerikanische Salzhemmendorfer derzeit auf die Zusammenarbeit mit dem Elsässer Jazz-Pianisten Pascal Palamidessi. In der Region traten sie zusammen schon auf dem Pflasterfest in Hameln auf und waren auch bei „Kultur in den Höfen“ in Wallensen dabei. Der Jazz-Pianist und Komponist Palamidessi ist auch schon seit über 40 Jahren Berufsmusiker, der bei Aaron Bridger in Paris studiert hat. Mittlerweile hat der Franzose hunderte von Konzerten in Frankreich, Deutschland und Italien gespielt. Für die Straßburger Zeitung Hebdoscope arbeitet er als Musikkritiker.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare