weather-image
Zweimal Wachstum und ein Neuzugang

Im Gewerbegebiet Coppenbrügge-Marienau tut sich was

COPPENBRÜGGE / MARIENAU. Auch, wenn Niedersachsens Raumordnungsprogramm kleineren Gemeinden bei der Ansiedlung von Unternehmen keine ganz großen Würfe gestattet – das Gewerbegebiet zwischen Coppenbrügge und Marienau füllt sich peu à peu doch.

veröffentlicht am 17.07.2017 um 20:22 Uhr

Die „AKK Industrieservice & Handels GmbH“ braucht mehr Platz im Gewerbegebiet zwischen Coppenbrügge und Marienau. Sie will sich neben ihrer jetzigen Halle vergrößern.Und auch der Container- und Baustoffhandel Figna will wachsen. Zudem will sich laut
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Es ist eine der gängigen Faustformeln: Wer die Abwanderung junger Leute und damit eine drohende Vergreisung seiner Gemeinde aufhalten will, muss Firmen den roten Teppich ausrollen, die sich vor Ort ansiedeln und Jobs bieten können. Denn die Menschen ziehen nun mal dorthin, wo es Arbeit gibt. Nicht zuletzt deshalb halten viele Gemeinden Gewerbegebiete vor. In der Hoffnung, Platz anbieten zu können, wenn ein Unternehmer danach verlangt – oder: Betriebe mit günstigen Konditionen locken zu können. In Coppenbrügge sind das nicht nur die relativ niedrigen Quadratmeterpreise für das bereits mit Strom-, Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen erschlossene Land. Unternehmen, die sich hier niederlassen oder vergrößern, können für ihre Projekte obendrein auf Zuschüsse von der Europäischen Union hoffen. Bewilligt werden die, wenn alles passt, von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Hameln-Pyrmont.

Große Firmen anzusiedeln, ist kleineren Gemeinden allerdings nur schwer möglich. Das vereitelt in Niedersachsen das Landes-Raumordnungsprogramm, das größeren Kommunen den Vorzug gibt. Der Versuch, dicke Fische zu ködern, wäre also in kleineren Gemeinden von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der Flecken Coppenbrügge macht da keine Ausnahme. Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka (CDU) hadert seit Jahren damit. Er hofft darauf, dass die nächste Landesregierung in Hannover – welcher Couleur auch immer – die Ansiedlung von Firmen in der Fläche, um Arbeitsplätze und damit Einwohner am Ort zu halten, in einem künftigen Raumordnungsprogramm weniger beschränken wird, als das bisher der Fall ist. Zur zentralistischen Sicht, die die bisherige Praxis prägt, sagt er: „So borniert kann man doch nicht sein.“ Hier sei „zwingend Abhilfe gefordert“.

Doch auch abseits der ganz großen Würfe – unzufrieden ist Peschka mit dem Gewerbegebiet Coppenbrügge Marienau an der B1 aktuell nicht. Von den seit rund zehn Jahren zum Verkauf stehenden ursprünglich insgesamt 10 Hektar Land zwischen den beiden Orten stehen derzeit noch etwa 2,5 Hektar zur Verfügung.

270_0900_53457_lkcs101_Peschka_ist_1707.jpg

Aktuell wollen laut Peschka zwei der fünf bereits ansässigen Unternehmen expandieren: der Container- und Baustoffhandel Figna und die „AKK Industrieservice & Handels GmbH“. Das auf die Reparatur und Wartung von Plattenwärmetauschern spezialisierte Unternehmen plane eine Verdopplung der Betriebsfläche. „Das wird noch einmal die gleiche Größe neben der jetzigen Halle“, sagt der Verwaltungschef. Das Unternehmen habe fast 4000 Quadratmeter Land dazugekauft. Derzeit arbeiteten dort zehn Mitarbeiter; noch einmal die Hälfte könnten dazukommen. „Den Antrag haben wir heute früh abgehakt.“

„So gut wie durch“ sei auch die Baugenehmigung für einen Trockenbauer, der sich zwischen Coppenbrügge und Marienau ansiedeln wolle. Auch dieses Unternehmen brauche fast einen halben Hektar Fläche. An den Verkäufen verdient der Flecken indes nichts. Sie gehören Landwirten. Peschka: „Das ist sehr vorteilhaft für den Flecken, da er nicht langfristig in Vorleistung gegangen ist.“

Der Verwaltungschef ist durchaus zuversichtlich, dass mittelfristig auch die verbleibenden Flächen belegt werden. „Das Gebiet hat einen großen Vorteil: „Die künftige Umgehungsstraße schließt direkt an. Ab 2021/22 können die Lkw direkt drauf. Sie belasten also auch nicht mehr den Verkehr im Zentrum.“

Zu den in Coppenbrügge grassierenden Gerüchten, wonach Edeka und/oder Rossmann mit einer Ansiedlung am Ortsrand liebäugeln (wir berichteten), hält sich Hans-Ulrich Peschka vollkommen bedeckt. Dazu ist dem Verwaltungschef des Fleckens weder eine Bestätigung noch ein Dementi zu entlocken – was die Sache umso spannender macht.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare