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Von der Ernte bis zum Saft und zur Apfelpizza: Kita beteiligt sich an BUND-Aktion „Obstsharing“

Ihre Devise: Naschen ausdrücklich erlaubt

Salzburg/Ockensen/Hameln (sto). Knackige Äpfel auf der Wiese. Knackige Äpfel an Bäumen. Welche zuerst in den Korb sammeln? Am besten die von der Wiese, das geht schneller. Doch 14 Kinderhände, sind sie auch noch so klein, können zupacken. In Windeseile liegen die guten Früchte im Korb. Wirklich nur die guten? Cornelia Hallemann kontrolliert und sortiert einen angefaulten Apfel aus. Bald ist die Wiese „abgegrast“.

veröffentlicht am 01.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

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Nun können die Bäume geplündert werden. „Wer möchte auf die Leiter?“, fragt die Erzieherin. Leland traut sich. Erwachsene Hände halten den Dreijährigen fest, damit er beim Pflücken nicht auf die Wiese neben die faulen Äpfel plumpst. Sein erster „Fang“ wird sofort getestet und für gut befunden. Naschen ist ausdrücklich erlaubt bei der Aktion auf der Salzburg, dem kleinen Örtchen bei Marienau. Dort ist die Kindertagesstätte „Struwelpetra“ aus Hameln kürzlich in den Genuss des „Obstsharings“ gekommen. Das von der BUND-Kreisgruppe Hameln-Pyrmont und der Grafikdesignerin Kerstin Wollenwerber koordinierte Obstsharing hat folgenden Sinn: Gartenbesitzer, die nicht wissen, wohin mit ihrer üppigen Ernte, teilen mit Leuten, die kein eigenes Obst haben. Selberpflücken ist natürlich Voraussetzung.

Anni Dreyer aus dem Örtchen Salzburg hatte dem BUND mitgeteilt, dass sie gern Äpfel loswerden möchte. „Wir haben so viele, dass wir sie gar nicht aufbrauchen können. Es wäre doch schade, müssten sie vergammeln“, betont die Seniorin. Die Kita „Struwelpetra“ nahm das Angebot an und fuhr mit sieben Kindern zur Salzburg, wo viele Körbe Äpfel gepflückt wurden. Auch eine benachbarte Wiese stand den „Erntehelfern“ aus Hameln zur Verfügung. Als Dankeschön waren die Obstspender eingeladen zu einem Picknick mit selbst gebackenen Apfelmuffins aus Hameln.

Die Äpfel wurden dann samt Kindern zur Mosterei Ockensen gefahren. „Wir sind jedes Jahr hier, denn in unserer Kita wird regelmäßig Apfelsaft getrunken“, so Cornelia Hallemann. An dem Obstsharing-Projekt hatte sich der Kindergarten bisher noch nicht beteiligt. Die Früchte stammten bislang aus anderen „Quellen“.

Der Besuch der Mosterei war für die Struwelpetra-Kinder auch diesmal ein spannendes Erlebnis. Den ersten Nervenkitzel gab es schon beim Waschen der Salzburger-Äpfel. „Da ist ein Marienkäfer im Wasser“, rief Tom (5) aufgeregt. Nach erfolgreicher Rettung wurden die Äpfel gewaschen und dann mehrmals gepresst. Während der gewonnene Saft durch Schläuche zum Erhitzen in Kessel geleitet wurde, lud Friedhelm Garbe vom Mostteam die Kinder zur Saftverkostung und zum Probieren der „Apfelpizza“ ein, die aus den Pressrückständen besteht. Dann wurde der heiße Saft in Beutel gefüllt und mit einer Saftbox umhüllt. „Aus unseren selbst gepflückten Äpfeln haben wir 175 Liter Saft gewonnen“, freute sich Cornelia Hallemann. Der jährliche Bedarf in der Kita liegt bei etwa 130 Litern. Die Teilnahme an dem Obstsharing-Projekt hat sich für Struwelpetra in jeder Hinsicht gelohnt.

„Leider war Frau Dreyer bislang die einzige Äpfelanbieterin“, bedauert Thomas Kuper vom Natur- und Umweltschutzzentrum Hameln. Überhaupt werde das Obstsharing in diesem Jahr sehr verhalten angenommen. Wer sein Obst teilen möchte, könne sich bei ihm unter Telefon 05151/13671 melden.

Lene (3), Tom (5), Tjordis (4) und David (4) naschen von der Apfelpizza.

Leland (3) mag Äpfel am liebsten frisch gepflückt.

Fotos: sto



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