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Das Projekt „Szenenwechsel“ ermöglicht Jugendlichen Einblick in soziale Arbeit

„Ich habe mich gebraucht gefühlt“

Oldendorf. Es ist zwar nur ein Treffen in kleiner Runde, aber es gibt sogar einen Zeitplan. Die Diakoninnen Anne Basedau und Andrea Gärtner treffen im Gemeindehaus in Oldendorf letzte Absprachen: Wer spricht den Segen? Wann gibt es Pizza? Dann trudeln 15 Jugendliche ein. Sie sind hier, um über ihre Erfahrungen beim „Szenenwechsel“ zu sprechen. „Szenenwechsel“ ist ein von der Diakonie und der Evangelischen Jugend ausgerichtetes Projekt, das Jugendlichen Einblicke in die sozial-diakonische Arbeit geben soll. In den letzten vier Tagen haben die Jugendlichen in Altenheimen, Kindergärten oder Häusern für Menschen mit Behinderung gearbeitet. Das Erstaunliche daran: Das Praktikum findet mitten in den Osterferien statt, die Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren haben sich freiwillig gemeldet. Dafür blieb ihnen das lästige Schreiben von Bewerbungen erspart. Das sei besonders am „Szenenwechsel“, betont Andrea Gärtner, Diakonin im Gemeindeverband Saaletal: „Das ist eine Chance für die Jugendlichen, sich einfach auszuprobieren.“ Die Praktikumsplätze hatten Andrea Gärtner und Anne Basedau, Diakonin in der Kirchengemeinde Gronau, im Vorfeld organisiert. Das wird jetzt fast schon zur Routine. Zum zweiten Mal fand der „Szenenwechsel“ im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld statt. Und ist bislang ein großer Erfolg, so Gärtner. „Die Jugendlichen, die in die Einrichtungen gehen, machen das mit großer Begeisterung und ohne Berührungsängste.“

veröffentlicht am 13.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:21 Uhr

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Auch für die teilnehmenden Institutionen ist das Projekt ein Gewinn. Wer sich freiwillig für ein Praktikum meldet, noch dazu in den Ferien, ist in der Regel aktiv und engagiert. Im Nachgespräch berichten viele Jugendliche, man hätte sie nach vier Tagen Arbeit gar nicht gehen lassen wollen. Dabei waren die ihnen gestellten Aufgaben anspruchsvoll: Pflegebedürftige Menschen füttern, große Kindergruppen betreuen. Mitunter kamen die Jugendlichen an ihre Grenzen. Was tun, wenn eine demente Person immer unfreundlich ist? Wenn Kinder weinen ohne Grund? „Manchmal wusste ich nicht, was ich machen sollte“, sagt ein Mädchen. Doch solche Situationen sind lehrreich. Am Ende überwiegen die positiven Erinnerungen. „Ich habe mich gebraucht gefühlt“, sagt ein Junge. Eine Teilnehmerin behält die Arbeit im Kindergarten in guter Erinnerung: „Wann darf man nochmal so spielen wie im Kindergarten?“

Zwei Jugendliche, die in einem anderen Kindergarten ihre Praktika gemacht haben, waren sogar auf die Idee gekommen, selbst ein eigenes Projekt zu entwickeln. „Das ist ja genial“, kommentiert Anne Basedau. Zusammen mit den Kindern haben die beiden Mädchen Osterhasen gebastelt. Andere berichten, wie sie den Einsatz eines Krankenwagens erlebt haben oder das Kaffeetrinken mit einer 100-Jährigen.

Alle Teilnehmer erhalten ein Zertifikat über ihren kurzen praktischen Einblick, berichtet Christoph Möller. Anne Basedau und Andrea Gärtner bedanken sich für das frühe Aufstehen und das Engagement: „Es ist großartig, dass ihr eure Ferien hinten angestellt habt.“red



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