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Bergmannseck in Wallensen mit Pavillon und Lore aufgewertet

Humboldt und der Tagebau

Wallensen (gök). In den 60er Jahren schuf der Bildhauer Ernst Schmidtbochum die Bergmannsfigur, die die geschichtliche Bedeutung der Braunkohleförderung in Wallensen und Umgebung widerspiegeln sollte. Allerdings trauten sich die Betreiber der Gewerkschaft Humboldt wohl nicht, die Figur bei der Schließung des Betriebes 1966 aufzustellen.

veröffentlicht am 15.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 18:41 Uhr

Horst Lehmann mit der Lore am neuen Bergmannseck – sogar K
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1968, bei der 900-Jahr-Feier des Ortes, wurde das dann nachgeholt und der Platz am Bergmann offiziell eingeweiht. Nach über 40 Jahren war der Treffpunkt optisch nicht mehr zeitgemäß. Der Heimatverein Dorfkultour hatte sich schon seit längerer Zeit eine Umgestaltung gewünscht. Ziel war es, als Ergänzung auf dem Platz auch auf die Geschichte des Braunkohletagebaus und der Brikettproduktion der Gewerkschaft Humboldt hinzuweisen.

Die Stiftung der Sparkasse Weserbergland und der Ortsrat unterstützten das Vorhaben finanziell. In Klaus Lehmann fand das Team der Dorfkultour um den Vorsitzenden Karl-Heinz Grießner auch einen Fachmann, der kostenlos die neuen Rosenbögen und einen Pavillon aus Metall fertigte. Mithilfe eines Historikers, eines Grafikbüros und einer Druckerei wurden Hinweistafeln zum Braunkohleabbau professionell hergestellt und in dem Pavillon befestigt. Horst Lehmann, den Wallensern und Touristen auch als Tourismusführer in der Gegend bekannt, sponserte unter großem persönlichen Einsatz eine Kohlelore, die er aus einem Silberbergwerk im Harz abholte, da keine Original-Loren der Gewerkschaft Humboldt mehr aufzutreiben waren. Dazu bekam er aber von den jetzigen Besitzern des ehemaligen Braunkohlegebietes die Genehmigung, nochmal ein wenig Braunkohle abzubauen. Mit dieser wurde dann die neue Lore am neuen Bergmannseck in Wallensen gefüllt.

Erfreulich fanden es die Mitglieder der Dorfkultour und die Gäste, dass auch der Sohn des letzten Betriebsleiters, Udo König, bei der Einweihung des Bergmannsecks war und dem Heimatverein einige besondere Fundstücke übergab. So freute sich Grießner unter anderem über 200 Original-Dias, das letzte gepresste Stück Braunkohle und einige originale Tondokumente, die Udo König als Kind noch selbst mit dem Tonband und mithilfe seines Vaters Friedrich aufgenommen hatte. Zum Gesang des Männergesangvereins Wallensen erlebten die zahlreichen Besucher – darunter ehemalige Kumpel – noch einen geselligen Vormittag.

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