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Ockenser helfen bei Sanierung des Dorftreffs

Hohe Kosten treffen Ort „überraschend“

Ockensen (hen). Sie wollen ihren Ortsmittelpunkt um jeden Preis retten: Als der Dorfgemeinschaft in Ockensen bewusst wurde, wie teuer eine Sanierung ihres Gemeinschaftshauses werden würde, haben sich die Vereine zusammengesetzt und überlegt, wer welches Handwerk in Eigenleistung erbringen kann, um die Kosten herunterzuschrauben. Schützenverein „Schwarzer Bär“ Levedagsen-Ockensen, Ockenser Carnevalsverein, Kapellengemeinde, Deutsches Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehr, Gemischter Chor „Eintracht“, Jagdgenossenschaft und Realverband – alle in dem 200 Einwohner zählenden Dorf aktiv – haben ein Schriftstück unterzeichnet, in dem sie erklären, tatkräftig mit anzupacken und so die errechneten voraussichtlichen Kosten in Höhe von rund 73 000 Euro auf 56 000 Euro zu senken. „Das kann man auf einen Tausender nicht festlegen“, sagte Fritz Köhne, der als Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung des Dorfgemeinschaftshauses zur Bauausschusssitzung gekommen war. Die Kosten treffen den Ort „überraschend“, wie Karl-Heinz Grießner (SPD) sagte. Der Ortsbürgermeister forderte eine grundsätzliche Klärung der Frage „Wollen wir das Dorfgemeinschaftshaus erhalten oder nicht?“ ein und kritisierte, die Politik würde ohnehin nur Mängelwirtschaft betreiben. Der Zustand des Gebäudes sei nur eine Folge der jahrelangen unzureichenden Bauunterhaltung: „Da wird uns noch einiges einholen“, prophezeite er. „Das Gemeinschaftshaus muss bestehen bleiben, da sind wir uns alle einig“, bekräftigte Thomas Hampe (Aktive Bürger). Ausschussvorsitzender Karsten Appold (Grüne) gab aber auch zu bedenken, „dass wir auf Haushaltsmittel zugreifen, die wir nicht haben“. Vergleiche mit (nicht erfüllten) Wünschen für andere Maßnahmen wie die Reparatur der Fenster im Gemeinschaftshaus Benstorf seien unzulässig: „Hier geht es darum, dass das Haus einstürzt, wenn wir nichts machen.“ Wenn es keine Unterstützung gäbe, wäre das wiederum kein gutes Signal an die Vereine, befürchtete Erich Weber (SPD), und auch Manfred Roth (SPD) befürchtet, die kleinen Orte würden noch mehr geschwächt, wenn derartige Anlaufpunkte für die Dorfgemeinschaft nicht erhalten werden könnten. Alternativen, so wurde im Ausschuss deutlich, wie Abriss des Hauses und Suche nach einem neuen Quartier, seien bereits geprüft und verworfen worden. Olaf Seifert von der Mosterei Ockensen bietet dem Karnevalsverein vorübergehend in seiner Scheune Unterschlupf, „aber die Schützen kriegen wir dort nicht unter“.

veröffentlicht am 14.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:41 Uhr

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Das im Dorfgemeinschaftshaus durch Braunfäule (Pilz) und Wurmbefall stark beschädigte Fachwerkgebälk im Erdgeschoss wurde zwischenzeitlich freigelegt, um das Ausmaß der Schäden festzustellen. Der hinzugezogene Architekt hat nach Angaben der Verwaltung empfohlen, die Wände im Erdgeschoss komplett abzutragen und auf Fundament hochzumauern, da die tragenden Balken bereits zu stark zerstört seien.

Nicht in der genannten Summe enthalten sind die Kosten für die bereits erfolgte Freilegung des Gebälks in Höhe von bis zu 5000 Euro, die aus dem Budget „Dorfgemeinschaftshäuser“ gezahlt werden sollen. Haushaltsmittel für die Sanierung selbst stehen nicht zur Verfügung.

Parallel zu der Zusage durch die Vereine wird von der Verwaltung die Möglichkeit der Förderung aus „Leader“-Mitteln geprüft. Nicht einverstanden zeigte sich der Ausschuss mit dem Deckungsvorschlag, für die überplanmäßigen Aufwendungen könnten zunächst die in diesem Jahr nicht mehr benötigten Mittel aus der Bauunterhaltung für das Hallenbad herangezogen werden – Horst Wichmann (CDU) nennt das „abenteuerlich“.

Denn die Mittel für die Sanierung des Hallenbades sollten „bei Realisierung der erwarteten Steuermehreinnahmen zum Jahresende“ wieder freigegeben werden. Das war allerdings allen Beteiligten zu unsicher.

Das Fachwerkgebälk im Erdgeschoss des Dorfgemeinschaftshauses ist durch Braunfäule und Wurmbefall stark beschädigt.Foto: gök



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