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Den „Eternal Flames“ kann selbst fehlende Akustik nichts anhaben

Hochkarätiges auf dem Dorf

Marienau. Es ist Halbzeitpause beim Oktoberevent im Marienauer Dorfgemeinschaftshaus. Da sind traditionell Schmalzbrot und Käsespieße Standard, was zum Ambiente passt – auch wenn die Veranstaltung alles andere als Standard ist. Helga Lehmann (75) und Erna Thielke (82) aus Marienau sind wie die anderen Besucher beim Konzert der acht Eternal Flames unter der Leitung ihres „Häuptlings“ Ted Adkins, mit Jürgen an der „Mische“ und Holger Pohl am Klavier, entzückt über den Auftritt in der Provinz, „...das haben die doch gar nicht nötig“. Diese Stimmen und Arrangements gehen durchs Ohr unter die Haut und machen auch dort längst nicht halt, sondern lassen selbst innerste Körpergefilde vibrieren. Schwung zum letzten Jahresquartal wollte die Dorfgemeinschaft ihren Besuchern bieten, Spaß sollte man haben, für einen Abend einfach mal die Seele baumeln lassen, sagt Fritz Bretzing – aber es wird viel mehr. Auf einen Hauch hatte man gehofft, auf eine atemberaubende und stimmgewaltige Brise Broadway mit Musical- und Filmmelodien, Pop, Gospel und Spiritual, Jazz und Dixieland, Swing der 20er, Hitparaden- und Beatclubclimber der 50er und 60er Jahre, Mainstreamhits und Chartstürmer war man nicht wirklich gefasst. Bereits fünf Minuten nach Konzertbeginn ist die Begeisterung des Publikums kaum noch zu toppen. Da wird ausgelassen gewippt, geschnippt, geklatscht, wo noch Platz ist getanzt, dann wieder hingebungsvoll mit geschlossenen Augen genossen. Kurz: Von Haar- bis Fußspitzen wird in Nostalgie, Erinnerungen und Bewunderung nie geahnter und überwältigender Stimmqualitäten geschwelgt.

veröffentlicht am 03.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

Anrührend: Annika Großer und Ted Adkins im Duett. Foto: ist

Autor:

Ingrid Stenzel
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Der bis zum letzten Platz gefüllte Saal im Dorfgemeinschaftshaus bebt in so nie Erlebtem. Keine Location mit Glitzerglamour, die schon beim Betreten Außergewöhnliches erwarten lässt, aber gerade deshalb die außergewöhnliche Klasse der Eternal Flames beweist, denen fehlende Akustik, Lasershow oder Bühnendeko schnuppe sind. Fazit: Eine hinreißend explosive und facettenreiche Show braucht nicht die Stars aus New York oder London; Herzensengagement und von Adkins gefördertes Talent der Amateure aus Velber oder Lehrte bei Hannover müssen sich nicht hinten anstellen. Die „Flames“ im Marienauer Dorfgemeinschaftshaus: ein Volltreffer mit Ovationen bei zahlreichen Zugaben und dem Versprechen auf ein Wiedersehen in zwei Jahren.

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