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Junge Leute aus der Jugendwerkstatt unterstützen Lebensmittelausgabe / Einsatz auch nach Feierabend

Hilfe für die Bürgerhilfe – Anruf genügt

Lauenstein (sto). Mit einer Kiste voller Möhren und Zucchini in den Händen betritt André den „Laden“ der Bürgerhilfe. Sascha schleppt einen dicken Kürbis zu einem Tisch. Dominic sucht Platz für Salatköpfe. Das „Geschäft“ läuft bestens. Die Regale sind gut gefüllt mit verpackten Lebensmitteln aller Art. Das Obst und das Gemüse, das die drei jungen Männer gerade gebracht haben, muss erst noch in einem Nebenraum sortiert werden.

veröffentlicht am 14.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:21 Uhr

Sascha, Dominic, Katrin Bonell, André und Helga Jonas (von links
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Katrin Bonell, Helga Jonas und die anderen Helferinnen haben alle Hände voll zu tun. Wenn die „Tafel-Kunden“ kommen, muss auch das Grünzeug zum Mitnehmen bereit sein. Gut, dass die „Jungs“ da sind. „Sie sind unsere Notfallversorgung in Spitzenzeiten“, sagt Katrin Bonell humorvoll. Sozusagen, die Männer, die im Falle eines Falles einspringen. Immer dann, wenn Helferinnen oder Helfer des Vereins ausfallen, sind sie zur Stelle. Ein „Hilferuf“ in der Jugendwerkstatt Oldendorf genügt, um ihnen Bescheid zu geben. Dort nämlich absolvieren die jungen Leute eine Ausbildung. Wenn sie in der Bürgerhilfe gebraucht werden, tauschen sie mal eben ihren Arbeitsplatz. Aber auch nach Feierabend helfen sie gern aus. Mit Mitarbeitern der Bürgerhilfe fahren sie dann zu den Geschäften und Supermärkten, um die gespendeten Lebensmittel zu holen.

„Die ehrenamtliche Arbeit der jungen Leute in der Bürgerhilfe ist mit der Arbeitsagentur abgesprochen“, sagt Katrin Bonnel. Sie hat mit den Jugendlichen gleich in „Personalunion“ zu tun – einmal als Leiterin der Jugendwerkstatt, zum anderen als Vorstandsmitglied der Bürgerhilfe. Als es im vergangenen Sommer einen „Helfer-Engpass“ gegeben habe, sei die Idee mit der Notfall-Versorgung entstanden. Der Einsatz der jungen Leute sei ein pädagogisch interessantes Experiment gewesen. „Wir freuen uns, dass es funktioniert“, sagt Katrin Bonell. Da die Arbeit ein bisschen mit der richtigen Arbeitswelt zu tun habe, lernen die Jugendlichen nebenbei, sich zu behaupten und mit fremden Personen zu kommunizieren. „Das stärkt die Persönlichkeit“, betont die Leiterin der Jugendwerkstatt.

In erster Linie helfen die jungen Leute, zu denen auch Kathrin Schunke aus der Jugendwerkstatt gehört, beim Abholen und Sortieren der Lebensmittel. „Es ist ein schönes Gefühl, hier mitarbeiten zu können, denn es macht Spaß, vermittelt neue Eindrücke und Erfahrungen“, sagt Dominic Linnenbrügger (18), der in der Jugendwerkstatt eine Ausbildung zum Maler absolviert. Die Salzhemmendorfer Tafel findet er „einfach genial“.

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Sascha Priese nickt. Auch ihm gefällt es bei der Bürgerhilfe. „Man kennt sich inzwischen und weiß, was man zu tun hat“, sagt der 21-jährige Maler-Azubi. Die Tafel findet er sehr „hilfreich“. Dass er mit seinem Einsatz ein wenig zur Versorgung beitragen kann, bedeutet ihm viel. Und was meint André Thäsler? „Auch ich helfe hier sehr gern mit. Es ist ein neues Miteinander“, sagt der 20-Jährige, der in der Jugendwerkstatt eine Ausbildung zum Gärtner absolviert.

Die Bürgerhilfe wurde im Rahmen einer Kooperation zwischen der Freiwilligenagentur, der Akademie Überlingen (Standort Lauenstein) sowie der Jugendwerkstatt Oldendorf im Februar 2009 gegründet. Die Lebensmittelausgabe erfolgte zunächst in einem Haus in Salzhemmendorf. Vor einigen Monaten ist die Bürgerhilfe umgezogen in den Industrie- und Gewerbepark Lauenstein. „Derzeit haben wir etwa 55 Stammkunden, die sich regelmäßig ihre Lebensmittel bei uns gegen Vorlage eines Berechtigungsscheins und eines Kostenbei-trags von einem Euro abholen“, so Katrin Bonell.

Die Lebensmittel werden vorwiegend gespendet von Geschäftsleuten und Supermärkten. Nach dem Erntedankfest seien darüber hinaus Kürbisse und andere Früchte, mit denen die Altäre der Kirchen geschmückt waren, abgegeben worden. Im Juni wurde das Lebensmittelangebot erweitert um einen Kleiderladen mit gebrauchter Ware. „Wir haben viele Kleiderspenden aus der Bevölkerung bekommen“, sagt Magdalene Kassel. Gut erhaltene Kleidung sei stets willkommen.

Die Lebensmittelausgabe erfolgt immer am Freitag von 10 bis 12 Uhr. Der Kleiderladen hat geöffnet am Donnerstag von 15 bis 17 Uhr sowie am Freitag von 10 bis 12 Uhr.

Nach den Erntefesten wurden viele Kürbisse bei der Bürgerhilfe abgegeben. Sascha (rechtes Foto) räumt ihn ins Regal. Auch Dominic (li.) bringt frisches Gemüse.



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