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Auf der Suche nach Widererkennungsmerkmal für den Flecken Salzhemmendorf

Henneke-Knecht als Regional-Marke?

SALZHEMMENDORF. Der Fachausschuss für Kultur und Tourismus sucht nach einem unverkennbaren Widererkennungsmerkmal, um den Tourismus in Salzhemmendorf anzukurbeln - ähnlich wie der Baxmann in Hessisch Oldendorf. Nun soll geprüft werden, ob sich dafür die Figur der Henneke-Knecht eignet. Denn bereits rund 200 Jahren wurde die Landschaft um Lauenstein scherzhafterweise auch „Henneke-Knechts-Land“ genannt.

veröffentlicht am 22.11.2017 um 15:02 Uhr
aktualisiert am 22.11.2017 um 19:45 Uhr

Die einzige Abbildung vom Henneke-Knecht gibt es auf diesem Druck des plattdeutschen Liedes aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Archiv
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Der Frage, wie der Tourismus in Salzhemmendorf in der Werbung ein noch unverkennbareres Widererkennungsmerkmal erhalten könnte, ging der Salzhemmendorfer Fachausschuss für Kultur, Tourismus und dörfliches Leben in seiner jüngsten Sitzung nach. In diesem Zusammenhang machte Ausschuss-Vorsitzender Karl-Heinz Grießner den Vorschlag, für Salzhemmendorf nach einer Identifikationsfigur – ähnlich dem Baxmann in Hessisch Oldendorf oder dem wilden Jäger Hackelberg im Solling – zu suchen. Nun soll in Salzhemmendorf geprüft werden, ob sich dafür die Figur des Henneke-Knecht eignet.

Denn bereits rund 200 Jahren wurde die Landschaft um Lauenstein scherzhafterweise auch „Henneke-Knechts-Land“ genannt. Das berichtet hannoversche Bibliothekar Daniel Eberhard Baring in seiner 1744 erschienenen„Beschreibung der Saale im Amt Lauenstein“. Diese sogenannten „Saalechronik“ ist einer der ältesten gedruckten Berichte über Oldendorf. Baring - er hatte familiäre Wurzel in Wallensen und Salzhemmendorfer – schreibt, dass auf den Strassen, bei Zusammenkünften, in den Häusern von Gross und Klein das Henneke-Knecht-Lied gesungen wurde. Es gab auch Parodien, bei denen es hiess „To singen na der Wiese Henneke-Knecht, was wult du dohn?“. Sogar eine lateinische Übersetzung wurde von Baring in seinem Buch „Die Beschreibung der Saale“ aufgenommen.

Doch wer war dieser Protagonist plattdeutscher Dichtung? Wer war Henneke-Knecht? Die Forschung geht heute davon aus, dass es vermutlich ein Edler, vielleicht ein Rittmeister war, der aus dem damaligen Amt Lauenstein stammte und als Reiter bei einem Regiment des Herzogs Georg Wilhelm von Celle dem Kaiser bei dem Kampf gegen die Türken gedient hatte. 1665 erschien unter dem Titel „Des Edelen Hennecke von Lauenstein“ ein Büchlein, in dem es heisst: „Ich bin zwar nichts mehr als ein Reuter, ich halte mich aber so gut als ein Edelmann.“ Als Geburtsort werden Lauenstein, Ockensen und Thüste genannt. Im Saaletal ist dann die Dichtung von Hennecke Knecht entstanden, ein Lied mit 14 fünfzeiligen Versen, , das erzählt, wie Hennecke nicht mehr Knecht im Calenbergischen bleiben wollte, sondern nach Bremen ging, um ein Seefahrer und Krieger zu werden.

Hier die kurzgefasste Inhaltsangabe des Liedes: Hennecke will nicht mehr bei einem Bauern als Knecht dienen, rüstet sich als Kriegsmann mit Schwert, Armbrust und Köcher aus, wandert nach Bremen und heuert bei einem Schiffer an. Aber als er auf die See kam, merkte er schnell, dass das nicht so recht sein Ding ist – er wollte so schnell wie möglich wieder zurück nach Hause.

Wer ist Hennecke Knecht?

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