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SPD regt Debatte über Schließung an – Mehrheitsgruppe lehnt jedoch ab und will investieren

Hat die Schule Bisperode eine Zukunft?

Coppenbrügge. Die Bevölkerungszahl im Flecken Coppenbrügge nimmt kontinuierlich ab. Im letzten Jahr wurden nur noch 50 Kinder geboren – lässt man mögliche Zu- und Wegzüge unberücksichtigt, bedeutet dies gleichzeitig, dass es im Jahr 2019 auch nur 50 Schulanfänger geben wird. Es sei eher fünf nach als vor zwölf, mahnte deshalb Hartmut Greve (SPD) in der Sitzung des Ausschusses für Bauwesen und Umweltschutz, man müsse aus pädagogischen Gründen und in Zeiten knapper Finanzen den Mut zur Frage nach der Zukunft des Schulangebots im Flecken haben. Dabei könne auch die mögliche Schließung einer der beiden Grundschulen nicht ausgenommen werden.

veröffentlicht am 15.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Die von Bauamtsleiter Jürgen Krückeberg vorgestellten anstehenden Brandschutzmaßnahmen mit entsprechend kostenintensiven Investitionen in den beiden Coppenbrügger Grundschulen (wir berichteten) seien fraglos sehr notwendig, aber nur dann, wenn nicht – wie im Flecken – deutlich absehbar sei, dass über kurz oder lang Räumlichkeiten im Überfluss leer-stünden. „Dann wird Brandschutz zum Verbrennen von Geld, das der Kommune an allen Ecken und Enden fehlt.“ Greves Kalkulation: Schon in diesem Jahr werden laut vorgestelltem Haushaltsplan nur zirka 50 Erstklässler im Flecken eingeschult. Abzüglich von nur einem Minimum von fünf Kindern für die neue Freie Schule, die zum Schuljahrsbeginn mit 30 Schülern an den Start geht, „sind wir bei einem Grundschuljahrgang von 45 Kindern, also zwei Klassen. Sollen unsere Grundschulen mit erheblichem Finanzaufwand einzügig fahren?“. Auch wenn, wie verwaltungsseitig vorgeschlagen, die geplanten Brandschutzmaßnahmen für die Grundschule Bisperode in Höhe von jetzt angesetzten 65 000 Euro auf 2015 verschoben werden, sei nicht absehbar, ob es bei dieser Summe bleiben würde. Greve stellt den Antrag, diese Brandschutzinvestitionen bis zur Vorlage konkreter Planungszahlen mit einem Sperrvermerk zu versehen. „Bei 17 Millionen Euro Schulden können wir es uns nicht leisten, Geld zu verbrennen.“ Der SPD-Antrag wurde durch die Stimmen der CDU/FDP-Mehrheitsgruppe abgelehnt, der Brandschutz der Coppenbrügger Grundschulen ist damit in zwei Jahresabschnitten 2013/14 umzusetzen, stellte Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka fest.

Überlegungen hinsichtlich einer Grundschulschließung weist er zurück. „Wir alle im Rat wissen um die Bedeutung und den Wert unserer Schulen im demografischen Wandel, der sich nicht immer nur im vordergründig Finanziellen messen lässt.“ Peschka erinnert an die in den letzten Jahren mit selten überzeugter Ratseinigkeit beschlossenen Investitionen in beide Schulen als zweizügiges, familienfreundliches Bildungsangebot für die Jüngsten mit Attraktivität für Zuzügler. „Verwaltung und Schulleitungen stehen in intensivem Gesprächskontakt und werden gemeinsam die weitere Entwicklung sowohl hinsichtlich Bedarfsplanung und Raumkonzepten als auch zur Einsparung von Brandschutzinvestitionen erörtern.“ Das Ergebnis soll den politischen Gremien in den nächsten Monaten vorgestellt werden. Denkanstöße seien natürlich erlaubt, so Andreas Voß, Ortsbürgermeister von Bisperode – die „Forderung vom Ratskollegen Greve“ habe er gleichwohl „mit Erschrecken“ zur Kenntnis genommen. „Solange es irgendwie möglich ist, sollten wir alle versuchen, beide Standorte zu erhalten.“ Die Schließung der kleineren Grundschule in Bisperode bedeute ohne Zweifel den Todesstoß für den Ort.



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