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Ekkehard Domning will Bürgermeister von Coppenbrügge werden – und sieht in seiner Außenseiterrolle auch Vorteile

Grün, aber kein Missionar

COPPENBRÜGGE. 34 Kilometer liegen laut Google Maps zwischen Coppenbrügge und Hildesheim. Eigentlich keine Weltreise, doch für einen Bürgermeisterkandidaten schon ein Abstand. Aber das muss nicht so bleiben …

veröffentlicht am 16.05.2019 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 16.05.2019 um 18:16 Uhr

Ekkehard Domning in seinem Haus in Hildesheim. Es ist schmal, aber gemütlich. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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In Hildesheim wohnt Ekkehard Domning, der Kandidat der Grünen für das Amt des Coppenbrügger Bürgermeisters. Das schmale Wohnhaus von Domning ist unscheinbar. Es liegt Wand an Wand zwischen anderen schmalen Häusern an einer viel befahrenen Straße mitten in der Hildesheimer Nordstadt; einem multikulturellen Stadtteil. Hier wohnt Domning mit seiner Frau. Die beiden Kinder sind bereits ausgezogen und studieren. Allein ist das Ehepaar deswegen trotzdem nicht. Schon seit Jahren beherbergen sie immer wieder junge Menschen aus der ganzen Welt als Austauschschüler. „Wir haben es als eine Bereicherung erfahren“, sagt Anette Domning. Aktuell sind die beiden dabei, ihr Haus zu renovieren. Hier und da gucken ein paar Kabelleitungen aus der Wand, dafür macht der erneuerte Eichendielenfußboden in der Küche den kleinen Raum gemütlich. „Wir wären niemals in ein Neubaugebiet gezogen“, sagt Ekkehard Domning. „Wir wollten immer ein Haus mit Geschichte haben.“ Trotzdem würden die beiden den Schritt gehen und nach Coppenbrügge ziehen, wenn Domning die Wahl am 26. Mai gewinnen sollte. „Das ist kein Job, den man machen kann, indem man Freitagsnachmittags seine Rufumleitung einschaltet“, sagt der Herausforderer mit der Außenseiterrolle und macht damit noch einmal mehr als deutlich, dass er es ernst meint mit seiner Kandidatur. Er will den Wählern eine glaubhafte Alternative zu dem amtierenden Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka geben, der bereits seit 2004 im Amt ist, wie er sagt. Die Außenseiterrolle könne auch Vorteile haben, unterstreicht Domning. Aus dieser Position heraus sei er nicht betriebsblind, sondern habe den Blick von außen.

Bei seinen Kennenlernspaziergängen durch die Ortsteile von Coppenbrügge war er beeindruckt von den Strukturen, die es dort gibt und dem, was die Einwohner selbst auf die Beine gestellt haben, erzählt der Bürgermeisterkandidat. Diese Kennenlernspaziergänge waren von Domning bewusst als freies Angebot an alle Einwohner in der Gemeinde gerichtet. „Von oben runter, nutzt überhaupt nichts“, meint er.

Domning will Prozesse in Gang bringen und Diskussionen führen. Man dürfe aber auch nicht beleidigt sein, wenn die Dinge nicht so laufen, wie es einem gefällt. Dabei spricht er aus kommunalpolitischer Erfahrung, die er bereits über die vergangenen acht Jahre (seit 2011) als Bürgermeister der Hildesheimer Nordstadt sammeln konnte. Der Stadtteil hat mit über 10 000 Einwohnern deutlich mehr als der Flecken Coppenbrügge (etwa 7000 Einwohner).

Seit 1984 ist Domning bei den Bündnisgrünen und habe auch nie Zweifel gehabt, dort richtig zu sein, sagt er. Trotzdem sei er aber auch kein Missionar. „Ich würde nicht versuchen, den Rat mit 100 Prozent grünen Vorlagen zu fluten.“ Aber Anregungen wolle er geben und Spielräume in der Verwaltung nutzen; beispielsweise, wie die Flächen der Gemeinde ökologisch genutzt werden könnten, oder überlegen, wie Frauen besser positioniert werden. Dass die angespannte Finanzsituation der Gemeinde die Spielräume einschränkt, weiß Domning: „Ich werde den Teufel tun und jetzt goldene Wasserhähne versprechen.“

Sein Beruf als Softwareentwickler zeichnet ihn als analytischen Menschen aus, aber er suche auch nach kreativen Lösungen, meint Domning. Außerdem habe er keine Angst, Fehler zu machen. „Nur durch Fehler kommt man an Grenzen und nur durch Grenzüberschreitung kommt man weiter“, erklärt er.



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