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Mahnende Worte zum politischen Aschermittwoch / Auszeichnungen für vorbildliches ehrenamtliches Engagement

Grießner: „Finanziell ist es zehn nach zwölf“

Lauenstein. Für Karl-Heinz Grießner (SPD) sollte es als stellvertretender Gemeindebürgermeister beim politischen Aschermittwoch nur ein kurzer kommunalpolitischer Streifzug durch den Flecken Salzhemmendorf werden. Doch für die rund 200 Gäste im Lauensteiner Okal-Café aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung war Grießners Vortrag durchaus spannend und informativ. Denn neben dem Blick zurück und dem Hinweis, dass es wegen der angeschlagenen Haushaltslage in Salzhemmendorf nicht fünf vor zwölf, sondern eher zehn nach zwölf ist, gab es einige Neuigkeiten.

veröffentlicht am 07.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Christian Göke
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Grießner nahm nämlich auch Stellung zu drei aktuellen Themen. Die geplante Stromtrasse „SuedLink“ der Firma Tennet etwa erhitzte auch am Abend in Lauenstein die Gemüter. Denn für die Aussage, dass es für die geplante Trasse absolut keine Zustimmung in der Gemeinde gebe, erntete er kräftigen Applaus. Grießner forderte hier unter anderem ein offenes Informationsgespräch, das etwa im Forum der KGS Salzhemmendorf stattfinden könnte. „Warum soll man im Norden die Zeche dafür zahlen, dass die Arbeitsplätze im Süden sind? Die Wirtschaft zieht schon dahin, wo günstige Arbeitsplätze sind“, bezog er klar Stellung. Aber auch dem geplanten Ausbau der Löhner Bahn konnte Grießner nicht viel Positives abgewinnen. Schwerer Güterverkehr auf dieser Bahnstrecke sei schlicht nicht akzeptabel, da die Gemeinde davon außer Belastungen überhaupt nichts habe. Vielmehr sollten die Einbeziehung des schienengebundenen Personenverkehrs in den hannoverschen Großraumtarif und eine gute Vernetzung der Buslinien gefördert werden.

Auch den bevorstehenden Ausbau der Bundesstraße 1 im Bereich Coppenbrügge bewertete er kritisch. Es sei zu befürchten, dass der zunehmende Schwerlastverkehr sich künftig auch durch Hemmendorf, Oldendorf und Benstorf quäle. Auch hier sollte man über Ortsumfahrungen nachdenken. Großes Schweigen herrschte im Saal, als Grießner die finanziellen Schwierigkeiten der Gemeinde ansprach. Seit Jahren schon kämpfe die Gemeinde mit strukturellen Defiziten und wünsche sich von Land und Bund Finanzmittel, die man etwa in die Finanzierung der Kindertagesstätten stecken könnte. Die Kindertagesstätten schlügen im laufenden Haushalt mit fast 1,2 Millionen Euro zu Buche. Ohne diese Kosten wäre das Defizit von knapp 700 000 Euro im gesamten Haushalt nicht vorhanden und man müsste nicht über Kürzungen von freiwilligen Leistungen diskutieren, die mittlerweile auch das Leben in den Ortsteilen beeinflussen würden. Vor dem traditionellen Essen von Matjes und Pellkartoffeln standen die Ehrungen für ehrenamtliches Engagement im Mittelpunkt.

Den Anfang machte mit seiner Laudatio Michael Fürst als Vorsitzender des jüdischen Landesverbandes, der Bernhard Gelderblom aus Hameln für sein ehrenamtliches Engagement über die historische Aufarbeitung des jüdischen Lebens ehrte. Von seinen acht veröffentlichten Büchern beschreibt das letzte Buch das Leben der Juden im Flecken Salzhemmendorf.

Dr. Olaf Grohmann war es schließlich, der fünf sehr aktive Menschen aus der Region für ihr Engagement in den Heimatvereinen und in der Heimatgeschichte ehren durfte. Wilfried Frenke aus Lauenstein, Friedhelm Roloff aus Wallensen, Manfred Gaide, Jürgen Seidel und Werner Wallossek aus Benstorf durften die Ehrungen entgegennehmen.

Der Schlusspunkt war dem „Mr. Handball“ der Region vorbehalten. Viele Zuhörer zeigten sich überrascht, was Dieter Georgi noch neben der Förderung des Handballs in Salzhemmendorf geleistet hat. Benefizaktionen für die Kinder von Brjansk oder aber der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Hemmendorf waren dabei Meilensteine für den Vorsitzenden der Hemmendorfer Kulturgemeinschaft.

Bevor schließlich Musiker Thomas Hunze ordentlich in die Tasten griff und zum Tanzen motivierte, unterhielt noch Michael Schürkamp mit seinem Puppentheater als „Master Me“, unter anderem mit „Opa Oskar“ kurzweilig und launig die Gäste. Das Publikum belohnte ihn mit großem Beifall.

Eine Fotogalerie zum politischen Aschermittwoch in Lauenstein ist im Internet unter www.dewezet.de zu finden.

Skurriles Paar: „Master Me“ (Michael Schürkamp) und „Opa Oskar“. Der Puppenspieler sorgt für amüsante Kurzweil nach dem traditionellen Heringsessen. gök



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