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IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim lädt Politiker zur Diskussion über auskömmliche Rente ein

Gordischen Knoten nicht zerschlagen

LAUENSTEIN. Das Interesse war groß: Bis auf den letzten Platz war der Saal im Naturfreundehaus in Lauenstein, in den die IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim eingeladen hatte, gefüllt.

veröffentlicht am 03.08.2017 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 03.08.2017 um 19:40 Uhr

Gaben Stellungnahmen zur Rente (v.li.): Jutta Krellmann, Michael Vietz, Klaus-Peter Wennemann, Ute Michel und Johannes Schraps. Foto: Wal
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Zumeist waren Interessierte im Rentenalter erschienen, aber auch IGM-Mitglieder aus umliegenden Betrieben hatte das Thema „Mehr Rente - Mehr Zukunft“ an den Ithhang gelockt. Gespannt auf das Podium, auf dem die MdBs Jutta Krellmann (Linke), Michael Vietz (CDU) und die BundestagskandidatenUte Michel (Grüne), KLaus-Peter Wennemann (FDP) sowie Johannes Schraps (SPD) zu Rede und Antwort saßen, dürften die meisten Zuhörer aber so ratlos gegangen sein, wie sie gekommen waren.

Denn die Frage, wie auch in Zukunft eine auskömmliche Rente für alle gesichert werden und Altersarmut verhindert werden kann, konnte keiner der Politiker stichhaltig beantworten. Und so blieb denn der gordische Knoten bis zum Ende dieser ersten Wahlkampf-Podiumsdiskussion im Landkreis unzerschlagen; auch wenn der verärgerte Vorwurf aus dem Publikum, von der referierenden Politiker-Bank würden „ Nebelkerzen geworfen, die nur verwirren“, denn doch etwas hart gewesen sein mag.

Denn das Problem ist – nicht nur jetzt vor den Wahlen – beängstigend und dürfte vielen im Rentenalter hautnah im Nacken sitzen, wie Mathias Neumann, der zweite Bevollmächtigteder IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim eingangs deutlich machte. Doch die IG Metall fordert eine finanzierbare gesetzliche Altersrente, die nicht direkt in die Altersarmut führt. In der Rentenpolitik müsse deshalb eine Trendwende eingeleitet werden, so Neumann. Wie diese aussehen könnte, sollten die Politiker auf dem Podium erläutern, um so den Anwesenden unter der Moderation von Hans-Joachim Stracke-Faita eine Empfehlung auf ihrem bevorstehenden Urnen-Gang zu geben.

Einigkeit herrschte dann bei der Diskussion nur in einer Erkenntnis: „Die Riester-Rente ist ein Schuss in den Ofen gewesen.“ Dann aber gingen die Argumentationen auseinander: So erklärte Michael Vietz für die CDU, seine Partei halte das Ergebnis der jüngsten Rentenreform in seiner jetzigen Ausformulierung, die ein Absinken der derzeitigen Rente von 48,2 Prozent bis auf 43 Prozent möglich macht, für den Zeitraum bis 2030 für tragfähig. Johannes Schraps forderte indes für die jüngere Generation, dass die Rentenfinanzierung so zu sichern sei, dass die Jüngeren nicht übermäßig belastet werden; grundsätzlich sei bei der Renten- daher die Arbeitsmarktentwicklung im Auge zu behalten, formulierte Schraps einen SPD-Standpunkt.

Für massive Veränderungen machte sich Ute Michel von seiten der Grünen stark: Sie plädierte für eine Bürgerversicherung, da man „allein mit einer Erhöhung der Rentenbeiträge nicht weiterkommt.“ Grundsätzlich, so Michel, wollen die Grünen das Rentenniveau nicht weiter sinken lassen. FDP-Mann Wennemann teilte zwar die Ansicht über das Scheitern von Riester, sprach sich aber grundsätzlich für eine ergänzende private Altersvorsorge aus. Denn was im Umlagesystem derzeit zu reparieren versucht werde, sei nur kleinstes Flickwerk.

Als einen „Fehlschlag“ bezeichnete Jutta Krellmann das Drei-Säulen-Modell der Rente. Man müsse sich vielmehr auf eine Säule konzentrieren und die gesetzliche Rente sicher machen, so die linke Bundestagsabgeordnete. Nur so sei eine auskömmliche Rente sicher zu stellen, ist sie sich gewiss.



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