weather-image
26°
Erinnerung an Handwerkstradition

Glasstelen gehören nun den Salzhemmendorfern

SALZHEMMENDORF. Am hannoverschen Hof trank man natürlich aus „Lauensteinern“. So wurden die fein gearbeiteten Produkte der Osterwalder Glashütte genannt, die zwischen 1768 und 1827 gefertigt wurden. Die bei der Glasherstellung als Brennmaterial verwendete Steinkohle kam aus dem nahen Hüttenstollen.

veröffentlicht am 25.01.2018 um 16:10 Uhr
aktualisiert am 25.01.2018 um 17:50 Uhr

Erinnern an die Glashütten-Tradition im Raum Salzhemmendorf (v. li.): Hans-Dieter Kreft (Verein zur Förderung des Bergmannswesens Osterwald), Hermann Wessling (Forum Glas e.V.), Clemens Pommerening (Bürgermeister) und Michael Pauleßen (Fachdienst Zen

Autor:

Hans Siedler
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Später wurde von den Glasmachern in Osterwald, Oldendorf und Hemmendorf Ware für den Massenmarkt produziert; Glashütten gab es in der Umgebung zudem in Münder, Klein Süntel und Steinkrug. Auf Initiative des Vereins Forum Glas aus Bad Münder wurden im Jahr 2010 gemeinsam mit dem Verein zur Förderung des Bergmannswesens Osterwald drei kulturtouristische Glasstelen zu den Glashüttenstandorten Hemmendorf, Osterwald und Oldendorf angefertigt und aufgestellt. Die Eigentumsrechte sind jetzt vom Forum Glas auf den Flecken Salzhemmendorf übertragen worden. Damit ist der Flecken fortan auch für die Pflege der Objekte zuständig.

Die drei Glasstelen wurden 2010 im Rahmen eines Leader-Projektes von der Europäischen Union und auch durch den Flecken Salzhemmendorf finanziell gefördert. Sie gehören zu den sieben Stationen des Glasstelenpfades der Region Deister-Süntel-Osterwald. Als kulturgeschichtliche markante Punkte im regionalen Wandernetz dienen die Stelen zur Information und Erinnerung. Sie zeigen die Geschichte und Bedeutung der nahezu 400-jährigen Glastradition im nördlichen Gebiet des Weserberglandes und insbesondere des weltweit bekannten „Lauensteiner Glases“.

Das Forum Glas wurde 2006 gegründet. Ziel ist es, die Tradition der Glasherstellung in der Region den Menschen bewusst und im Ortsbild sichtbar zu machen. So kam es zur Idee der Glasstelen, die in Text und mit historischen Fotos Einwohner und Besucher informieren, was die Handwerker dort über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte produziert haben.

Information

Gals aus Osterwald

Die Glashütte Osterwald hatte bis Anfang des 19. Jahrhunderts rund 10 bis 20 Mitarbeiter. Nachdem die Handwerker um 1840 von feinen Trinkgläsern auf die massenhafte Herstellung von Flaschen umgeschwenkt waren, gab es zeitweise Arbeit für 65 Köpfe. Der Erfolg und die vor Ort verfügbare Steinkohle begünstigte die Gründung der Glashütten in den Nachbarorten Oldendorf und Hemmendorf. Die Bezeichnung „Lauensteiner Glas“ bezieht sich auf das Gebiet des Amtes Lauenstein. red

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare