weather-image
Im März werden Vorstände gewählt

Generationswechsel in der evangelischen Kirche

HILDESHEIM/ALFELD/ELZE. Mirko Peisert hatte schwarz gesehen. Der Hildesheimer Superintendent fürchtete, dass mehrere Gemeinden seines Kirchenkreises nicht genügend Kandidaten für die Kirchenvorstandswahl finden würden. Doch es ist gut gelaufen

veröffentlicht am 08.02.2018 um 17:35 Uhr

Die Superintendenten Christian Castel, Katharina Henking und Mirko Peisert sind zufrieden mit der Kandidatenzahl für die Kirchenvorstandswahl. Foto: pr/Neite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Auch seine Kollegen Katharina Henking und Christian Castel in Alfeld und Elze waren besorgt. Inzwischen ist die Frist zur Kandidatensuche abgelaufen – und die Kirchenvertreter stellen fest, dass es fast überall funktioniert hat. Bis auf je eine Gemeinde in den Kirchenkreisen Hildesheim-Sarstedt und Hildesheimer Land-Alfeld sind allerorten ausreichend viele Aspiranten für die Wahl am Sonntag, 11. März, zusammengekommen.

Die Leitung der evangelischen Gemeinden wird zum großen Teil von ehrenamtlichen Kräften getragen. Hier hat ein Generationswechsel eingesetzt. „Wir werden viele hochverdiente langjährige Kirchenvorstände verabschieden. Das ist mir so geballt noch nicht begegnet“, betont Henking. Ein großer Teil sei inzwischen Ende 60 oder über 70 Jahre alt und wolle sich nicht für weitere sechs Jahre binden, erklärt Christian Castel. „Von dieser Generation haben viele gesagt: ,Jetzt müssen mal Jüngere ran.’“

Die Jüngeren müssen allerdings erst einmal gefunden werden. „Sich zur Wahl zu stellen, ist ein öffentliches Bekenntnis zur Kirche. Das ist ganz hoch zu schätzen – weil es nicht mehr selbstverständlich ist“, meint Peisert. Sie habe hohen Respekt für die Gemeinden, die bis zum Schluss – meist in persönlichen Gesprächen – alles daran gesetzt hätten, Menschen für die Vorstandsarbeit zu begeistern, sagt Henking. Es hängt ja auch eine Menge davon ab; nicht zuletzt die Frage, ob eine Gemeinde selbstständig bleiben kann. Kommen nicht genug Mitglieder für den vollständigen Vorstand zusammen, fehlt der Gemeinde die Leitung. In solchen Fällen müsste der Kirchenkreisvorstand einen Bevollmächtigten einsetzen, der kommissarisch die Leitung übernimmt.

Ein Teil des Dilemmas, da sind sich die drei Superintendenten einig, liegt im komplizierten und veralteten Wahlgesetz der Landeskirche. Castel: „Die Landeskirche ist in der Pflicht, es bis zur nächsten Wahl 2024 zu überarbeiten.“ Henking sagt: „Auch die Frage der Länge der Wahlperiode muss auf den Prüfstand.“

Nach der Kandidatensuche hoffen die Superintendenten nun auf eine gute Wahlbeteiligung am 11. März. Im Kirchenkreis Hildesheimer Land- Alfeld lag sie 2012 bei 27,4 Prozent, in Hildesheim-Sarstedt bei 16,3 Prozent. In den Städten ist das Interesse allgemein geringer. Außerdem wählen die Menschen aus, zu welcher Gemeinde sie gehören wollen – es muss nicht die Kirche in der Nachbarschaft sein. „In den kleinen Gemeinden ist das anderes, da ist die Identifikation mit dem Ort da, mit der Kirche im Dorf“, beschreibt Peisert. Das trifft vor allem dort zu, wo es eine gute Ortsgemeinschaft gibt, hat Henking beobachtet: Wo eine starke Vernetzung und ein gutes Klima herrschen, ist in der Regel auch das kirchliche Engagement groß.

In diesen Tagen werden die Wahlbenachrichtigungen verteilt. Die Karten sind bunt gestaltet – was dazu führen könnte, dass sie mit Werbung verwechselt werden. red

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare