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Salzhemmendorfer Fachausschüsse stimmen Schließung des Freibades Wallensen zu

Gekämpft und nun doch verloren

WALLENSEN. Die Schließung des maroden Freibades Wallensen stand jetzt im Mittelpunkt der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport sowie des Ausschusses für Kultur und dörfliches Leben.

veröffentlicht am 18.01.2018 um 14:47 Uhr
aktualisiert am 18.01.2018 um 16:30 Uhr

Das marode Freibad Wallensen hat keine Zukunft: Zwei Fachausschüsse haben jetzt seinem Abriss zugestimmt.
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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.Fünf Jahre ist das undichte Freibad Wallensen mittlerweile geschlossen. Und fünf Jahre lang hatten Salzhemmendorfs Politik und der Vorstand des Wallensener Trägervereins in den vergangenen Jahren nach Konzepten und Finanzierungsmöglichkeiten gesucht, die das Bad doch noch retten und für die Bevölkerung erhalten sollte. Grundsätzlich, so hatte es laut Ratsbeschluss vom 12. Dezember 2013 im Bäderkonzept des Fleckens geheißen, sollten die Freibäder und Freizeiteinrichtungen Osterwald und Wallensen, das Naturerlebnisbad in Lauenstein und das Hallenbad in Salzhemmendorf aus strukturellen Gründen erhalten bleiben. Für das Freibad und die Freizeitanlage Wallensen wurde für die Jahre 2014 und 2015 eine Konzeptentwicklung, die Sanierung der Solequelle und die Umwidmung und Neugestaltung festgeschrieben. Noch 2015 sollte as Freibad Wallensen laut Bäderkonzept erhalten bleiben, allerdings nicht mehr als Freibad, sondern als Freizeitgelände.

Doch letztendlich waren die finanziellen Möglichkeiten im Gemeindehaushalt zum Erhalt des Bades nicht gegeben. Bei der letzten Kostenermittlung zur Herstellung der Wasserfläche im Freibad war ein Betrag von über 800 000 Euro geschätzt worden. Trotz Fördermöglichkeiten reichten die im Haushalt eingestellten 100 000 Euro nicht für eine Sanierung.

Und so war in den Wortbeiträgen der Ausschuss-Mitglieder denn auch Worte zu hören, die zwischen Enttäuschung und Verbitterung lagen. Dietmar Müller (Grüne) sprach von einem „Armutszeugnis“ und „finanzieller Unfähigkeit“ im Hinblick auf die Badschließung, der er nun zustimmen musste; gleichzeitig entschuldigte er sich bezüglich seines Votums bei den Ehrenamtlichen, die jahrelang für den Bad-Erhalt gekämpft hatten. Thomas Hampe (Aktive Bürgergruppe) bezeichnete es ebenfalls als „unbefriedigend, dass man nun diesen Schritt tun müsse“ und damit auch reichlich finanzielle Vorleistungen verloren seien. Zu seinem Grundsatz, dass ein Bad, für das das Geld fehle, eben nicht zu halten sei, stand indes Friedrich Lücke (CDU).

„Das Ganze ist eine unerfreuliche Geschichte und keine Spitzenleistung von Politik und Verwaltung“, stellte Karl-Heinz Grießner (SPD) als Wallensens Ortsbürgermeister und Vorsitzender des Kulturausschusses fest. So sei eine Sanierung des maroden Bades „viel zu spät in Angriff genommen worden“, konstatierte er. Eine weitere Ursachensuche für die Schließung mache aus seiner Sicht aber keinen Sinn – auch wenn anmerkte, dass Wallensen in seiner Randlage oft nicht gerade im Focus der Wahrnehmung der Gemeinde läge. Dem Verein bescheinigte er aber, dass er engagiert an der Bad-Rettung gearbeitet habe. „Es tut weh“, meinte Grießner zur Badschließung, die aber angesichts der Salzhemmendorfer Haushaltslage ein Diktat sei.

Und so war der Beschluss für eine Schließung des Freibades Wallensen dann mehrheitlich ohne Gegenstimme. Lediglich Marcus Flügel, SPD-Mann und Vorsitzender vom Trägerverein des Freibades Wallensen, enthielt sich der Stimme. Damit ist der Ratsbeschuss vom 12.12.2013 dahingehend abgeändert, dass das Freibad Wallensen geschlossen wird.

Zwischenzeitlich hat der Verein Freibad Wallensen e.V. den mit dem Flecken Salzhemmendorf geschlossenen Nutzungsvertrag über das Freibad gekündigt. Die Kündigung wurde zum 31. Dezember vorigen Jahres wirksam. Über die weitere Verwendung des Geländes wird gesondert zu entscheiden sein. Die Diskussion über die Durchführung zusätzlicher struktureller Maßnahmen im Bereich der Ortschaft Wallensen soll parallel dazu angestoßen werden.

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