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Beim Abholen der Grundschüler mit dem Auto entsteht vor der Schule regelmäßig ein Verkehrschaos

Gefahr für Kinder durch die Eltern

Coppenbrügge. „Morgens und mittags bis zu 15 Autos in verschachtelter Schlange neben Querparkern gegenüber. Da ist die schmale Straße mit unübersichtlicher Kurve vor der Grundschule dicht und dann wuseln dazwischen die Kids herum.“ So könne es keinesfalls bleiben, mahnt Christian Duchna, Vater eines Schülers an der Coppenbrügger Grundschule, im Ortsrat Coppenbrügge. „Über kurz oder lang werden wir das erste angefahrene Kind vor der Schule am Ith haben!“ Erst kürzlich sei ein um die Pkws laufender Knirps fast überfahren worden: Wegen der parkenden Autos hatte er die Fahrbahn nicht einsehen können und nur eine reaktionsschnelle Vollbremsung hatte in diesem Fall ein Unglück gerade eben noch verhindern können. Dabei sei das Problem mit der morgendlichen Bring- und mittäglichen Abholsituation an der Coppenbrügger Grundschule durchaus kein neues, so Duchna. Aber ein nach wie vor selbst gemachtes Elternproblem der Bequemlichkeit. Eins, das mitunter die Frage aufwerfe, ob denn Kinder von heute keine fünf Meter mehr zu Fuß gehen könnten. Elterntaxi im Flecken sei gänzlich unnötig, sind sich auch die Ortsratsmitglieder einig.

veröffentlicht am 18.06.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:41 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Schüler aus den umliegenden Ortsteilen könnten die Schule kostenfrei aus Steuergeldern finanziert mit dem Bus erreichen und Coppenbrügger Kids müssten sich nicht gerade in Gewaltmärschen bis zum Schultor schleppen. Ein Kind lerne doch gerade durch das Allein-zur-Schule-Gehen, sich verkehrsgerecht zu verhalten, werde selbst-, statt unsicher; der Schulweg allein und zu Fuß sei keinerlei Zumutung, sondern wertvolle Erziehung und würde das Problem mit pädagogischem sowie entwicklungspsychologischem Mehrwert und dazu noch bequem aus der Welt schaffen.

Duchna bittet, in den Gremien zu diskutieren, ob und wie eine Lösung gefunden und der Gefahrenpunkt Grundschule entschärft werden könne. Die Eltern, berichtet er, ebenso wie Schulleiterin Benedikta Simeth, seien in der Schule wiederholt durch den Elternrat bei Elternabenden darauf angesprochen worden: Möglichst wenig Elterntaxi und wenn, dann bitteschön diszipliniert, nicht direkt in der Schultür parken! Doch leider überdauerten bislang alle Appelle und guten Vorsätze kaum eine Woche. Die Situation sei nach wie vor, nicht immer, aber immer öfter, katastrophal. Zum Teil aufgrund der allgemein zunehmenden, individuellen Mobilität, meint Simeth. Gleichzeitig beobachte sie, dass die Eltern immer mehr in Sorge seien, ihre Kinder könnten den Schulweg alleine nicht schaffen. Sie machen sich Sorgen aufgrund des Verkehrs und Sorgen aufgrund möglicher krimineller Übergriffe. „Eltern können immer schlechter loslassen und hemmen damit die Entwicklung zur Selbstständigkeit der Kinder“, sagt Jens-Uwe Schaper vom Ordnungsamt Coppenbrügge. Das Problem müsse in den Köpfen der Eltern ankommen. Man dürfe auch nicht erwarten, dass allein Halteverbotsschilder oder polizeiliche Belehrung in dieser Situation hilfreich sein könnten, weiß Schaper aus Erfahrung mit anderen Schulen im Landkreis Hameln-Pyrmont. „Sie kriegen das Problem durch verkehrsbehördliche Maßnahmen nicht aus der Welt“, sagt er. Dennoch werde er die Verkehrs-Problematik in der nächsten Sitzung der Straßenverkehrsbehörde zur Sprache bringen.



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