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Bundesstraße 1 stellt Risiko für Schülerin dar / Kein sicherer Übergang vorhanden / Klage eingerecht

Gefahr auf dem Schulweg: Streit um Haltestelle

Voldagsen (sto). Celina gehört zu den etwa 13 000 Schülern, die täglich im Landkreis Hameln-Pyrmont mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule gebracht werden. Derzeit besucht die Zehnjährige die Grundschule am Ith in Coppenbrügge. Hin- und Rückfahrt sind geregelt. Nach den Sommerferien jedoch muss das am Bahnhof Voldagsen wohnende Mädchen in die Schule am Kanstein nach Salzhemmendorf. „Und dann haben wir ein Problem“, betont Mutter Alexandra Pimenta.

veröffentlicht am 16.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:41 Uhr

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Bundesstraße ist eine Gefahr auf dem Schulweg

Die etwa 300 Meter vom Bahnhof Voldagsen entfernte Haltestelle für den Bus nach Salzhemmendorf liegt nämlich an der vielbefahrenen Bundesstraße 1. Einen Gehweg zum sichereren Überqueren der Straße gibt es nicht. Da beide Elternteile berufstätig sind, müsste Celina allein zur Haltestelle gehen und dort auch allein auf den Bus warten. „Viel zu gefährlich für ein Kind in diesem Alter“, so die Mutter. Sie hat sich deshalb an den Schulträger, den Landkreis Hameln-Pyrmont, und an die Öffi-Verkehrsgesellschaft gewandt mit dem Anliegen, den Bus morgens am Bahnhof Voldagsen halten zu lassen. Sie könne sich erinnern, dass das früher bei den Kindern ihrer Verwandten auch möglich gewesen war. Umso erstaunter sei sie über die ablehnenden Antworten gewesen. Als Begründung sei unter anderem der enge Fahrplan und das marode Kopfsteinpflaster des zum Bahnhof führenden Wegs angegeben worden. „Komisch, mittags hält der Bus doch auch am Bahnhof. Warum dann nicht auch morgens?“ sagt Alexan-dra Pimenta.

Auf Anfrage der Dewezet erklärte der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Carsten Busse, es sei richtig, dass vor einigen Jahren vor dem Bahnhof Voldagsen eine Bushaltestelle existiert habe. Bis 2003 sei der Bahnhof Voldagsen nämlich für viele ein Umsteigepunkt von dem Bus auf den Zug gewesen. Dieser sei dann zum Bahnhof Coppenbrügge verlegt worden. „Worüber wir sehr froh waren, denn das Rangieren mit dem Bus vor dem Bahnhof Voldagsen war eine Quälerei für die Busfahrer und gefährlich für die Fußgänger“, so der Öffi-Geschäftsführer. Dass der Bus von der Grundschule Coppenbrügge trotzdem mittags vor dem Bahnhof halte, sei lediglich ein Entgegenkommen der Verkehrsgesellschaft an die Familie Pimenta. Und auch nur möglich, weil es der Fahrplan mittags zulasse, im Gegensatz zu dem mehr als engen Fahrplan zur ersten Schulstunde. Er halte die vom Landkreis vorgeschlagene Lösung der Problematik deshalb für eine gute Alternative.

Der Landkreis hatte vorgeschlagen, Celina soll mit der Eurobahn, die ja vor ihrer Haustür halte, um 6.42 Uhr zum Bahnhof Osterwald fahren und von dort mit dem Schulbus weiterfahren nach Salzhemmendorf. Die Kosten für die Eurobahn übernehme der Schulträger. „Bei einer Ortsbesichtigung haben wir festgestellt, dass der Weg zur Bushaltestelle an der B 1 tatsächlich ein gefährlicher Schulweg ist, deshalb unser Vorschlag“, so Klaus Stemmer vom Landkreis Hameln-Pyrmont. Mit Wartezeit am Bahnhof Osterwald wäre Celina etwa 50 Minuten unterwegs. Diese Zeit liege im gesetzlich erlaubten Rahmen. Der Bahnhof Osterwald werde besonders zur ersten Schulstunde von vielen Schülern als Umsteigepunkt benutzt.

„Dieser Vorschlag ist unzumutbar“, betont Alexandra Pimenta. Celina wäre 50 Minuten unterwegs für eine Strecke, die eigentlich nur etwa zehn Minuten dauere. Auf keinen Fall will sich die Mutter mit der vorgeschlagenen Alternative zufriedengeben. „Der Bus soll am Bahnhof Voldagsen halten“, fordert sie. Alexandra Pimenta hat deshalb Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.

An dieser Stelle muss Celina jeden Morgen die B1 überqueren, um ihren Schulbus an der Haltestelle in Voldagsen zu erreichen. „Ein Sicherheitsrisiko“, wie Mutter Alexandra Pimenta (Foto) meint.

Foto: sto

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