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Gedenken zum Mauerfall mal anders

Coppenbrügge (sto). Während am Montagabend in ganz Deutschland der „Sieg der Freiheit“ mit zum Teil spektakulären Veranstaltungen gefeiert wurde, hat „Unser Dorf liest“ die leise Variante vorgezogen. Auch war nicht der Mauerfall vordergründig, sondern Leben und Arbeiten in der „Frühzeit“ der späteren DDR. Vorgestellt in der gut besuchten Aula der Grundschule am Ith wurde das Buch „Rummelplatz“ des Ostdeutschen Schriftstellers Werner Bräunig.

veröffentlicht am 10.11.2009 um 16:02 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

dorf liest
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Coppenbrügge (sto). Während am Montagabend in ganz Deutschland der „Sieg der Freiheit“ mit zum Teil spektakulären Veranstaltungen gefeiert wurde, hat „Unser Dorf liest“ die leise Variante vorgezogen. Auch war nicht der Mauerfall vordergründig, sondern Leben und Arbeiten in der „Frühzeit“ der späteren DDR. Vorgestellt in der gut besuchten Aula der Grundschule am Ith wurde das Buch „Rummelplatz“ des Ostdeutschen Schriftstellers Werner Bräunig.
 Das Besondere an dem Gesellschaftsroman – erst 40 Jahre nach seinem Entstehen wurde er veröffentlicht. Er sorgte auf Anhieb für Furore und gilt als einer der besten Romane der Nachkriegsliteratur. Bräunig hat ein umfassendes Bild jener Zeit entworfen, ein ungeschminktes Panorama, sarkastisch und unsentimental geschrieben aus der „Bergarbeiterperspektive“. Menschlich erzählt mit lebendigen Dialogen.
 „Wäre Bräunig nicht schon 1976 gestorben und hätte er weitergeschrieben, wäre er ein ganz Großer geworden“, betonte Heiner Stender zu Beginn der Lesung. Als „Rummelplatz“ vor drei Jahren bekannt wurde, sei sich die Literaturszene einig gewesen, mit Werner Bräunig viele Jahre nach seinem Tod einen Autoren von Rang entdeckt zu haben, so der Sprecher der Kulturinitiative.
 Der Jahrestag zum Mauerfall sei eine gute Gelegenheit, den bei vielen in Vergessenheit geratenen oder gar nicht bekannten Autoren vorzustellen und auf ein wichtiges Buch neugierig zu machen. Zwar kein Buch über die Wiedervereinigung, dafür aber „wertfrei und wertvoll“.

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