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1400 Kilometer ohne Geld unterwegs

Fußmarsch ins Ungewisse

OSTERWALD/COPPENBRÜGGE. Ohne Geld, ohne Kreditkarte und ohne Handy war die damals 62-Jährige 2013 zu Fuß durch Deutschland gepilgert. In knapp drei Monaten legte Brunhilde Schierl rund 1400 Kilometer zurück. Wieder zu Hause in ihrem Heimatort in der Nähe von Bamberg, schrieb sie eine Zusammenfassung ihrer Pilgertour, die sie als Rundbrief an alle Menschen schickte, mit denen sie auf ihrer Tour in engerem Kontakt gewesen war. Aus den Aufzeichnungen wurde schließlich ein Buch mit dem Titel „Zu Fuß und ohne Geld – von Flensburg bis Konstanz“. Auf Einladung von Dr. Johann Hanel, dem Initiator des Osterwalder Kommunikationszentrums Steigerklause, war die Pilgerin nach Osterwald gekommen, um dort ihr Buch vorzustellen. Einen weiteren Leseabend gab es im evangelischen Familienzentrum in Coppenbrügge. Eingeladen hatte die Kulturinitiative „Unser Dorf liest“.

veröffentlicht am 23.08.2016 um 17:51 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:19 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Mit Rucksack, Umhängetasche, Trekkingstöcken, Pilgerpass und Wanderkarten ausgestattet, sei sie zunächst von Bamberg mit dem Zug nach Flensburg gefahren und von dort aus weiter mit dem Bus nach Klueshof. Anschließend habe sie sich zu Fuß auf den Weg nach Niehuus begeben, einem Ort direkt an der dänischen Grenze. In der „Dansk Kirke Harrislee“ habe sie sich dann von der Pastorin einen Stempel in ihren Pilgerpass geben lassen. „Mir war es wichtig, einen Stempel von der nördlichsten Kirche Deutschlands zu bekommen“, erzählte Brunhilde Schierl.

Dann begann der Fußmarsch ins Ungewisse. Wird sie ohne Geld zurechtkommen? Was wird sie essen? Wo wird sie schlafen? Vor Reiseantritt hatte sie Zweifel und Ängste. Aber dann habe sich ihre innere Stimme gemeldet, die sie aufforderte, auf Gott zu vertrauen. Der Spruch „Gottvertrauen stärkt“ wurde zum Motor ihrer Tour. Es sei zwar nicht immer leicht gewesen, ohne Geld ein Quartier zu bekommen, doch irgendwie habe es jedes Mal geklappt. Auch mit dem Essen. „Die Menschen sind besser und hilfsbereiter als ihr Ruf“, betonte die Pilgerin.

Viele Erfahrungen hat Brunhilde Schierl unterwegs gemacht und am eigenen Körper erlebt, was Regen, Kälte, Erschöpfung und Einsamkeit bedeuten. Von manchen Menschen, unter ihnen sogar ein Pastor, sei sie auf ihrer Suche nach einem Quartier abgewiesen worden. „Sie haben es als Hohn empfunden, dass jemand, dem es eigentlich finanziell gut geht, um Quartier und Essen bettelt“, so die Mutter von vier erwachsenen Töchtern. Dass es ihr aber um etwas ganz anderes gegangen sei, hätten diese Menschen nicht begriffen. Sie habe lediglich ein Zeichen für ihren Glauben, für Gottvertrauen und Menschlichkeit setzen wollen. „Ich wollte nicht, dass die Menschen mir ihre Geldbeutel öffnen, sondern ihre Herzen.“ Mit ihrer Tour wollte die Pilgerin aber außerdem auf die Institution „Solwodi“ – Solidarity with women in distress (Solidarität für Frauen in Not) aufmerksam machen. Unterschriften werden auch im Buchladen Stender gesammelt.



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