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Hohes Gewicht und große Spurbreite der Trecker und Mähdrescher können für Schäden sorgen

Für Feldwege ist nicht nur Frost ein Problem

Coppenbrügge (ist). „Den geschotterten Wirtschaftswegen wird er nichts anhaben können“, sagt Matthias Rode. Für den Belag der geteerten Wege dagegen werde dieser Winter möglicherweise auch nach dem Tauwetter noch lange nicht nur Schnee von gestern sein.

veröffentlicht am 26.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

Ausbesserungsarbeiten an Wirtschaftswegen sind auch ohne strenge
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Dass ein derart strenger Winter über die Straßen und Feldwege kommen würde, war im vergangenen November, als die Verwaltung den Entwurf des Haushaltsplanes mit Einsparungen im Bereich von Straßen und Wegen vorstellte, noch nicht absehbar. „Wir sehen trotzdem der Enthüllung des Straßen- und Wegezustandes nach der Schneeschmelze gelassen entgegen“, sagt Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka. „Im vergangenen Jahr ist viel langfristiger Grundlegendes abgearbeitet worden.“

Was dagegen vorhersehbar war und mit Sicherheit über den Flecken kommen wird wie die Ernte über die Felder, ist der landwirtschaftliche Schwerlastverkehr über die Wirtschaftswege. Das Gewicht und die Spurbreite der landwirtschaftlichen Maschinen und Fahrzeuge werde immer größer, und wenn diese Kaliber, „vor allem von Lohnunternehmen unter Zeitdruck über die Wege gedonnert werden“, meint Matthias Rode, dann seien Schäden an der Fahrbahndecke unweigerlich die Folge. Durch angemessene Fahrweise könnte dies jedoch vermieden werden.

248 Kilometer Wirtschaftswege sind in Gemeindeeigentum und müssen unterhalten werden. Angesichts der technischen Entwicklung des landwirtschaftlichen Fahrzeugparks sind das schon lange keine Peanuts mehr für die Gemeindekasse: Das Volumen und die Geschwindigkeit (40 km/h statt 25 km/h) haben sich erhöht wie auch die Achslast. Das zulässige Gesamtgewicht von 40 Tonnen wird wesentlich häufiger erreicht als noch vor wenigen Jahren.

„Grundsätzlich sollte man sich mal die Frage nach der Regresspflicht für Schadenverursacher in dieser Angelegenheit stellen“, regte Klaus-Dieter Dohme (UWG) im Ortsrat Brünnighausen im November an.

Bauamtsleiter Jürgen Krückeberg ist dem Problem nachgegangen: Die Gemeinde, so die Auskunft der Landwirtschaftskammer in Hannover, sei als Eigentümer verpflichtet, die Wege zu warten, dafür würden schließlich Steuern gezahlt.

Gemäß § 32 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) beträgt die Regelbreite land- und forstwirtschaftlicher Arbeitsgeräte 2,55 Meter. Bei Breitbereifung sind in Niedersachsen eine Spurbreite bis zu drei Meter ohne Ausnahmegenehmigung, bis zu 3,50 Meter mit vereinfachter Ausnahmegenehmigung möglich. Bei Wegebreiten um die drei Meter oder weniger im Flecken Coppenbrügge sei die Spurbreite von Fahrzeugen bis drei Meter oder darüber hinaus ein tatsächliches Problem, ist aus Hannover zu hören.

Insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Entwicklung der Technik hinsichtlich größerer Maschinen mit Sicherheit noch lange nicht abgeschlossen sei. „Wir sind nicht allein mit unserem Problem“, weiß Krückeberg. Manche Landkreise hätten sich eine Satzung gegeben, andere per Beschilderung eine Geschwindigkeitsbegrenzung verfügt. In einem Landkreis werde eine Maut pro Tonne bei Benutzung erhoben. Das sind Maßnahmen, die laufend kontrolliert werden müssten, wenn sie greifen sollen. Dazu sei die Personaldecke zu dünn. Und über eine Verbreiterung von 248 Kilometern Wirtschaftswegen unter begleitenden, beidseitigen Grabenverlagerungen und Berücksichtigung von Eigentumsverhältnissen brauche man gar nicht erst nachzudenken. Eher über die Frage der versäumten Chancen bei der Gemeindegebietsreform in den Siebzigern, die die Wirtschaftswege im Flecken nur zur Hälfte, nämlich in sechs Ortsteilen, den Realverbänden überließ. Vorerst heiße es daher auch weiterhin: ausbessern so gut wie nötig für die Gemeinde. An die Nutzer gehe der Appell: schonende Geschwindigkeiten so niedrig wie möglich.



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