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Ausstellung im Museum in der Burg / Künstlerinnen wollen Freude in den Alltag bringen

Fremder Blick auf vertraute Dinge

COPPENBRÜGGE. Mit einer Kunstausstellung im Museum in der Burg hat der Museumsverein am Wochenende seinen Veranstaltungsreigen 2017 eröffnet. Unter dem Titel „Bilder aus dieser und einer anderen Welt“ sind Bilder von Karla Ewerdt und Corinna Weiss zu sehen – zwei Künstlerinnen der Interessengemeinschaft für Kunstschaffende im Weserbergland „Artes Wesera“.

veröffentlicht am 20.03.2017 um 16:22 Uhr

Corinna Weiss (li.) und Karla Ewerdt vor einem Bild von Corinna Weiss, das sie als Hortensie fotografiert und dann „verfremdet“ hat. Foto: sto
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin
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Was es mit dem Titel der Ausstellung auf sich hat, erläuterte Karla Ewerdt zu Beginn der Vernissage. In ihren Bildern sei die Welt zu erkennen. „Auch wenn die Motive abstrahiert sind, so sind sie doch von dieser Welt“, betonte die Malerin aus Hameln. Sie nehme einen Pinsel oder einen Spachtel und male etwas, das sie zuvor gesehen habe und für immer festhalten möchte. Manche Beobachtung interpretiere sie aus eigener Sicht und male das jeweilige Thema dann abstrakt. In der Wahl ihrer Technik legt sich Karla Ewerdt nicht fest. Angefangen hat sie mit Ikonenmalerei, Radierungen und Kohlezeichnungen, später kamen Aquarell, Acryl und Ölmalerei in Landschaften und Blumen hinzu. Auch Gedichte und Texte setzt die Künstlerin in ihren Bildern um. Eines ihrer Lieblingsmotive ist das Meer in seiner rauen Schönheit.

Zart, geradezu charmant hingegen wirken ihre ausdrucksstarken Blumenbilder, mit denen sie den Frühling in das Museum in die Burg holt. Inspirationen für ihre Landschaftsbilder findet sie auf der Insel Wangerooge, ihrem zweiten Wohnsitze und liebstem Aufenthaltsort.

Corinna Weiss, Fotografin und Mediengestalterin, hingegen findet ihre Motive zunächst auch in „dieser Welt“. Sie fotografiert und scannt sie und verfremdet sie anschließend mit einem Bildbearbeitungsprogramm, sodass das ursprüngliche Motiv nicht mehr zu erkennen ist. Es entstehen „Fehler“, die aber genauso gewollt sind – unter anderem Scanstreifen, Unschärfen, Vermischung und Schleierbildung. Eine runde Schale beispielsweise verwandelt sich auf diese Weise in eine farbige Fläche und eine „Unkrautpflanze“ in ein abstrakt anmutendes Motiv mit einem einzigartigen Muster. Durch die verschiedenen Arbeitsschritte entsteht etwas Neues, bisher nicht Dagewesenes, das anmutet, eine „andere Welt“ zu betreten. „Mit unseren Bildern wollen wir weder die Welt aufrütteln noch gesellschaftliche Veränderungen aufgreifen und bewerten, sondern lediglich Licht ins Haus und Freude in den Alltag bringen“, betonte Karla Ewerdt.

Obwohl die Arbeiten der beiden Künstlerinnen nicht unterschiedlicher sein könnten, haben sie doch eins gemeinsam: Sie regen zum genauen Hinsehen an und laden ein zu einer Entdeckungsreise in diese und in eine andere Welt. „Besucher sollten sich Zeit nehmen für diese Reise und die Bilder in Ruhe auf sich wirken lassen“, betonte Klaus Stettner, der Vorsitzende des Museumsvereins.


Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 23. April während der Öffnungszeiten des Museums donnerstags bis sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Zum Vormerken: Die nächste Veranstaltung im Museum in der Burg findet statt am Sonntag, 30. April, 17 Uhr. Auf dem Programm steht ein Konzert mit Hein Brüggen (Gitarre) und Thomas Frenser (Violine).

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