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Schülerplanspiel in Salzhemmendorf

Freies WLAN und saubere Toiletten

SALZHEMMENDORF. Viele Gedanken haben sich die 58 Schüler des achten Jahrgangs der der Kooperativen Gesamtschule am Kanstein (KGS) gemacht, wie der Flecken Salzhemmendorf attraktiver gestaltet werden könnte. Sie beteiligten sich an einem Politik-Planspiel.

veröffentlicht am 08.02.2018 um 14:41 Uhr

Lauensteins Bürgermeister Erich Weber steht den Schülern während des Politik-Planspiels mit seinem Erfahrungsschatz zur Seite. foto: pr /Politik zum Anfassen
Stolte Christiane

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Christiane Stolte Reporterin
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  • Im Ort sollten sich mehr Fachärzte niederlassen.
  • Die Verkehrsanbindung sollte verbessert werden.
  • Das Naturerlebnisbad in Lauenstein sollte zu einem neuen Freibad mit klarem Wasser umgebaut werden.
  • Es sollte in freies WLAN, also einen drahtlosen Internetzugang, für die Schüler installiert werden.
  • Die KGS sollte selbstreinigende Toiletten bekommen, um die Reinigungskräfte zu entlasten und mehr Hygiene zu gewährleisten.

  • 45 Ideen wurden als Anträge formuliert, in drei Fachausschüssen diskutiert und im Gemeinderat entschieden – allerdings fiktiv im Rahmen des preisgekrönten Planspiels „Pimp Your Town“, was so viel bedeutet wie „poliere deine Stadt auf“. Für drei Tage waren die Achtklässler in die Rollen von Ratsmitgliedern geschlüpft. Das vom Bund geförderte Projekt wurde von Mitarbeitern des in Hannover ansässigen Vereins „Politik zum Anfassen“ organisiert und vom Flecken Salzhemmendorf mitgetragen. „Der Zweck des Planspiels ist, den jungen Leuten die Kommunalpolitik näher zu bringen und aufzuzeigen, dass Politik vor Ort keineswegs langweilig sein muss“, erklärt Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening. Gemeinsam mit anderen Vertretern aus Salzhemmendorfs Kommunalpolitik stand er den jungen „Politikern“, mit Rat und Tat zur Seite. Er machte sie mit der Ratsarbeit vertraut. Die Schulklassen wurden zu Fraktionen und verfassten mit kompetenter Hilfe diverse Papiere, die dann auf den Weg durch die Gremien gebracht wurden. Den Vorsitz der Ausschüsse und des Rates hatten „echte“ Politiker inne.

Mit dem Planspiel soll Lust auf Demokratie gemacht und aufgezeigt werden, dass Politik mehr ist als nur „Trump, Merkel oder Putin“, wie einige Schüler den Begriff „Politik“ definierten. Die Ergebnisse des Planspiels werden der „richtigen“ Politik zur Verfügung gestellt. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass manche Anträge tatsächlich realisiert werden können“, sagt Projektleiterin Cinja Schröder. Der Inhalt der Anträge zeige, dass die jungen Leute keinesfalls desinteressiert und unpolitisch seien. Ihre Verbesserungsvorschläge beziehen sich nicht nur auf die Schule, sondern auch auf Seniorenheime, Kinderspielplätze, Tourismusförderung, Umwelt, Tierheime, Dorfgeschichte und Sport. „Salzhemmendorf soll sich dafür einsetzen, dass mehr Bildungsprojekte im Flecken zur Verfügung stehen“, heißt es in einem Antrag. Aber auch das Kulinarische soll nicht zu kurz kommen. So wird in einem Antrag der Bau eines Hamburger-Schnellrestaurants angeregt, und zwar auf dem Gelände neben dem Aldi-Markt. „Geöffnet sein sollte unbedingt nach Schulschluss, da in dieser Zeit viele Schüler in Salzhemmendorf sind“, heißt es in der Beschlussempfehlung an den Rat. Ebenfalls wird der Bau eines mexikanischen Restaurants gewünscht. Begründung: Dadurch bekämen die Gäste nicht nur leckeres Essen, sondern auch einen Eindruck der mexikanischen Kultur: „Uns ist dieses Thema sehr wichtig, da es ein großer Schritt der Kulturenrevolution ist.“

Ein Antrag trägt die Überschrift „Sofas für die Schule am Kanstein“. In Unterrichtspausen könnte auf diesen Sitzmöbeln entspannt werden, heißt es. „Der Rat möge beschließen, dass Sofas in der Schule aufgestellt werden.“

Darüber, welche Anträge tatsächlich von der „echten“ Salzhemmendorfer Politik umgesetzt werden, wird zu einem späteren Zeitpunkt berichtet.

Die Mitglieder des fiktiven Ausschusses für Bildung und Kultur stimmen über Anträge ab. Ein echter Kommunalpolitiker ist Manfred Roth als Vorsitzender des Gremiums. Foto: Sto
  • Die Mitglieder des fiktiven Ausschusses für Bildung und Kultur stimmen über Anträge ab. Ein echter Kommunalpolitiker ist Manfred Roth als Vorsitzender des Gremiums. Foto: Sto

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