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Ortsrat spricht sich für Schließung aus

Freibad Wallensen ist Geschichte

WALLENSEN. Fünf Jahre ist das Freibad Wallensen mittlerweile geschlossen. Der Vorstand des Trägervereins hatte zahlreiche Konzepte vorgelegt, doch schlussendlich waren die finanziellen Möglichkeiten im Gemeindehaushalt zum Erhalt des Bades nicht gegeben. Jetzt stimmte der Ortsrat für die Schließung.

veröffentlicht am 26.11.2017 um 17:52 Uhr

Das Freibad Wallensen wird geschlossen. Foto: gök
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Christian Göke Reporter
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Bei der letzten Kostenermittlung zur Herstellung der Wasserfläche im Freibad war ein Betrag von über 800 000 Euro geschätzt worden, wobei die erforderlichen Maßnahmen im Gebäude und für das Kinderbecken in dieser Kostenschätzung noch gar nicht enthalten waren. Zwar waren Fördermöglichkeiten aufgetan worden, doch auch zusammen mit den im Haushalt bereitgestellten 100 000 Euro war die Maßnahme nicht zu realisieren. „Das Ganze ist eine unerfreuliche Geschichte für den Ort und für die Ehrenamtlichen des Vereins“, stellte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Grießner (SPD) klar. Eine weitere Ursachsensuche für die Schließung macht aus seiner Sicht hier keinen Sinn. Dem Verein bescheinigte er aber, dass er ernsthaft an einer Zukunft gearbeitet hat.

Kritik äußerte Marcus Flügel (SPD) an der Beschlussformulierung der Verwaltungsvorlage, die für ihn schon etwas herablassend formuliert worden sei. Aus seiner Sicht hat sich der Vereinsvorstand nicht nur mit dem Fortbestand „beschäftigt“, sondern sich intensiv dafür eingesetzt. Enttäuscht war er auch, dass bei so einer einschneidenden Entscheidung für den Ort der Gemeindebürgermeister nicht vor Ort war. „Der Bürgermeister wollte bei seinem Amtsantritt gestalten, man kann nicht alles in Richtung Bevölkerung abladen“, so Flügel, der mehr Einsatz der Verwaltung forderte.

Manfred Roth (SPD) erklärte zwar, dass die Vorlage die Arbeit des Freibadvereins nicht würdige, dies aber nichts an den finanziellen Schwierigkeiten ändere. „Es war ein Tod auf Raten und alle wussten, dass es eigentlich nicht möglich ist“, so Roth. Inge Gesterling (Aktive Bürger) kritisierte, dass mit der Entscheidung der Schließung des Bades nun der Ortsrat den Schwarzen Peter erhält. Gesterling stimmte bei der Abstimmung zur Schließung des Bades als einziges Ortsratsmitglied dagegen. Bei drei Enthaltungen stimmten die restlichen Ortsratsmitglieder schließlich für die Schließung des Bades. Geändert wurde einstimmig der zweite Beschlussvorschlag dahingehend, dass die Umsetzung struktureller Maßnahmen in der Ortschaft in Zusammenarbeit mit der dörflichen Gemeinschaft durch die Verwaltung vorangebracht und fachlich unterstützt werden soll.

Harald Bock (FWS) stellte schließlich noch die Frage, was mit dem Gelände nun geschehen soll. Laut Grießner wird derzeit mit Rückbaukosten in Höhe von 30 000 Euro beim großen Schwimmbecken gerechnet. Es wird nicht damit gerechnet, dass der Beton belastet ist, weshalb wohl der Beckenkopf abgetragen und nach einer Perforierung das Becken verfüllt werden könnte.

Nach der Ortsratssitzung nahm Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening Stellung zu den Vorwürfen. Er erklärte, dass er wegen anderer Zwänge leider nicht an der Sitzung habe teilnehmen können. „Es handelt sich aber lediglich um die Beteiligung des Ortsrates, bei der weiteren politischen Beratung und der Entscheidung im Gemeinderat werde ich dabei sein“, so Pommerening. „Wichtiger als die Schließung des Bades ist meiner Meinung nach, was danach kommt. Dazu habe ich verschiedene Ideen und werde diese natürlich auch äußern. In der gebildeten Arbeitsgruppe in Wallensen war das beim ersten Treffen aber offensichtlich nicht gewünscht“, erklärte Pommerening im Gespräch.

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