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Flüchtlinge, Bürgerhilfe, Bäder

Von gelebter Nachbarschaftshilfe und großen Herausforderungen

veröffentlicht am 30.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Salzhemmendorf. „Wir stehen vor einer großen Herausforderung“, betont Gabriele Ehle. 27 Flüchtlinge erwarte die Gemeinde Salzhemmendorf allein in diesem Jahr, die Gemeinde Coppenbrügge gehe von ähnlich hohen Zahlen aus, erklärt die Vorsitzende der Bürgerhilfe am Ith. Salzhemmendorfs Gemeindebürgermeister Clemens Pommerening bestätigt die Zahlen, verweist zudem auf rund 50 weitere Asylbewerber, die bereits im Gemeindegebiet untergebracht sind. Man rechne mit einer stetigen Zunahme.

Die Flüchtlinge zählten zu den potenziellen Kunden der Bürgerhilfe, so Ehle. Um sie angemessen zu versorgen, sei nun noch mehr Engagement der aktuell 42 ehrenamtlichen Helfer erforderlich – beispielsweise, um zusätzliche Lebensmittel zu beschaffen. Auch die Kleiderläden in Lauenstein und Coppenbrügge würden verstärkt kontaktiert.

Anja Piel hört aufmerksam zu, lobt das „vorbildliche Engagement“ des Vereins und freut sich auch mit Blick auf die Notlage der Flüchtlinge, dass in der Gemeinde Salzhemmendorf Nachbarschaftshilfe mit so viel Leidenschaft und Einsatz praktiziert werde. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag ist auf Einladung der Salzhemmendorfer Grünen Gast der Bürgerhilfe am Ith in Lauenstein. Man wolle der heimischen Landtagsabgeordneten aus Fischbeck Informationen zum Flecken geben und Punkte zeigen, die als sehr positiv bewertet würden, erläutert Karsten Appold, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Salzhemmendorfer Gemeinderat. Die im Jahr 2009 gegründete Bürgerhilfe zähle zweifelsohne dazu.

Vom Angebot beeindruckt: Anja Piel (li.) mit Gabriele Ehle im Kleiderladen Lauenstein.

Bis zu 130 bedürftige Menschen aus dem Bereich der Gemeinden Salzhemmendorf und Coppenbrügge würden regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt, berichtet die Vorsitzende. Die Flüchtlinge kämen dann noch dazu. Nach Angaben des Schatzmeisters Claus-Peter Willems ist der 67 Mitglieder starke Verein stolz darauf, ohne öffentliche Mittel auszukommen. Dabei seien die Kosten durchaus beachtlich. So müsse man die Miete für die Geschäftsräume aufbringen, Energie- und Nebenkosten tragen, das Transportfahrzeug unterhalten, Versicherungen bezahlen und Lebensmittel zukaufen. Erst im Februar sei eine neue Kühlanlage angeschafft worden. Die Bürgerhilfe finanziere sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, Einnahmen aus den Kleiderläden, durch Spenden und durch Erlöse aus Pfandbonaktionen.

Positives ehrenamtliches Engagement lernt die Landtagsabgeordnete auch in Wallensen kennen, wo sie von Marcus Flügel vom Vorstand des Vereins Freibad Wallensen empfangen wird. Das seit zwei Jahren geschlossene Bad haben sich die örtlichen Grünen als Ziel ausgesucht, um der Landespolitikerin den dörflichen Wandel mit seinen Problemen, aber auch Chancen aufzuzeigen. Wenn es den Verein mit seinen 160 Mitgliedern nicht geben würde, wäre das Thermal- und Solefreibad schon vor 20 Jahren geschlossen worden, unterstreicht Pommerening.

Flügel erinnert an die Geschichte des Freibades, das seit Mitte der 50er Jahre aufgrund seiner guten Wasserqualität weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen sehr guten Ruf genossen habe. Jetzt gehe man leider in die dritte Saison ohne Badebetrieb, arbeite an einem Konzept, das Bad als Freizeitanlage wiederzubeleben. Man sei optimistisch, das Ziel zu erreichen, wolle Netzwerke nutzen und viel Eigenleistung einbringen. Um zusätzlich Geld zu akquirieren, sei im Gespräch, die Filteranlage zu verkaufen, die für ein künftig kleineres Becken dann überdimensioniert wäre. „Wenn wir wissen, wo es hingeht, werden wir natürlich als Gemeinde auch prüfen, welche Fördermöglichkeiten es geben könnte“, ergänzt Pommerening. Aber dazu müsse das Konzept erst stehen. Piel ist vom Einsatz des Fördervereins sichtlich angetan, durch den die Dorfgemeinschaft gefestigt werde. Zur Eröffnung erwarte sie eine Einladung – und werde dann ein Fass Bier spendieren.



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