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Kraftfahrzeugersatzteile GmbH & Co. KG in Coppenbrügge droht Zahlungsunfähigkeit

Firma Templin meldet Insolvenz an

Coppenbrügge (red/hen). Nach 66 Jahren am Standort Coppenbrügge hat die Siegfried Templin Fabrik für Kraftfahrzeugersatzteile GmbH & Co. KG gestern beim Amtsgericht Hameln Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.

veröffentlicht am 21.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:21 Uhr

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Das Unternehmen wurde 1946 in Coppenbrügge bei Hannover von Siegfried Templin gegründet und hat sich schon in frühen Jahren mit der Herstellung von Ersatzteilen für Nutzkraftfahrzeuge beschäftigt. 1982 hat sein Sohn Siegfried Templin jun. das Unternehmen übernommen, um es zu einem der führenden, weltweit operierenden Unternehmen für Kraftfahrzeugersatzteile auszubauen.

Der heutige Geschäftsführer Dr. Rolf Enders macht einen Wechsel in der Geschäftsführung im Jahre 2006 mit dafür verantwortlich, dass das Unternehmen seit 2007 zunehmend in Schwierigkeiten geraten sei. Auch die Weltwirtschaftskrise 2008/ 2009 habe ihr Übriges dazu getan. Daher habe sich der geschäftsführende Gesellschafter, Siegfried Templin, im Jahre 2009 dazu entschlossen, aus der Unternehmensführung auszusteigen und die Unternehmensgruppe mit Tochterfirmen in England und Tschechien sowie mit dem für den Vertrieb von Pkw-Ersatzteilen neu gegründeten Unternehmen ETG zu verkaufen.

Dr. Enders übernahm zum 1. Januar 2010 die Firmengruppe von Siegfried Templin. Schon im Jahre 2010 sei es gelungen, nach drei Verlustjahren erstmals wieder ein positives Unternehmensergebnis zu erwirtschaften. Desweiteren sei in den letzten beiden Jahren die ohnehin schon hohe Produktqualität weiter verbessert und die Verfügbarkeit optimiert. Von Beginn an habe sich Dr. Enders auch zur eigenen Produktion in Coppenbrügge bekannt.

Leider habe die Firma Templin schon seit 2008 kontinuierlich Marktanteile verloren. Dies sei darauf zurückzuführen, dass zahlreiche Mitarbeiter aus Vertrieb und Customer Service das Unternehmen in den letzten vier Jahren verließen und „die Kunden nicht mehr mit der gewohnten Kompetenz betreut wurden“. Als Folge seien auch im Boomjahr 2011 die Umsätze bei Templin nicht wie bei den Wettbewerbern weiter gestiegen, sondern gefallen.

„Nach der Entlassung des direkt für den Vertrieb verantwortlichen Geschäftsführers im September 2011 wurden sofort die notwendigen Veränderungen eingeleitet“, so Enders. Alle vakanten Stellen im Vertrieb und im Customer Service seien durch erfahrene Mitarbeiter kurzfristig besetzt und damit die weltweiten Kunden wieder verstärkt betreut worden. Dennoch ist es dem Geschäftsführer laut Enders mit seinem „Team von 80 engagierten und kompetenten Mitarbeitern nicht gelungen“, den Umsatzrückgang kurzfristig zu stoppen. „Die Folge waren zu hohe Lagerbestände und der dadurch hervorgerufene Liquiditätsengpass, welcher letztendlich zur drohenden Zahlungsunfähigkeit führte.“

Nach Aussage des vorläufigen Insolvenzverwalters Helge Wachsmuth wird der Geschäftsbetrieb normal weiterlaufen. Desweiteren sollen in den nächsten Wochen Maßnahmen ergriffen werden, um die Liquidität des Unternehmens wieder herzustellen.

Die Firma Templin in Coppenbrügge hat gestern Insolvenzantrag gestellt.Foto: Archiv



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