weather-image
28°
Wenn der Pastor in der Handtasche wühlt

Finde den Verräter in Osterwald: Escape-Room im Gemeinderaum

OSTERWALD. Wer ist der Verräter? Wer von den zwölf Männern, die mit Jesus am Tisch sitzen, wird ihn seinen Feinden ausliefern? Und was haben der Plüsch-Papagei, der Affe und all die anderen Kuscheltiere damit zu tun? Wer hat die Flaschen geleert und all die Kronkorken zurückgelassen? Oder spielt das etwa gar keine Rolle? Im Gemeinderaum der Kirchengemeinde Osterwald gibt es jetzt einen Escape Room, der alle diese Fragen aufwirft.

veröffentlicht am 22.08.2018 um 14:50 Uhr

Ist dieser Papagei ein Hinweisgeber? Pastor Thomas Müller, Pastorin Sabine Ahlbrecht und Pastorin Martina Frost sind gespannt. Foto: bar

Autor:

Christian Göke und Wiebke Barth
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Gemeinderaum der Kirchengemeinde Osterwald hat sich in einen Escape-Room verwandelt: Wer hier gewinnen will, muss das Rätsel des Verrats innerhalb einer Stunde lösen. Ab sofort sind alle Jugendgruppen aus dem Gemeindeverband Saaletal, aber auch Erwachsene und nicht-kirchliche Gruppen, eingeladen, sich daran zu versuchen. Die Pastoren und Pastorinnen der Regionen Salzhemmendorf und Coppenbrügge haben es schon probiert. Zwar hatten sie aufgrund ihrer theologischen Vorbildung eine ziemlich klare Vorstellung, wer der Täter sein müsste. Aber leichter wurde das Rätsel für sie dadurch nicht: Nur Beweise zählen. Und Hilfsmittel sind tabu.

„Man braucht keine Bibelkenntnisse und muss auch nicht unbedingt viele Krimis gelesen haben“, erklärt Diakonin Andrea Gärtner. „Wer Erfolg haben will, sollte einfach gut kombinieren und rätseln können.“ Andrea Gärtner hat den Escape-Room gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Jugend-Mitarbeiter-Kreis (JUMAK) vorbereitet. Die Idee dazu stammt aus einem Buch. Beim Arrangieren all der Hinweise, der versteckten Indizien und verborgenen Codes habe das Team auch nicht gewagt, etwas zu verändern, erzählt die Diakonin: „Bei der Vorbereitung überblickt man noch gar nicht die Zusammenhänge.“ Um sicherzugehen, dass das Rätsel funktioniert, es also nicht zu einfach, aber auch nicht unlösbar ist, hatten die Jugendmitarbeiter Testspieler eingeladen. Eine Gruppe war dabei sehr schnell, hatte den Verräter nach 45 Minuten entlarvt. Ganz so schnell sind die Pastoren und Pastorinnen an diesem Morgen nicht. Aber auch sie kommen dem Täter auf die Spur. Doch bevor es so weit ist, sitzt ein Pastor unter dem Tisch, werden Schlösser geknackt, Rucksäcke durchwühlt, und Geheimschriften entschlüsselt.

Zwischendurch sind immer wieder Absprachen in der Gruppe nötig. Stecken die Hobby-Ermittler in einer Sackgasse, gibt Diakonin Gärtner mal einen kleinen Hinweis – das ist im Spiel erlaubt.

Nanu, durchwühlt Pastor Tetje Limmer hier etwa fremde Handtaschen auf der Suche nach einer Zigarette? Foto: bar
  • Nanu, durchwühlt Pastor Tetje Limmer hier etwa fremde Handtaschen auf der Suche nach einer Zigarette? Foto: bar

Ab sofort bis Mitte Oktober können interessierte Gruppen von bis zu acht Personen sich bei Diakonin Andrea Gärtner unter der Rufnummer 05185/ 957682 oder bei Nicole Winckler unter 0176/72484202 melden und einen Terminwunsch nennen. Die Jugendmitarbeiter bemühen sich, jeden gewünschten Termin möglich zu machen. Das Rätseln ist für Gruppen aus dem Gemeindeverband Saaletal kostenlos, von anderen Gruppen wird eine Spende erbeten. Von dem Erlös will der Jugendmitarbeiterkreis gemeinsam einen Escape-Room in Hannover besuchen. Die Grundzüge des Spiels stammen aus dem Adventure-Genre. Allgemein wird angenommen, dass das Online-Computerspiel „Crimson Room“ des Japaners Toshimitsu Takagi aus dem Jahr 2004 die Urform des in die Realität umgewandelten Spiels darstellt. Ziel des Spiels war es online, einen Ort, an dem man gefangen ist, möglichst schnell zu verlassen. 2007 entstand der erste reale Raum in Japan. Mittlerweile gibt es in sehr vielen Städten Escape-Rooms, die sich einer immer größeren Fangemeinde erfreuen.

Da der Gemeinderaum außer Tischen und Stühlen nicht viel hergab, war bei der Ausstattung Kreativität gefragt. Jeder vom Jugendmitarbeiterkreis brachte so viel aus dem eigenen Haushalt mit, dass Außenstehende denken konnten, dass in den Gemeinderaum jemand einzieht.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare