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Bürgermeisterkandidaten im Porträt

Familienmensch mit Heimatliebe und Reiselust

Coppenbrügge. In der Gemeinde ist er bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Wenn er einkaufen geht, wird er angesprochen. Gestört fühlt er sich durch diesen „Promi-Faktor“ nicht. „Ich möchte ja ein Bürgermeister zum Anfassen sein“, sagt Hans-Ulrich Peschka. Seit 2004 ist der gelernte Landschaftsgärtner und Verwaltungsangestellte im gehobenen Dienst Gemeindebürgermeister. „Der Umgang mit den Menschen hat mich an diesem Job immer fasziniert. Mitten im Leben zu stehen, dabei zu sein“, das gefällt dem 52-Jährigen. Peschka ist Familienmensch – und die Familie gehört für ihn nicht in die Öffentlichkeit, wenn es um die erneute Kandidatur geht. Eine Homestory, wie die Dewezet sie bei den anderen Bewerbern um das Bürgermeisteramt in Coppenbrügge und die Landratskandidaten macht, ist seine Sache nicht. So wird das Gespräch über den Privatmenschen Peschka statt im Wohnhaus im Rathaus geführt; lässig in Jeans und lilafarbenem Poloshirt. Im Anzug sieht man ihn nur bei offiziellen Anlässen: „Ich habe keinen Modefimmel, bin von jeher ein Schlipsmuffel – manchmal muss man die Dinger aber tragen.“

veröffentlicht am 03.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:36 Uhr

Das Ölbild „Wattwanderung“ des heimischen Künstlers Diamanti Harmanis hat Hans-Ulrich Peschka erst kürzlich erstande
Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Als gebürtiger Hamelner ist er in Coppenbrügge aufgewachsen und zur Schule gegangen. Wenn es ihm zu eng wird und er „die Seele baumeln lassen“ will, dann steigt er in das stets abfahrbereit vor der Haustür stehende Wohnmobil und startet mit seiner Frau ins Wochenende. Das muss nicht immer Italien oder Frankreich – neben Deutschland bevorzugte Urlaubsziele – sein, für die Erholung zwischendurch macht das Ehepaar in der Freizeitanlage Godelheim bei Höxter Station. „Hier kann ich früh morgens in den See springen und mit dem Fahrrad zum Markt nach Höxter fahren“, schwärmt Peschka, der begeisterte Hobbykoch, der nicht nur mediterrane Speisen wie Salate und Pasta bevorzugt, sondern im Übrigen auch gerne backt, Quarkkuchen oder Marzipanstollen. Im Rathaus ist donnerstags Kuchenrunde.

Am freien Wochenende setzt sich das Ehepaar auch gerne ab „in unsere Lieblingsstadt“ Potsdam. Das Gefühl von Freiheit sei eng verbunden mit freier Stellplatzwahl, gerne in der Natur; wenn alle in Reih und Glied stehen, fühlt er sich eingeschränkt. Nach einer solchen Auszeit steht beim Nachhausekommen stets der Gedanke: „Unsere Heimat, die Landschaft, ist immer noch ein Traum.“ Deshalb wollte er Coppenbrügge nie den Rücken kehren – selbst in den 20 Jahren seiner Tätigkeit als Verwaltungsangestellter in Garbsen ist er Tag für Tag gependelt.

Im Büro frühstückt er ein mitgebrachtes Butterbrot („morgens kriege ich noch nichts runter“), und in der Mittagspause gibt es beim Bürgermeister nur ein schnelles Essen, oft in der heimischen Küche. Was aber absolut „Kult“ ist im Hause Peschka, ist das gemeinsame Abendessen. Neben der 19-jährigen Tochter Laura, die noch zu Hause wohnt, sitzt auch der 23-jährige Sohn Julian, der in Hildesheim studiert, so oft wie möglich mit am Tisch.

Das Miteinander spielt auch in Peschkas Berufsleben eine wichtige Rolle. Symbolisch steht dafür der „Freundeskreis“ aus Ton, der ursprünglich aus Mexiko stammt, auf dem Besprechungstisch in seinem Büro. Zu seinem Amtsantritt hat er es neu eingerichtet, die Wände selbst gestrichen. Der Teppich wurde gezielt beim Händler vor Ort ausgesucht – in sattem Blau, „das passt gut zu den Buchemöbeln“, die vom heimischen Hersteller sind. Gerahmte Familienfotos auf dem Schreibtisch gibt es nicht; an den Wänden hängen Fotoabzüge als Zeugen der schönsten Familienreisen. Und noch etwas dokumentiert Reiselust: Strandgut, ein großer Stein mit ungewöhnlicher Zeichnung. Ein kleiner Engel ist Antrittsmitbringsel der Pastorin; der selbst getöpferte Drache, Geschenk des örtlichen Kindergartens zu seinem 50. Geburtstag, komplettiert die Runde persönlicher Dinge.

In einem christlichen Haus groß geworden, trat Peschka 1976 in die CDU ein. Zuvor hatte er sich bereits in der Jungen Union engagiert. Schmunzelnd erinnert er sich an die Zeit, in der Franz-Josef Strauß Kanzlerkandidat war: „Ich habe einen Button getragen“, was ihm in der Schule Ärger eingebracht hat. Der junge Peschka war Schülersprecher, Karl-Heinz Brandt stand als Lehrer auf der anderen Seite. Das ist bis heute so geblieben: Brandt ist bekanntlich Chef der SPD-Fraktion im Rat. „Das ging damals schon hoch her“ – dazu braucht es nicht viel Fantasie.

Heute legt Peschka sein Hauptaugenmerk nicht auf die Partei-, sondern die Sachpolitik. Sieht er dem 11. September gelassen entgegen? Sich zurücklehnen und sagen, „das läuft automatisch“, ist nicht sein Ding. „Jede Wahl ist eine Herausforderung.“ Allerdings schätze er das auch: „Wir leben in einer Demokratie.“



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