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Aus Lauensteins Anregung, die Situation am Wanderparkplatz auf dem Ith zu entschärfen, wird nichts

Experten empfehlen Verlegung

Lauenstein. Gerne würden der Ortsrat Lauenstein und der Verkehrsausschuss Hameln-Pyrmont die unübersichtliche Situation auf dem Wanderparkplatz „Lauensteiner Platte“ entschärfen. Bauliche Maßnahmen oder eine Verlegung könnten helfen. Doch daraus wird nichts. Die zuständigen Behörden haben andere Pläne.

veröffentlicht am 08.04.2016 um 13:02 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Der Wanderparkplatz „Lauensteiner Platte“ auf dem nördlichen Ith an der Straße zwischen Haus Harderode und Lauenstein gelegen, wird nicht nur von Einheimischen gut angenommen sondern hat auch touristische Bedeutung. Doch die Ausfahrt auf die Landesstraße 425 ist unübersichtlich und für Wanderer und Autofahrer alles andere als ideal. Darin sind sich der Ortsrat Lauenstein und der Verkehrsausschuss des Landkreises Hameln-Pyrmont einig. Doch die Schlüsse, die die beide Gremien ziehen, sind unterschiedlich. Der Ortsrat hätte die Situation gerne durch bauliche Maßnahmen sicherer gemacht, der Verkehrsausschuss hält das für nicht möglich und empfiehlt eine Verlegung des Parkplatzes.

Von diesem Parkplatz erreichen Wanderer über den vom Lauensteiner Verkehrsverein unterhaltenen Weg unter anderem den Ithturm im Norden oder die Bremker Klippen weiter südlich. Und wer den empfohlenen Rundweg – Teil des 80 Kilometer langen Ith-Hils-Weges – folgt, muss dafür die viel befahrene und in Höhe des Parkplatzes relativ unübersichtliche dreispurige Landesstraße überqueren. Doch aus der aus dem Ortsrat Lauenstein vorgeschlagenen und vom Bauausschuss des Fleckens unterstützten sicheren Fußgängerquerung wird nichts. Auch die Autofahrer, die vom Parkplatz auf die Landestraße ausfahren, sollen sich mit der Situation abfinden. Das Rechtsfahrgebot vom Parkplatz aus sei die bestmögliche Beschilderung. „Das ist gescheitert“, bestätigt Bauamtsleiter Wolfgang Kapa vom Flecken Salzhemmendorf auf Anfrage dieser Zeitung. „Das zuständige Straßenbauamt Hameln hat Einwände, denn die Straße hat Vorrang und das müssen wir so akzeptieren.“ Der Bauamtsleiter hatte von Anfang an Zweifel am Erfolg des Vorstoßes.

Es ist aber nicht nur das Straßenbauamt, das weitere Maßnahmen derzeit nicht für möglich hält. Im Herbst hatte sich die Verkehrskommission des Kreises die Situation vor Ort angesehen – übrigens nicht zum ersten Mal. Dabei handelt es sich bei dem Wanderparkplatz „Lauensteiner Platte“ aufgrund der Lage im außerörtlichen Bereich um eine Sondernutzung der Landesstraße, welche durch das Straßenbauamt lediglich geduldet wird. „Der Parkplatz kann eher als informeller Parkplatz für ortskundige Fahrer angesehen werden, eine Beschilderung durch Verkehrszeichen 317 „Wanderparkplatz“ existiert nicht“, heißt im Protokoll des Ortstermins. „Wir sind zwar mit im Boot und für jeglichen Verkehr zuständig, aber wir sind nicht für den Schutz der Wanderer zuständig, und wir müssen auch keine Parkplätze vorhalten“, sagt Behördenleiter Markus Brockmann. Darum sei die Gemeinde gefragt, eine andere Lösung zu finden.

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  • So stellt sich die Sicht auf die Straße vom Parkplatz aus dar.

Und diese Lösung, darin sind sich alle Mitglieder der Verkehrskommission, zu der auch Polizeivertreter gehören, einig, wäre eine Verlegung des Parkplatzes auf ein gerades Teilstück der Landesstraße. Besonders kritisch sei es, wenn tatsächlich ein touristisch beschilderter Wanderweg an der Straße enden sollte und Wanderer die Leitplanke übersteigen und entlang der Straße bis zum Parkplatz laufen müssten. „Hier wird es als zwingend notwendig erachtet, alternative Wanderwege zu prüfen, um diese Situation zukünftig zu vermeiden“, heißt es wörtlich.

„Wir hätten es natürlich gerne gesehen, wenn es dort zu einer Änderung kommen könnte, da waren wir uns im Ortsrat alle einig“, kommentiert Lauensteins Ortsbürgermeister Erich Weber die Absage, über die er bereits von der Gemeindeverwaltung informiert worden war. „Dort oben stehen eigentlich immer Autos, selbst im Winter“, hat er beobachtet. Für eine Verlegung des Parkplatzes sei kein Geld da ist er sich siche. „Also müssen wir das wohl so akzeptieren.“ Allerdings werde man wohl über, wie empfohlen, eine alternative Wanderwegeführung nachdenken.

Kein Wanderportal und kein Wanderführer verzichten darauf, den Kammweg auf dem Ith zu empfehlen. Auch der Ith-Hilsweg quert die Straße. Der Deutschen Wanderverband hat diesen Rundweg sogar als „Qualitätsweg wanderbares Deutschland“ zertifiziert. Der Weg wurde erst im März anlässlich der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin zum wiederholten Mal zertifiziert und gilt als ein Klassiker unter den Qualitätswegen. Und wenn in diesen Wochen oberhalb Lauensteins zwischen „Lauensteiner Platte“ und dem Ith-Turm der Lerchensporn blüht, dann findet man auf dem Parkplatz am Wochenende bei schönem Wetter kaum noch eine freie Fläche.



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