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Schule und Altenheim kooperieren seit vier Jahren – mit großem Erfolg für beide Seiten

Erst wird vorgelesen, dann zusammen gegessen

Salzhemmendorf (sto). Um ihre Augen sei es schlecht bestellt. „Gesichter kann ich nicht mehr richtig erkennen, und mit dem Lesen ist es ganz aus“, sagt Anneliese Knodel. Gern habe sie sich früher Illustrierte angeschaut und die Tageszeitung gelesen. Alles vorbei. Umso mehr freut sich die 77-Jährige auf einen besonderen Besuch, der regelmäßig ins Seniorenheim kommt, um ihr und weiteren Bewohnern der „Parkresidenz“ das Weltgeschehen ein wenig näherzubringen. Einmal in der Woche lesen jeweils vier Viertklässler der Grundschule Salzhemmendorf den alten Leuten aus der Dewezet vor.

veröffentlicht am 07.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:41 Uhr

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Anneliese Knodels Vorleser waren kürzlich Janette (11) und Tim (9). Von ihnen erfuhr sie beispielsweise vom Hochwasser in Sachsen und von der bevorstehenden Rettung der seit Wochen verschütteten Minenarbeiter in Chile. „Es ist lieb von den Kindern, dass sie sich für uns alte Menschen ein wenig Zeit nehmen“, freut sich die Seniorin. Anschließend wird über das Gelesene gesprochen. Nach und nach, wenn die Hemmschwelle überwunden ist, fließt auch Persönliches in die Unterhaltung ein.

„Mir gefällt der Besuch im Alteheim sehr gut, deshalb habe ich mich für das Projekt gemeldet“, sagt Tim aus der vierten Klasse. Auch seitens der Heimleitung wird der regelmäßige Besuch der Schüler als äußerst positiv bewertet. „Das Projekt führt Jung und Alt zusammen und baut ein gutes Miteinander auf“, meint Heimleiter Ulrich Stiels. Auch mit dem Kindergarten und der Schule am Kanstein werde kooperiert.

Das Projekt im Rahmen der Leseförderung wurde vor vier Jahren ins Leben gerufen. Es wird betreut von Christina Müller. Sie wählt die Zeitungsberichte aus und begleitet die „texterprobten“ Schüler ins Seniorenheim. „Für eine Schulstunde werden die jeweiligen Schüler vom Unterricht freigestellt“, erzählt die pädagogische Mitarbeiterin der Schule. Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig. Ebenso an dem „Lesepatenprojekt“, das von Schülern der dritten und vierten Klassen in der benachbarten Kindertagesstätte durchgeführt wird. Die Schüler lesen den „Kan-steinzwergen“ aus einem Kinderbuch vor und sprechen mit ihnen über den Inhalt.

Der Kontakt zum Seniorenheim als Kooperationspartner der Schule besteht sogar über das Lesen hinaus. Seit Einrichtung der Ganztagsschule im Sommer 2009 essen an den Schultagen etwa 15 bis 26 Kinder der ersten bis vierten Klassen zu Mittag in der Parkresidenz. Anschließend geht es zur Nachmittagsbetreuung zurück in die Schule. „Wegen der großen Nachfrage haben wir ab dem 1. Oktober unsere Ganztagsbetreuung von montags bis donnerstags auf 17 Uhr erweitert“, so Udo Zelck. Von den 118 Schülern der Grundschule nutzen etwa 46 die Ganztagsbetreuung. Neu sei außerdem der Nachhilfeunterricht.



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