weather-image
23°
In Benstorfs Dorfgemeinschaftshaus wird eine historische Küche eingerichtet

Erinnerungsstücke aus dem Dorfleben

BENSTORF. Ein Exemplar eines Herdes von anno dazumal kann in einigen Monaten in der örtlichen „Heimatstube“ von Benstorf bewundert werden. Derzeit wird dort gerade eine historische Küche eingerichtet.

veröffentlicht am 04.02.2018 um 17:56 Uhr

Ein umfangreiches Sammelsurium wartet auf dem Dachboden, die historische Küche auszustatten. Fotos(3): sto
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Im Laufe viele Jahre war er unansehnlich geworden. Unzählige Töpfe und gusseiserne Pfannen hatten ihm zugesetzt. Steckrüben-Eintöpfe, Erbsen- oder Kartoffelsuppen, „Schusterkarbonaden“ und viele andere Gerichte wären ohne ihn nicht denkbar gewesen. Auch ein in der Röhre saftig gebackener Pflaumenkuchen mit Früchten aus dem eigenen Garten nicht. Uromas Küche wäre kalt geblieben.

„Ein eigener Herd ist Goldes wert“, sagt ein altes Sprichwort. In der guten, alten Zeit – ob sie es tatsächlich war oder nicht, sei dahingestellt – hat ein Küchenherd mit Holz- oder Brikettfeuerung die Familie satt gemacht. So auch in Benstorf.

Der Herd stammt vermutlich aus dem Jahr 1920 und wurde gebaut von den längst nicht mehr existierenden Senkingwerken in Hildesheim. Wie aber kommt er in das Dorfgemeinschaftshaus von Benstorf, in dem in der oberen Etage seit 2013 eine Heimatstube eingerichtet ist? „Wir haben ihn vor einiger Zeit quasi im Schrott gefunden“, erinnert sich Rudolf Heuer. Wie auch viele andere Gegenstände, die mit der Patina der Zeit behaftet waren, kam das Fundstück zunächst auf den Dachboden und wurde kürzlich wieder aufpoliert.

Ein alter Küchenherd ist bereits aufgestellt.
  • Ein alter Küchenherd ist bereits aufgestellt.
Werner Wallossek zeigt eine Brotmaschine mit Kurbelantrieb.
  • Werner Wallossek zeigt eine Brotmaschine mit Kurbelantrieb.

Im Laufe vieler Jahre haben Rudolf Heuer, Jürgen Seidel, Werner Wallossek, Manfred Pfand und weitere Mitglieder der Dorfgemeinschaft Benstorf/Quanthof ein umfangreiches Sammelsurium zusammengetragen. Die Sammelleidenschaft und das Restaurieren der Gegenstände wurde für das Team, das übrigens ausschließlich aus Männern besteht, immer mehr zu einem gemeinsamen Hobby – allerdings ein ziemlich zeit- und arbeitsaufwendiges. Worin besteht der Reiz dieser Arbeit? - „Wir haben Freude daran, die Vergangenheit zu bewahren und unsere Heimatstube mit vielen Erinnerungsstücken aus dem Dorfleben zu füllen“, so Wallossek.

In einem Bereich der Heimatstube ist eine Dauerausstellung eingerichtet – unter anderem mit historischen Fotos und mit Gegenständen aus einer Schuhmacherwerkstatt, mit landschaftlichen Geräten und Haushaltsgegenständen, um nur einiges zu nennen. Ein Bereich wird hin und wieder neu bestückt. Wo bis vor kurzem noch eine Schlachteküche eingerichtet war, entsteht nun eine historische Küche. Der Herd hat bereits einen Platz gefunden. Er soll aber noch mit einem Ofenrohr ausgestattet werden, denn authentisch soll sie sein, die Küche des Männerteams. Einen alten Küchenschrank, der einst einer mittlerweile verstorbenen Benstoferin gehört hat, haben die „Bewahrer alter Dinge“ auch schon aufgebaut. „Er war weiß angepinselt, und wir haben lange gebraucht, um ihm sein ursprüngliches Aussehen zu geben“, erzählt Heuer. Die Arbeit aber hat sich gelohnt. Zum Vorschein kam ein schmuckes Küchenbuffet aus Fichtenholz, das sich sehen lassen kann.

Die Küche soll so eingerichtet werden, als wären Urgroßmutter oder Großmutter die Akteure gewesen. Auch ein Handtuchhalter mit einem bestickten Überwurf, eine Brotmaschine, Kochtöpfe und Geschirr werden nicht fehlen. „Wir suchen noch eine alte Küchenlampe und Küchenutensilien“, so Heuer. Wer etwas zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei ihm unter der Telefonnummer 05153/5496 oder bei Werner Wallossek unter 05153/6111 melden.

Übrigens: Die Heimatstube ist kein öffentliches Museum. Eine Besichtigung ist deshalb nur auf Anfrage und in Begleitung eines Mitgliedes des Organisationsteams möglich. Etliche Bürger verbinden eine Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus mit einem kostenlosen Besuch der Heimatstube – beispielsweise Besucher des „Dorfkinos“, das regelmäßig im DGH von Manfred Pfand organisiert wird. Nächster Termin: 13. Februar, 15 Uhr und 19 Uhr.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt