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Kulturinitiative inszeniert „Das kurze Leben des Karl Philipp Moritz“ / Umfangreiche Theaterproben

Erinnerung an ein vergessenes Hamelner Genie

Coppenbrügge (sto). Er war mit Goethe, Tischbein, Jean Paul und Iffland befreundet. Er war Verfasser von Romanen und Gedichten, Schriften über Grammatik und Sprachphilosophie, Mythologie und Altertumskunde, Pädagogik und Psychologie. Trotz allem ist er in seinem Geburtsort nahezu unbekannt. Mit einem selbst verfassten und inszenierten Theaterstück will die Kulturinitiative „Unser Dorf liest/spielt“ am Samstag, 18. April, 20 Uhr, im Theater Hameln an den 1756 in Hameln geborenen und 1793 in Berlin verstorbenen Schriftsteller des Sturm und Drang, Karl Philipp Moritz, erinnern.

veröffentlicht am 25.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:21 Uhr

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Authentische Darstellung erfordert viele Proben

Die Aufführung der Tragikomödie „Ein Hamelner Grenzgenie – das kurze Le-ben des Karl Philipp Moritz“ erfolgt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Das Weserbergland spielt“, in der die Laienspielgruppe in den vergangenen Jahren bereits mehrere Stücke auf die Bühne gebracht hat. Die Idee, nun auch „den Moritz auf die Bühne zu bringen“, stammt von Heiner Stender, der nach eingehen-der Moritz-Studie das Manuskript für das Theaterstück verfasst hat. „In der Hoffnung, einen der größten Söhne Hamelns seiner fast totalen Vergessenheit zu entreißen“, erklärt der Sprecher der Coppenbrügger Literaturinitiative. Da ihm sehr viel daran liege, den Autor von „Anton Reiser“, „Blunt oder der Gast“ oder „Andreas Hartknopf“ einer breiten Öffentlichkeit nä-her zu bringen, seien auch Einladungen an diverse Schulen verschickt worden.

Die Proben mit den elf Laiendarstellern haben bereits im Oktober begonnen. Regie führt Andreas Rebers. Die Regieassistenz wird ausgeführt von Christine Schawara. Das Stück zeigt die Lebensge-schichte eines Aufsteigers aus ärmlichen und beklemmenden Verhältnissen, der es zu gesellschaftlichem Ansehen brachte. Protagonist ist Karl Philipp Moritz, Sohn eines strengen, fanatisch religiösen Vaters und einer zänkischen Mutter. Hässliche Zwistigkeiten der Eltern verdüstern Karls Kindheit. „Das erste, was mein kindlicher Verstand begriff, waren eure wechselseitigen Flüche und Verwünschungen, liebe Eltern. Dieses waren die ersten Töne, die mein Ohr vernahm“, sagt Moritz in der ersten Szene des Theaterstückes. In der zweiten Szene verlässt Moritz (dargestellt von Henning Reso) das Gymnasium, um Schauspieler zu werden. Sein Wunsch erfüllt sich jedoch nicht. Der Protagonist wird schließlich Gymnasiallehrer und zum Professor für Geschichte und Schönen Künste ernannt.

„Die einzelnen Charaktere in Gestik, Mimik, Bewegung und Sprache darzustellen, ist allerdings eine große Herausforderung für uns, denn wir haben den Anspruch, sie möglichst authentisch auf die Bühne zu bringen“, so Jürgen Rebers. Wieder und wieder müssen die Darsteller einzelne Textpassagen wiederholen, besser artikulieren, Wörter anders betonen, lauter oder leiser sprechen. In der fünften Szene wird der „wunderbaren Kraft der Sprache“ durch Textstellen aus den Moritz-Briefen „Die Sprachlehre für die deutsche Dame“ ein Extra-Kapitel gewidmet.

Zwischen den einzelnen sechs Szenen fügt die Erzählerin (Waltraud Schwee) biografische Details hinzu. „Auf diese Weise bekommen die Zuschauer einen umfassenden Einblick in das Leben des Karl Philipp Moritz, auch diejenigen, die den Schriftsteller vorher nicht kannten“, erklärt der Regisseur die Erzählerinstanz.

Seit Oktober wird geprobt: Paul Rosenberger als Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (li.), Henning Reso als Karl Philipp Moritz (re.) und Hilde Junker als Malerin Angelika Kauffmann.

Foto: sto



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