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Aus für HBT in Coppenbrügge – aber Albert Fischer GmbH aus Elze übernimmt 27 Mitarbeiter

Endgültiges Ende für Bauunternehmen

Coppenbrügge. Jetzt ist es amtlich: Zum Jahresende schließt die insolvente Hamelner Bahn- und Tiefbau GmbH (HBT) in Coppenbrügge ihre Pforten. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht: Die Albert Fischer GmbH aus Elze übernimmt mit 27 Mitarbeitern der HBT- Straßenbausparte einen Großteil der Belegschaft.

veröffentlicht am 10.12.2015 um 18:26 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:00 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Die Fischer GmbH mit Sitz in Elze wird die Mitarbeiter der HBT-Straßenbausparte übernehmen“, erklärt Insolvenzverwalter Prof. Dr. Volker Römermann. Die Verträge seien jetzt unterzeichnet worden. Über den Kaufpreis sei wie in solchen Fällen üblich Stillschweigen vereinbart worden. Betroffen seien insgesamt 27 Mitarbeiter, die nun eine neue Beschäftigung gefunden haben. Nicht übernommen würden die Beschäftigten der Betonsparte und der Verwaltung, ergänzt Insolvenzverwalter Martin Gehlen. Für sie sei eine Transfergesellschaft gegründet worden, in der nun elf HBT-Mitarbeiter für sechs Monate unterkommen. Ein Mitarbeiter hatte sich diesem Konzept laut Gehlen verweigert, während sich Geschäftsführer Holger Boving selbstständig mache. Zuletzt arbeiteten von ursprünglich 50 noch 40 Mitarbeiter im Unternehmen. Zehn Beschäftigte hatten sich in der Zwischenzeit bereits anderweitig orientiert.

Die Ausgangslage bei Eröffnung des Verfahrens sei überaus schwierig gewesen, zumal sich bei HBT zwei völlig zerstrittene Gesellschafter gegenüber gestanden hätten, erinnert Römermann. Es sei möglicherweise auch deshalb nicht einfach gewesen, Aufträge an Land zu ziehen und Umsätze zu generieren. Zwar habe man durchaus die Auftragsbücher etwas füllen können, aber nicht in dem erforderlichen Maße, das Unternehmen weiterführen zu können. 80 bis 90 Prozent aller Aufträge seien normalerweise von Kommunen vergeben worden, die sich nun angesichts der unklaren Situation verständlicherweise zurückgehalten hätten.

Ein hartes Stück Arbeit sei es gewesen, den Sozialplan zu erarbeiten. Zwölf Stunden lang habe man in der Anwaltskanzlei in Hannover mit dem Betriebsrat verhandelt, während Richter Burkhard Piel vom Landesarbeitsgericht als Moderator agierte. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, sagen die Insolvenzverwalter – und auch Betriebsratsvorsitzender Gerd Hirsekorn-Margraf stimmt dieser Einschätzung zu. Man habe den besten aller möglichen Kompromisse gefunden. Die elf Mitarbeiter, die in der Transfergesellschaft unterkommen, erhalten je nach Familienstand von der Agentur für Arbeit 60 bis 67 Prozent des bisherigen Nettolohnes, der über die Insolvenzmasse auf 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens aufgestockt wird.

Römermann und Gehlen ziehen ein positives Fazit. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter hätten einen neuen Job gefunden, während die Gläubiger damit rechnen könnten, dass ihre Forderungen mit einer Quote im zweistelligen Bereich aus der Insolvenzmasse erfüllt werden. Den Kaufpreis bezeichnet Römermann als passabel.

Hirsekorn-Margraf, der in der Transfergesellschaft untergekommen ist, spricht unter den gegebenen Bedingungen ebenfalls von einem positiven Ergebnis. Die Alternative wäre die sofortige Arbeitslosigkeit gewesen. Allerdings hätte es seiner Meinung nach gar nicht so weit kommen müssen, wenn die Gesellschafter vor der Insolvenz mehr Einsicht und guten Willen gezeigt hätten. „Der eine hat uns ins Wasser geworfen, der andere ertrinken lassen“, zitiert der Betriebsratsvorsitzende Petra Götzen, die mit ihm im Betriebsrat sitzt.



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