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Schallmessungen sollen ausgeweitet werden

Emotionale Diskussion in Coppenbrügge

COPPENBRÜGGE/BRÜNNIGHAUSEN. Erneut emotional wurde das Thema Windkraft in der Gemeinde Coppenbrügge diskutiert. Zu einer Informationsveranstaltung über die geplanten Schallmessungen kamen nicht nur 50 interessierte und teils verärgerte Anwohner ins Dorfgemeinschaftshaus Brünnighausen, auch ein Fernsehteam war vor Ort, das Aufzeichnungen für das NDR-Fernsehformat „Hallo Niedersachsen“ machte.

veröffentlicht am 07.02.2017 um 14:05 Uhr
aktualisiert am 07.02.2017 um 17:16 Uhr

Vertreter von Landkreis, Messbüro und Windparkbetreibern erklären die anstehenden Schallmessungen. Ein Fernsehteam zeichnet Teile der Veranstaltung auf. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Bereits Mitte Januar hatte es eine Informationsveranstaltung zum gleichen Thema in Bäntorf gegeben. Auch dort war die Resonanz groß. Bei beiden Veranstaltungen erklärte ein Vertreter des Messbüros Wind-Consult, wie die geplanten Schallmessungen ablaufen werden. Zunächst wird der Schall (Emission) an drei ausgewählten Windrädern gemessen, danach soll die vor den Fenstern der Coppenbrügger ankommende Lautstärke (Schallimmission) geprüft werden. Dabei war besonders strittig, dass für die Immissionsmessungen nicht mehr als sechs Punkte im gesamten Gemeindegebiet ausgewählt wurden. Die Punkte sind: Am Pfingstanger 16, Heerburg 65, Behrenser Weg 181/181b, Nesselberg, Halbe Dörpe und das erste Haus an der Kleinen Breite. Doch auch von anderen Orten kamen Bürgerbeschwerden. Insgesamt 28 Stück liegen dem Landkreis vor. Schließlich gingen die Vertreter der Windparkbetreiber (Landwind und CEE) auf die Bürger ein und sagten zu, noch weitere Messpunkte aufnehmen zu wollen. Von drei bis fünf war in der Diskussion die Rede.

Sollte sich herausstellen, dass die Lautstärke der Windräder die zulässige Grenze überschreitet, müssen die Betreiber nachbessern. Doch ob es soweit kommen wird, ist allerdings unklar. Frank Grafe, Geschäftsführer von CEE Operations, weist darauf hin, dass bereits ein Sicherheitsaufschlag in die Berechnungen eingeflossen sei.

Von einem Bürger kam die mit viel Zustimmung aus dem Zuschauerraum unterstützte Frage: „Wenn man die Anlagen hinterher technisch leiser macht, warum macht man das zum denn nicht gleich?“ Doch Grafe wollte sich nicht auf eine „Verzichts-Diskussion“ einlassen: „Wenn ich eine Anlage betreibe, dann tue ich das im erlaubten Raum.“

Auch das Thema Nachtbefeuerung wurde angesprochen. Die blinkenden Lampen an den Windkraftanlagen würden die Coppenbrügger gern nachts ausgeschaltet sehen. Dafür gebe es aber noch keine zuverlässige Lösung, heißt es von den Betreibern. „Wir möchten das gerne ändern, aber erst jetzt kommen wir langsam technisch dahin“, sagt Stefanie Mertz von Landwind. Wann das nächtliche Blinken aufhören könnte, ist also ungewiss. Der Sendetermin für den Beitrag bei „Hallo Niedersachen“ steht ebenfalls noch nicht fest.

Wer die errechneten Schallprognosen einsehen möchte, die den Genehmigungen der Windkraftanlagen in Coppenbrügge zugrunde liegen, der kann das mit vorheriger Anmeldung beim Landkreis tun. Auch das kam als Wunsch aus dem Zuschauerraum.

Information

Eiswurf

Eisstücke, die von einem Windrad an den Kastanien Nord in der vergangenen Woche abgefallen waren, schreckten einige Coppenbrügger auf. Der Landkreis hat das betreffende Windrad daraufhin zunächst stillgelegt. Normalerweise registriert „die Eiserkennung, wenn sich an den Rotorblättern Eis bildet, stoppt als Vorsichtsmaßnahme die Anlage automatisch und setzt sie erst wieder in Betrieb, wenn der Eisansatz abgetaut ist“, heißt es von der Herstellerfirma Enercon. Bei einer Überprüfung seien keinerlei Auffälligkeiten festgestellt worden, nichtsdestotrotz wurden die Einstellungen der Eiserkennung neu justiert, sagt ein Sprecher.



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