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Eltern wehren sich gegen Abwerbungsvorwurf

Salzhemmendorf (hen). Bis zum 15. Januar hatte der Salzhemmendorfer Gemeinderat den Eltern Gelegenheit gegeben, eine Stellungnahme zum Grundschulentwicklungskonzept abzugeben. „Die Mehrheitsgruppe wird die Einwände jetzt prüfen“, sagt Helmut Schmiedekind (Grüne) auf Anfrage zur weiteren Vorgehensweise. Der Schulausschuss wird sich in seiner Sitzung am 23. Februar des Themas annehmen, bevor der Gemeinderat am 3. März endgültig über die Zukunft der Schulstandorte beschließen wird. Grundsätzlich werde die Zielvorstellung der einen Grundschule für den Flecken beibehalten.

veröffentlicht am 17.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:41 Uhr

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Ausgangspunkt für die Schulschließungen – bekanntlich sollen drei der vier Grundschulen schrittweise bis 2018 geschlossen werden – sind die dramatisch zurückgehenden Schülerzahlen, und da seien die tatsächlichen Zahlen schon jetzt schlechter als die Prognosen. Im vergangenen Jahr hat es nur 52 Geburten gegeben; „wir können nur hoffen, dass wir nicht unter 50 absacken“, so Schmiedkind. Es laufe daher auf die eine dreizügige Grundschule im Kernort hinaus; es könne sogar sein, dass es nur eine zweizügige Schule werde. Oder auch eine zweizügige Grundschule an zwei Standorten, nämlich neben Salzhemmendorf in Oldendorf. „Es geht doch eigentlich um die Frage, wie lange wir Oldendorf halten können“, sagt der Grünen-Chef. Niemand wisse, was die Zukunft bringt: „Wenn Hameln die IGS und die Oberschule bekommt, wird das auch die KGS verändern.“

Für die SPD bekräftigt Walter Kramer, mit der Gruppe an einem Strang ziehen zu wollen: „Wir haben das gemeinsam angeschoben, wir werden das auch gemeinsam zu Ende bringen.“ Am heutigen Dienstag ist Fraktionssitzung, dann will man sich mit den Stellungnahmen auseinandersetzen. Am „Hauen und Stechen“ hinter den Kulissen möchte sich der SPD-Fraktionschef nicht beteiligen; er hofft, „dass wir den sachlichen Stil, den wir gefunden hatten, beibehalten können“. Grundsätzlich stehe Kramer zu dem, „was in dem Papier steht“. Auch die CDU will nun als nächstes die Stellungnahmen bewerten. Eckard Füllberg, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, hofft, „dass wir Ratsvertreter dann auch den Mut haben, eine Entscheidung zu treffen“. Füllberg sagt, dass „in der ganzen Diskussion sehr viele Emotionen stecken“.

Unterdessen haben sich die betroffenen Eltern zu Wort gemeldet, deren Kinder statt in Lauenstein zur Schule nach Wallensen gehen. Der Leiter der Salzhemmendorfer Grundschule, Udo Zelck, hatte das kritisiert und von einer Abwerbung gesprochen. „Wir wehren uns gegen diesen Begriff, weil er den Eindruck erweckt, man sei auf uns zugegangen und habe uns – womöglich unter Versprechungen einer Gegenleistung – überredet, unsere Kinder aus der Schule in Lauenstein zu nehmen beziehungsweise dort gar nicht erst einzuschulen“, heißt es in einer Stellungnahme, die zehn Mütter und Väter unterzeichnet haben. Die Eltern bekräftigen, dass sie aus teils unterschiedlichen Motivationen selbst aktiv geworden sind. „Wir haben uns, nachdem wir uns über die Alternativen im Flecken informiert hatten, für Wallensen entschieden.“ Zugleich bedauern die Betroffenen, dass durch diese Entscheidung „Staub aufgewirbelt“ worden sei; „das hatten wir nie vor“. Die „hitzige Debatte, die leider auch einen Keil zwischen die Grundschulen des Fleckens treibt“, hätten sie nicht voraussehen können, da bereits einige Eltern zuvor ihre Kinder statt in Lauenstein in umliegenden Grundschulen angemeldet hätten, „ohne dass ihnen andere Gründe unterstellt wurden“. Sie alle hätten sich nur etwas anderes für ihre Kinder gewünscht als Lauenstein biete. Insgesamt hätten acht Kinder die Schule gewechselt; bei dieser Zahl müsse man sich „doch fragen, ob vielleicht etwas zu verbessern wäre“. Nach dem Weggang habe das Lauensteiner Kollegium einen offenen Brief an die Wallenser Schule geschickt; dieser Brief sei auch an den Rat gegangen. „Wir nehmen an, dass das Gerücht über die ,Abwerbung’ hier seinen Ursprung hat. Wir als Eltern haben damals nicht reagiert, um nicht Öl ins Feuer zu gießen“, schreiben die Eltern. Nun fürchten sie, sich erneut rechtfertigen zu müssen – „nicht zuletzt gegen den Vorwurf, durch den Schülerabzug eine vorzeitige Schließung der Lauensteiner Schule herbeigeführt zu haben“.

Die Schulen Lauenstein und Wallensen – die Diskussion hat einen Konkurrenzkampf in Gang gesetzt.Montage: Dana

Politik berät Stellungnahmen und wünscht sich einen sachlicheren Stil in der Schuldiskussion



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