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15. Ausgabe der Rocknacht: „Veranstalter haben mit Auswahl der Bands ins Schwarze getroffen“

Einmal im Jahr wird in Marienau abgerockt

Bei rockig-melodiösen Liedern feierten die bühnenerfahrenen „Alive at Last” sich und ihre Fans.

veröffentlicht am 01.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:21 Uhr

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Mit deutschem Punkrock und Texten, die das Leben schreibt, punkten Sushi Blub Fish.

Marienau (top). Ganz in sich vertieft, die lauten Bässe, die scheinbar sogar die Luft vibrieren lassen, ignorierend, steht Jens Dolle im Scheinwerferlicht neben der Bühne und wippt mit den Füßen im Takt der Musik mit. Gar nicht einfach, schließlich muss man sich erstmal in den Rhythmus von Melodic-Death-Metal reinhören. Doch der eingefleischte Fan rockt auf seine Art einfach mit. Seit der ersten Rocknacht vor 15 Jahren ist der Industriekaufmann der seiner Ansicht nach „in unserer Gegend einmaligen Veranstaltung“ treu geblieben. „Die Vorfreude auf die Rocknacht startet im Herbst, wenn der Termin offiziell bekannt- gegeben wird“, sagt der 29-Jährige. So ist er auch bei der 15. Ausgabe der Coppenbrügger Rocknacht in der Mehrzweckhalle in Marienau dabei.

Mag so mancher sich vielleicht nicht ohne Gehörschutz direkt neben die überdimensional großen Boxen mit den dumpf vibrierenden Bässen hinstellen, so scheinen die nahezu 130 Anhänger von Metal, Punk- oder Deutschrock sich daran nicht zu stören. Sie rocken vor der Bühne bei der Jubiläumsrocknacht mit. „Der Name ist Programm“, bestätigt Jens Dolle. „Mit der Auswahl der Bands haben die Veranstalter wieder mal ins Schwarze getroffen.“ Von rockig hart über punkig schräg bis zu seichten Tönen im Deutschrock spiegelt sich eine große Palette der Musikmöglichkeiten außerhalb „des Mainstream“ wider, bestätigt auch Mel, die Freundin des mit seinen langen schwarzen Haaren unverkennbaren Anhängers von Rock und Metal. „Heute wird unseren Besuchern alles abverlangt“, sagt der Organisator, Gemeindejugendpfleger Reimar Rauer. Doch nicht nur die teilweise von weit her angereisten Fans kommen an diesem Abend mächtig ins Schwitzen. Im grellen Scheinwerferlicht stehend, machen die fünf Jungs von Punish my Heaven lautstark auf sich aufmerksam. Als eine von vier Bands lassen es die Hamelner im wahrsten Sinne des Wortes krachen. Mit ihrer Musik aus Melodic-Death-Elementen im skandinavischen Stil, harten Riffs der Bay Area und einer Portion Melancholie ziehen die Metal-Fans auch Jens Dolle sofort in ihren Bann. „Die Zeiten, in denen ich beim Headbangen vor der Bühne stehe, sind vorbei; aber für richtig gute Musik bin ich immer noch zu haben.“ Etwas ruhigere Töne schlagen Zehn vor Zehn mit ihrem Stil aus Deutschrock an. Die selbst komponierten und geschriebenen Lieder spiegeln den emotionalen Alltag mit sozialer Kälte oder auch Liebeskummer wider.

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Doch nach zwölf Liedern ist der Auftritt der noch jungen Band schon wieder vorbei. Harte Riffs werden vom Gitarristen von Sushi Blub Fish angeschlagen, bevor sich die ersten Mädels vor der Bühne versammeln, um ihren Lieblingsmusikern zuzujubeln und kraftvoll die „Köpfe schwingen zu lassen“. Die sechzehnjährige Madeleine ist zum zweiten Mal bei der Rocknacht – und einfach begeistert. „Die Stimmung ist super, und die Leute sind alle gut drauf“, schwärmt die Fischbeckerin. Als Schlusslicht, aber nicht minder umjubelt als die vorangegangenen Bands, geben sich noch einmal lautstark Alive at Last die Ehre und stürmen die Bühne. Wobei „Stürmen“ im Wortsinn zu verstehen ist. „Uns selbst fällt es sehr schwer, uns auf eine Musikrichtung festzulegen“, sagt Sebastian Fricke. Irgendwo zwischen Posthardcore, Punkrock und Screamo finden sich die fünf Jungs nach eigener Angabe wieder. Und das kommt sowohl bei den Fans als auch bei den Organisatoren gut an. „Mit unserer Auswahl an Bands lagen wir bisher immer richtig“, meint Reimar Rauer.

Kamen sonst überwiegend drei rockig angehauchte Gruppen zum Zug, sollte es für diese Jubiläumsrocknacht mit vier Bands etwas ganz Besonderes sein. Und das wurde es.

Denn auch noch zum Ende des gut vier Stunden währenden Konzertes steht der seit 15 Jahren treue Fan der Coppenbrügger Rocknacht, Jens Dolle, in unmittelbarer Nähe zur Bühne und rockt in seinem eigenen Takt und Stil zum Rhythmus der lautstarken Musik mit.



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